Monaco: 10 verrückte Fakten zum Rennklassiker

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ein Hoch auf Williams: An den ersten GP-Sieger von 1929 erinnert dieses Denkmal

Ein Hoch auf Williams: An den ersten GP-Sieger von 1929 erinnert dieses Denkmal

Der Grosse Preis von Monaco: Jeder Rennfahrer will hier gewinnen, kein Teammitglied will hier arbeiten, jeder Rennfan träumt vom Glamour im Zauberlicht der Côte d’Azur.

Der Rennklassiker Monaco hat nichts von seiner Faszination verloren: Jeder Formel-1-Pilot träumt davon, dieses Rennen zu gewinnen, kein Grand Prix hat einen höheren Glamour-Faktor – selbst wenn die Teammitglieder das nicht unterzeichnen würden. So prachtvoll der Rahmen mit (hoffentlich) viel Sonne, träge im Hafen dümpelnden Yachten, glitzerndem Meer und mondänen Rennbesuchern sein mag, so umständlich sind die Arbeitswege, so chaotisch der Verkehr. Monaco ist trotzdem etwas ganz Besonderes, kein Wunder, zog es so viele Maler ins Zauberlicht der Côte d’Azur.

Und dann diskutieren die Fans natürlich leidenschaftlich über jede Menge skurriler Fakten zum berühmtesten Formel-1-Rennen der Welt. Mit den folgenden zehn Gesprächsankurblern können Sie im Smalltalk über Monaco locker punkten.

Der erste Monaco-GP 1929 wurde von Williams gewonnen, doch mit Frank Williams und seinem Team hat das gar nichts zu tun: Bugatti-Fahrer William Charles Frederick Grover-Williams (geboren 1903 in Montrouge, Frankreich) war ein britisch-französischer Autorennfahrer und SOE-Spion, der 1945 im KZ von Sachsenhausen hingerichtet wurde.

Der Monaco-GP ist der längste an Runden (78), aber der kürzeste an Renndistanz (260,52 km). Der Spritverbrauch ist daher kein Thema.

Vollgas wird im Fürstentum nur knapp 30 Sekunden lang pro Runde gegeben. Auch daher ist der Spritverbrauch kein Thema.

Der Aufbau der Rennstrecke dauert doppelt so lange wie der Abbau – jeweils sechs und drei Wochen. Die vielen tausend Einzelteile (Tribünen, Leitschienen, Zäune etc.) sind, Stück für Stück nummeriert, in Lagerhäusern rund um Monaco untergebracht.

Keiner gewann den Monaco-GP von weiter hinten: Olivier Panis startete 1996 vom 14. Startplatz und fuhr im Ligier zum Sieg. Nur einmal in den vergangenen zehn Jahren (also von heute bis 2004) wurde der Monaco-GP nicht von Pole gewonnen – von Lewis Hamilton 2008 (von Startplatz 3). Typisch Monaco, meinen Sie? Von wegen: In der Periode von zehn weiteren Jahren, also von 2003 rückwärts, gewann der Pole-Mann nur zwei Mal!

Typisch Monaco ist nur, dass hier alles Kopf stehen kann: Entweder die Rennen wurden gleich serienweise von Champions gewonnen (Senna sechs Mal, Schumacher fünf Mal, Graham Hill fünf Mal, Prost vier Mal, Moss drei Mal, Stewart drei Mal), oder zwischendurch siegten Fahrer, die nie über über den Monaco-Triumph hinauskommen sollten – wie obiger Panis, wie Jean-Pierre Beltoise 1972, wie Jarno Trulli 2004, wie Maurice Trintignant (1955 und 1958).

Die 6 ist jene magische Zahl, die Nico Rosberg Glück bringen soll: Es ist seine Startnummer, wir haben den 6. Lauf der Saison, und er ist einer von sechs Fahrern im Feld, die bereits in Monaco triumphieren konnten (neben Kimi Räikkönen, Fernando Alonso, Lewis Hamilton, Jenson Button und Sebastian Vettel).

Der einzige GP-Pilot mit null Monaco-Erfahrung ist Toro-Rosso-Fahrer Daniil Kvyat. Die anderen Monaco-GP-Rookies Marcus Ericsson und Kevin Magnussen sind bereits zwischen den Leitschienen des Fürstentums herumgezischt – der Schwede in der GP2, der Däne in der Formel Renault 3.5.

Ausgerechnet ein Monegasse hält den Rekord des ältesten Formel-1-WM-Piloten überhaupt: Bei seinem Heimrennen in Monaco 1958 war Louis Chiron bereits stattliche 58 Jahre alt!

Der Monaco-GP 1982 war jenes Rennen, das scheinbar keiner gewinnen wollte: Leader Alain Prost hagelte in Runde 74 (von 76) in die Leitschienen. Der neue Leader, Ricciardo Patrese im Brabham, drehte sich und würgte in der Loews den Motor ab. Nun führte Didier Pironi, doch dem Ferrari-Fahrer ging ausgangs des Tunnels der Sprit aus. Also sollte Andrea de Cesaris das Kommando übernehmen, doch auch dem Alfa-Fahrer ging der Sprit aus! Der neue Leader Derek Daly rollte mit kaputten Flügeln und Getriebe aus, nach einem Leitschienenkuss. Damit siegte – Riccardo Patrese, der von der Loews auf abschüssiger Bahn den Motor wieder in Gang bringen konnte. Pironi und de Cesaris wurden aufgrund der zurückgelegten Distanz als Zweite und Dritter gewertet.

Bilder vom verrückten Rennschluss 1982 sehen Sie hier:

Bilder vom ersten Monaco-GP 1929 sehen Sie hier:

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