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Adrian Newey: Token abgeschafft, nun Kostenexplosion?

​Red-Bull-Technikchef Adrian Newey befürchtet, dass die Abschaffung des umstrittenen Wertmarkensystems vor allem eines bedeutet: Es wird viel mehr Geld ausgegeben.

Formel 1

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Der Plan eines Wertmarkensystems in der Formel 1 für die Motorentwicklung, welche die Kosten senken und die Triebwerke einander angleichen sollte, ist gescheitert. Ab 2017 werden die vier Formel-1-Motorhersteller Mercedes-Benz, Ferrari, Renault und Honda wieder ohne das bisherige Entwicklungskorsett arbeiten.

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Als FIA-Präsident Jean Todt von den Motorherstellern günstigere Preise forderte (um das Überleben der kleineren Rennställe sicherzustellen), war eine Bedingung der Hersteller im Gegenzug – freie Entwicklung.

Renault-Sport-Geschäftsleiter Cyril Abiteboul sagte im Rahmen der Renault-Teamvorstellung in Paris: "Das Token-System wird verschwinden. Wir konnten darlegen, dass freie Entwicklung der bessere Weg ist, um Boden auf den Klassenersten gut zu machen. Ein Reglement, das die Leistung der Motoren diktiert, ist schlecht für alle."

Aber nicht alle fanden die kontrollierte Entwicklung in jeder Hinsicht verfehlt. Red-Bull-Technikchef sagt gegenüber Reuters Indien: "Die Konsequenz der Abschaffung des Wertmarkensystems bedeutet vor allem eines – es wird viel mehr Geld ausgegeben werden. Es treibt einem heute schon das Wasser in die Augen, was die Hersteller ausgeben. Wenn wir dann eine Firma haben wie Renault, die vielleicht nicht bereit ist, solche Summen auszugeben, dann würde das bedeuten, dass die Abstände zwischen den einzelnen Herstellern grösser, nicht kleiner werden."

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Renault-Chef Carlos Ghosn hat anlässlich der Teampräsentation vom 3. Februar allerdings davon gesprochen, dass man alle finanziellen und technischen Ressourcen verwenden werde, um in der Formel 1 wieder Erfolg zu haben. Red Bull Racing verwendet 2016 den gleichen Motor wie das Werksteam von Renault (das frühere Lotus).

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Das Token-System: Darum ging es

Zur Erinnerung: Im Reglement wurde verankert, dass bei der Einführung der neuen Turbomotoren ab 2014 mit so genannten Wertmarken ("token") der Motor schrittweise modifiziert werden sollen. Die vom Autoverband definierten 42 zur Modifikation freigegebenen Teile der Antriebseinheiten wurden dabei in Wichtigkeitsstufen eingeteilt (1, 2 und 3). Die Summe dieser einzelnen Komponenten betrug 66 Wertmarken. Die Motorenhersteller konnten nun selber entscheiden, wie sie ihre Wertmarken ausgeben wollten – je nach Entwicklungsbedarf eben.

Für neu entworfene Kolben oder einen anderen Lader wurden beispielsweise zwei Wertmarken fällig, für ein neues Zündsystem eine Wertmarke, Veränderungen am Brennraum hingegen fielen mit drei Wertmarken ins Gewicht.

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Fürs erste Evo-Jahr, also 2015, wurden dann theoretisch insgesamt 32 Wertmarken erlaubt, anders gesagt: gut die Hälfte des Motors durfte umgekrempelt werden (48 Prozent), immer im Rahmen des Erlaubten (Höhe des Blocks oder die Bohrung etwa waren tabu).

Dann aber sollte der Prozentsatz erlaubter Änderungen von Jahr zu Jahr rapide sinken: auf 38% in der Saison 2016, auf 30% 2017, auf 23% 2018 sowie auf je 5% 2019 und 2020. Die Anzahl jener Teile, an welchen überhaupt nichts geändert werden darf, betrug 2015 nur 8%, 2019 sollten es jedoch 95% sein!

Aber schon im Ansatz erwies sich das System als fehlerhaft.

Aufgrund einer verbalen Ungenauigkeit im Reglement wurde es möglich, innerhalb der Saison 2015 zu entwickeln. Gleichzeitig wurde klar, dass Mercedes-Benz die Hausaufgaben am besten gelöst hatte. Es drohte die Gefahr: Wenn die Entwicklung zu eingeschränkt ist, dann konserviert Mercedes den Vorsprung möglicherweise bis 2019.

Nach dem Aufweichen der Token-Regel wird sie nun ganz abgeschafft. Cyril Abiteboul: "Es ist auch eine Entscheidung, die dem Fan zu Gute kommen soll: Niemand versteht doch das ganze Token-System im Detail und die entsprechenden Strafen, wenn einzelne Teile ersetzt werden müssen."

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Schon zur Saison 2016 hin, so haben sich die FIA und die Motorhersteller verständigt, wird die Vorschrift abgeschafft, dass gewisse Teile der Antriebseinheiten ab einem bestimmten Zeitpunkt der Saison nicht mehr modifiziert werden dürfen. Das Strafensystem soll gleichzeitig übersichtlicher werden.

Die wichtigsten Termine

Präsentationen/Roll-out

15. Februar: Roll-out Mercedes (Silverstone, unbestätigt)

17. Februar: Red Bull Racing (in London, Team-Farben)

21. Februar: Präsentation McLaren-Honda (Ort unklar)

22. Februar: Präsentation HaasF1 (Circuit de Barcelona-Catalunya)

22. Februar: Präsentation Williams (Circuit de Barcelona-Catalunya)

22. Februar: Präsentation Manor (Circuit de Barcelona-Catalunya)

1. März: Neuer Sauber (Circuit de Barcelona-Catalunya)

Formel-1-Wintertests

22.–25. Februar: Spanien (Barcelona)

1.–4. März: Spanien (Barcelona)

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Formel-1-WM

20. März: Australien (Melbourne)

3. April: Bahrain (Sakhir)

17. April: China (Shanghai)

1. Mai: Russland (Sotschi)

15. Mai: Spanien (Barcelona)

29. Mai: Monaco (Monte Carlo)

12. Juni: Kanada (Montreal)

19. Juni: Aserbaidschan (Baku) *

3. Juli: Österreich (Spielberg)

10. Juli: Grossbritannien (Silverstone)

24. Juli: Ungarn (Budapest)

31. Juli: Deutschland (Hockenheim)

28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)

4. September: Italien (Monza)

18. September: Singapur

2. Oktober: Malaysia (Sepang)

9. Oktober: Suzuka (Japan)

23. Oktober: USA (Austin) **

30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)

13. November: Brasilien (Sao Paulo)

27. November: Abu Dhabi (Insel Yas)

* Strecke noch nicht homologiert

** Finanzierung noch nicht gesichert

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