Yamaha stellt Werks-Einsatz neu auf: Aus für MX2, Corvers und Hutten Metaal
Das MXGP-Werksteam wird künftig auf dem Yamaha Campus in Gerno di Lesmo in Italien zentralisiert, das MX2-Programm eingestellt. Die langjährige Zusammenarbeit mit Hans Corvers und Hutten Metaal endet.
Yamaha stellt sein Engagement in der Motocross-Weltmeisterschaft grundlegend neu auf. Ab 2027 wird sich der japanische Hersteller ausschließlich auf die Premium-Kategorie MXGP konzentrieren und den Werkseinsatz am Yamaha Campus in Gerno di Lesmo bündeln. Damit endet zugleich die Zusammenarbeit mit Hans Corvers und dessen Kemea-Team.
Abschied aus Genk
Das bisherige Yamaha-Werksteam unter der Leitung von Hans Corvers war im belgischen Genk beheimatet. Dort hatte Kemea zuletzt ein modernes, rund 3000 Quadratmeter großes Hauptquartier bezogen. Seit 2024 setzte die Mannschaft von dort aus auch das MXGP-Werksteam ein.
Zuvor hatte der Niederländer Louis Vosters mit seiner Wilvo-Struktur das Yamaha-Werksteam in der Königsklasse betrieben. Nun endet auch die Zusammenarbeit mit Corvers und Kemea. Yamaha übernimmt den Rennbetrieb selbst und verlagert die Verantwortung für Teamführung und technische Entwicklung von Belgien nach Italien.
Der Yamaha Campus in Gerno di Lesmo: Alles unter einem Dach
Der Yamaha Campus in Gerno di Lesmo gilt als eines der wichtigsten europäischen Zentren des Konzerns für Rennsport, Forschung und Unternehmensentwicklung. Er liegt nur wenige Kilometer nordöstlich des Autodromo Nazionale Monza und rund 25 Kilometer von Mailand entfernt.
Auf dem Campus sind Yamaha Motor Italy, Yamaha Motor Racing, Yamaha Motor R&D Europe und Yamaha Music Italy angesiedelt. Nach Angaben des Unternehmens ist Gerno di Lesmo weltweit der einzige Yamaha-Standort, an dem Motorräder, Rennsport, Forschung und Musik auf einem gemeinsamen Campus vereint sind.
Volle Konzentration auf die MXGP
Künftig werden auch die Entwicklung der MXGP-Maschinen und der Einsatz des Werksteams von Gerno di Lesmo aus gesteuert. Yamaha bündelt seine Ressourcen in der Königsklasse und beendet gleichzeitig sein Werksengagement in der MX2. Davon betroffen sein werden insbesondere die beiden lettischen Reisulis-Brüder.
«Das Yamaha Factory Racing MXGP-Team wird über eine neue, zentralisierte Struktur in unserer Motorsport-Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in Gerno di Lesmo operieren», erklärte Andrea Dosoli, Leiter der Motorsportabteilung von Yamaha Motor Europe. «Neben erhöhten Investitionen in die MXGP werden wir unser Werksengagement in der MX2 mit sofortiger Wirkung beenden und unsere Programme in der EMX250 und EMX125 neu strukturieren.»
Abschied von Hans Corvers
Dosoli würdigte zugleich die Verdienste der bisherigen Mannschaft: «Ich möchte Hans Corvers und dem Kemea-Team meinen aufrichtigen Dank für ihren Beitrag zu Yamahas Erfolgen in der MXGP und MX2 aussprechen. Ihre Arbeit war maßgeblich am Gewinn der MX2-Weltmeisterschaft 2021 mit Maxime Renaux sowie an vier Herstellertiteln für Yamaha beteiligt.»
Auch Hutten Metaal ist betroffen
Von der Neuordnung ist ebenfalls das niederländische Hutten-Metaal-Team betroffen, das für Yamaha in der MX2 und zuvor in den Europameisterschaftsklassen antrat.
«Ich möchte auch Wim Hutten und dem Hutten-Metaal-Team für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Professionalität danken», erklärte Dosoli. «Ihre Arbeit spielte eine entscheidende Rolle bei Yamahas Erfolgen, insbesondere in der EMX250 mit den Titelgewinnen von Thibault Benistant, Rick Elzinga und Andrea Bonacorsi seit 2020.»
Zukunft von Corvers offen
Wie es mit Hans Corvers und Kemea weitergeht, ist derzeit unklar. Offen ist, ob die belgische Mannschaft mit einem anderen Hersteller in der Motocross-WM weitermacht oder ihren Rennbetrieb beendet.
Auch das Management und die vollständige Fahreraufstellung des neuen, direkt von Yamaha Motor Europe geführten MXGP-Werksteams stehen noch nicht fest. Weitere Einzelheiten will Yamaha zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.
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