Formel 1

Hintergrund: Das Safety Car der Formel 1

Von - 09.03.2015 22:15

Der GT S und der C 63 S, die neuen Performance-Automobile von Mercedes-AMG, sorgen in der Formel 1 für maximale Sicherheit. In Australien feiert der GT S als Official Safety Car sein Rennstreckendebüt.

Um das Formel 1 Feld sicher um den Kurs zu führen, wenn schlechte Witterungsverhältnisse oder Unfälle den Einsatz des Safety Cars nötig machen, ist der neue GT S das perfekte Fahrzeug. Der zweite von Mercedes-AMG in Eigenregie entwickelte Sportwagen bringt optimale Voraussetzungen für den harten Job in der Königsklasse des Motorsports mit. Das Frontmittelmotorkonzept mit Transaxle, der V8-Biturbomotor mit Trockensumpfschmierung, das Doppelkupplungsgetriebe und das hochentwickelte Fahrwerk mit Aluminium-Doppelquerlenkerachsen schaffen die Grundlage für schnelle Runden auf der Rennstrecke.

Exzellente Fahrdynamik liegt in den konzeptionellen Genen des Mercedes-AMG GT S: Der intelligente Aluminium-Leichtbau garantiert nicht nur ein geringes Fahrzeuggewicht, sondern auch einen tiefen Fahrzeugschwerpunkt und eine vorteilhafte Gewichtsverteilung von 47 zu 53 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse.

Bernd Mayländer (GER, 43 Jahre), seit 2000 Fahrer des Official Safety Car der Formel 1: «Fünf Jahre war der Flügeltürer SLS AMG mein Dienstwagen in der Formel 1. Jetzt freue ich mich auf den neuen Mercedes-AMG GT S, den ich bereits während der Entwicklungsphase kennenlernen durfte. Der neue AMG Sportwagen hat mich mit seiner hohen Rennstreckenperformance schon auf den ersten Kilometern begeistert und voll überzeugt.» Der ehemalige DTM-Pilot ist auch für die AMG Driving Academy als Instruktor und bei ausgewählten Events als Mercedes-Benz Markenbotschafter aktiv.

Anspruchsvolles Anforderungsprofil für das Safety Car

Hohe Kurvengeschwindigkeiten, dynamische Zwischenspurts und schnelle Rundenzeiten - das Anforderungsprofil der FIA für das Safety Car ist anspruchsvoll. Schließlich gilt es, die Rennwagen aus der Topklasse des Motorsports in Extremsituationen sicher um den Kurs zu führen. Dabei darf das Safety Car nicht zu langsam fahren, damit die Reifen und Bremsen der Formel 1 Fahrzeuge nicht zu stark abkühlen und die Motoren nicht überhitzen. Bernd Mayländer, der sich das Cockpit des Safety Cars zusammen mit dem FIA Kraftstoffanalyst Peter Tibbetts (GB, 59 Jahre) teilt: «Wir stehen mit dem Safety Car in der Boxengasse stand-by und warten auf das Kommando von der Rennleitung.» Wenn schlechtes Wetter oder Zwischenfälle einen sicheren Rennverlauf gefährden, bekommt das Safety Car Team den Einsatzbefehl.

Antriebsstrang auf gleichem Niveau wie bei der Straßenversion

Der Antriebsstrang des Official Safety Car der Formel 1 gleicht dem der Straßenversion des AMG GT S. Mit einer Höchstleistung von 375 kW (510 PS) und einem maximalen Drehmoment von 650 Newtonmetern ist der 4,0-Liter-V8-Biturbomotor Garant für hochkarätige Fahrleistungen: Der GT S benötigt 3,8 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h. Als akustische Geste an die Formel 1 Fans auf den Tribünen und vor den TV-Bildschirmen ist der GT S mit einer modifizierten Performance Abgasanlage ausgerüstet - so klingt der AMG V8-Motorsound noch markanter und emotionaler.

Die Rennstecken-Performance liegt in der DNA des Mercedes-AMG GT S, denn für die Verwandlung zum Official Safety Car der Formel 1 waren nur wenige Modifikationen nötig. Zu 100 Prozent im Serienzustand befindet sich beispielsweise das AMG SPEEDSHIFT DCT 7-Gang Sportgetriebe. Das DYNAMIC PLUS Paket, mit dem das Safety Car ausgerüstet ist, kann jeder GT S Kunde auf Wunsch zur weiteren Steigerung der Fahrdynamik wählen. Es umfasst dynamische Motor- und Getriebelager, eine spezifische Motorapplikation im DYNAMIC SELECT Fahrprogramm RACE und im manuellen Getriebemodus M. Zum Paket zählen außerdem eine straffere Feder-/Dämpferabstimmung, ein höherer negativer Sturz an der Vorderachse sowie eine adaptierte Sport-Parameterlenkung. Das Performance Lenkrad in Mikrofaser DINAMICA schwarz sowie gelbe Akzente im Kombiinstrument runden das AMG DYNAMIC PLUS Paket ab.

Das Safety Car steht auf besonders leichten Schmiederädern im Kreuzspeichen-Design mit vollintegrierter Radschraubenabdeckung: Auf den schwarz matt lackierten Schmiederädern mit glanzgedrehtem Felgenhorn sind Reifen in Seriendimension in 265/35 R 19 auf 9 x 19 (vorn) und 295/30 R 20 auf 11 x 20 (hinten) montiert. Auch diese Rad/Reifenkombination kann der Kunde als Wunschausstattung für den Mercedes-AMG GT und den GT S auswählen.

Auch die Keramik Hochleistungs-Verbundbremsanlage ist als Wunschausstattung für die GT Straßenversion erhältlich. Ihre Vorzüge: geringeres Gewicht, höhere Lebensdauer und noch bessere Standfestigkeit durch die Keramik-Bremsscheiben mit 402 Millimetern Durchmesser vorn und 360 Millimetern hinten.

Aerodynamisch optimierte Carbonhutze auf dem Dach

In optischer Hinsicht unterscheidet sich das Mercedes-AMG GT S Safety Car vom Serienfahrzeug vor allem durch die markanten FIA- und F1-Logos und den Leuchtbalken auf dem Dach. Er ist auf einer Carbonhutze platziert, die so gestaltet ist, dass sie dem Fahrtwind möglichst wenig Angriffsfläche bietet und gleichzeitig für eine aerodynamisch optimale Anströmung des feststehenden Heckflügels sorgt. Anordnung und Gestaltung von Carbonhutze und Leuchtbalken wurden in umfangreichen Windkanalversuchen festgelegt. Der Heckflügel entspricht exakt dem des Aerodynamik Pakets; es ist Bestandteil der besonders exklusiven «Edition 1».

Sämtliche Signalfunktionen im Leuchtbalken übernehmen reaktionsschnelle und sparsame LED. Die Funktionen im Überblick:

• Orange: Sobald das Safety Car zum Einsatz kommt, werden die orangen LED eingeschaltet. Das orange Blinklicht im Mittelteil und als Dauerlicht an den äußeren Enden des Leuchtbalkens bedeutet "absolutes Überholverbot."

• Grün: Sollte sich der GT S zu Beginn einer Safety Car Phase mitten im Feld einreihen, werden die zwei zentralen LED Platinen an Vorder- und Rückseite des Leuchtbalkens von orange auf grün geschaltet. Grün ist das Signal für alle Formel 1® Fahrer, das Safety Car zu überholen.

Auf dem Leuchtbalken befindet sich eine TV-Kamera, so wie sie auch bei den Formel 1 Rennwagen zum Einsatz kommt. Eine weitere Kamera befindet sich auf der Ablagefläche hinter den Sitzen.

Das spezielle Nummernschild am Heck mit Safety Car Schriftzug und orange/grünen LED ist mit dem Leuchtbalken synchron geschaltet und sorgt bei Dunkelheit oder Regen für zusätzliche Sicherheit. Eine weitere wichtige Signalfunktion haben die Scheinwerfer und Rückleuchten: Immer wenn das Safety Car auf der Strecke ist, sorgen sie mittels Impulsblinken für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Mehrere Bildschirme, WLAN und Sportschalensitze im Cockpit

Während sich Bernd Mayländer auf die Strecke konzentrieren muss und gleichzeitig das Formel 1 Feld im Rückspiegel beobachtet, ist Peter Tibbetts im Funkkontakt mit der Rennleitung. Mayländer und Tibbetts kommunizieren ebenfalls per Funk miteinander. Als Backup-Lösung für Notfälle ist ein zweites Funksystem im Cockpit integriert. Zur Beobachtung der Formel 1 Fahrzeuge dienen Peter Tibbetts zwei Touchscreen-Monitore. Auf dem linken Display ist beispielsweise das internationale TV-Signal zu sehen. Auf dem rechten Monitor kann wahlweise eine animierte Darstellung mit der aktuellen Position der auf der Strecke befindlichen Fahrzeuge oder aktuelle Rundenzeiten angezeigt werden. Das Datenmanagement der visuellen Kommunikationslösungen übernimmt ein InCar Hotspot mit WLAN-Funknetz.

Zusätzlich sind verschiedene FIA-spezifische Systeme, die auch in jedem Formel 1 Rennwagen vorhanden sind, installiert - etwa das Transpondersystem für die Zeitnahme, das hochauflösende GPS und die Einheitstelemetrie. Ebenfalls verbaut ist das «Marshalling System», es zeigt dem Fahrer mittels drei farbigen LED die Flaggensignale des jeweiligen Streckenabschnitts an. Im Safety Car und Medical Car ist das System mit einer zusätzlichen Funktion ausgestattet, dem sogenannten «Medical Warning Light». Sollte es auf der Strecke zu einem Unfall kommen, bei dem eine kritische Schwelle der G-Kräfte überschritten wird, blinken die LED mehrfach auf. So können sich Bernd Mayländer und Peter Tibbetts auf einen bevorstehenden Einsatz vorbereiten.

Um einen reibungslosen Ablauf des Rennwochenendes zu gewährleisten, werden alle Systeme mit dem Safety Car und Medical Car vor und während der Veranstaltung ausgiebig getestet.

Für maximalen Halt der Safety Car Besatzung sorgen Sechspunktgurte sowie Sportschalensitze mit AMG Wappen. Im Übrigen ist das Interieur des GT S auf Serienniveau. Der neue Mercedes-AMG GT S löst den SLS AMG ab, der seit 2010 als Official Safety Car im Einsatz war. In der vergangenen Saison kam der Flügeltürer bei zehn von 19 Rennen zum Einsatz und insgesamt 14-mal auf die Strecke.

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