Die Formel 1 handelt: Bis zum Jahr 2030 Klima-neutral

Von Mathias Brunner
Formel 1
Honda erinnerte uns schon 2007 mit dieser Fahrzeuglackierung daran, wie zerbrechlich die Welt ist

Honda erinnerte uns schon 2007 mit dieser Fahrzeuglackierung daran, wie zerbrechlich die Welt ist

​Die Königsklasse kann sich dem Thema Umweltbewusstsein nicht verschliessen: Daher hat Formel-1-CEO Chase Carey das Ziel ausgegeben, dass der GP-Sport bis zum Jahr 2030 Klima-neutral wird.

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hatte den Stein ins Rollen gebracht, mit düsteren Worten über unsere Umwelt. «Es stimmt mich traurig, wenn ich daran denke, wo diese Welt hinsteuert. Unser Aussterben wird mehr und mehr wahrscheinlich, denn wir plündern unsere Ressourcen. Die Welt ist wirklich ein total kaputter Ort. Führende Politiker sind entweder ungebildet oder ihnen ist die Umwelt einfach schnuppe.»

Basierend auf den besorgten Worten von Lewis Hamilton über den Zustand unserer Welt vertiefte Sebastian Vettel im Rahmen des Mexiko-GP: «Es wäre dumm, wenn du ignorieren würdest, was mit unserer Welt passiert. Mir ist schon klar, dass wir mit unserer ganzen Reiserei einen ziemlich grossen Fussabdruck hinterlassen. Ich bin der Ansicht: Die Formel 1 als Sport müsste in Sachen Umweltbewusstsein mehr machen.»

«Das muss aber bei jedem Einzelnen beginnen. Jeder kann ein klein wenig dazu beitragen, und wenn alle Menschen so vorgehen würden, dann würde das weltweit einen enormen Unterschied erzeugen. Unsere Welt verändert sich, das kann keiner abstreiten, wir müssen umdenken, und je schneller wir umdenken, desto besser.»

Auf die Frage, ob die Rennfahrer dabei gewisse Politiker unterstützen, meint der vierfache Weltmeister: «Es geht nicht um Politiker, es geht um unseren Planeten. Die Politik hat versagt. Wir merken langsam, dass es in gewissen Bereichen kritisch wird. Hoffentlich kriegen die Entscheidungsträger das langsam auf die Rolle und finden Lösungen für die Zukunft. Aber letztlich liegt es an jedem Einzelnen von uns, etwas zu ändern. Ich unterstütze keine Politiker, ich unterstütze meine Umwelt. Und das sollte jeder machen, bevor es zu spät ist.»

Auch Formel-1-CEO Chase Carey und FIA-Präsident Jean Todt haben erkannt: Die Königsklasse kann sich einem bewussteren Umgang mit unserer Welt nicht verschliessen. Daher hat Carey das Ziel ausgegeben, dass die Formel 1 bis zum Jahr 2030 CO2-neutral wird.

Und darum geht es: Handlungen und Prozesse, durch welche Treibhausgase freigesetzt werden, haben eine die globale Klimakrise verstärkende, vereinfacht ausgedrückt Klima-schädigende Wirkung. Im Gegensatz dazu haben Handlungen und Prozesse, die keine Treibhausgasemissionen verursachen oder deren Emissionen vollständig kompensiert werden können, keine das Klima beeinflussende Wirkung; sie werden vereinfacht als Klima-oder Treibhausgas-neutral bezeichnet.

Als Zwischenziel hat Carey ausgegeben, bis in sechs Jahren alle Formel-1-Veranstaltungen nachhaltig durchzuführen – Einwegplastik wird verbannt, Müll wird wiederverwendet oder kompostiert, die Fans sollen umweltbewusster anreisen.

Chase Carey sagt: «In rund 70 Jahren Formel-1-Historie war unser Sport immer ein Pionier für Technik und Innovation, wir haben positive Beiträge zur Gesellschaft geleistet. Jetzt wollen wir auch in Sachen Umweltschutz mehr tun. Unsere aktuellen Turbohybrid-Antriebseinheiten sind schon heute die effizientesten der Welt. Mehr Leistung aus 100 Kilogramm Kraftstoff holt kein anderer Motor. Die Formel 1 kann erneut Leader der Autoindustrie sein und mit dem Wissen um Hybrid-Verbrennungsmotoren die Serie befruchten.»

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