Pedro Acosta (5.) über Reifendruck-Schauspiel - «Wir sehen aus wie Esel»
Beste-Nicht-Aprilia, aber WM-Rang 4 verloren: Pedro Acosta holte Rang 5 im Rennen, ärgerte sich in Mandalika aber über die Reifendruck-Regel und die Ansprüche der MotoGP an Ihre Fahrer.
Wer den GP von Mandalika verfolgte, sah über weite Strecken im Kampf um Position 4 ein Schauspiel, das mit Racing wenig zu tun hatte. Pedro Acosta (KTM) und Marc Marquez (Ducati) tauschten immer wieder die Positionen, allerdings nicht im Zweikampf, sondern einvernehmlich.
Mal blickte der KTM-Pilot über die Schulter und ließ den Weltmeister vorbei, mal tat Marquez dasselbe. Beide kämpften auf freier Strecke mit niedrigem Vorderreifendruck und suchten im Windschatten des anderen die nötige Abwärme. Acosta brachte seine Gedanken zu der seit Jahren diskutierten Regel klar zum Ausdruck: «Wir sehen aus wie Esel.»
Der ständige Platztausch mit Marc Marquez kostete am Ende Rang 4
Dabei hatte der Spanier eine starke Aufholjagd hingelegt. Mit einem sehenswerten Manöver in Kurve 10 schob er sich früh in die Top-7, später schnappte er sich auch Marc Marquez. Doch kaum lag Acosta vorne, begann das Problem mit dem Reifendruck. «Wenn ich hinten war, war es okay. Aber wenn ich vorne war, war es erst gut, und später nicht mehr», schilderte er.
Das ständige Hin und Her kostete Zeit, und Ai Ogura (Aprilia) kam heran. In der Schlussphase ging der Japaner an den beiden vorbei. «Das hat mir die Möglichkeit genommen, in den Top-4 zu landen», sagte Acosta. Am Ende wurde er Fünfter und damit bester Fahrer hinter vier Aprilia. Insgesamt sei es besser als im Sprint gelaufen, man habe das Chattering in den Griff bekommen, auch wenn er im zweiten Sektor weiterhin Probleme hatte.
Regelwerk und neue Strafen bringen Acosta in Rage
Für die Reifendruck-Regel hat Acosta einen klaren Vorschlag. «Ich verstehe, dass wir einen Mindestdruck haben sollten. Aber man kann nicht kontrollieren, was die anderen tun», sagte er und verwies auf Jorge Martin, der im Sprint unerwartet ohne Vordermann geführt hatte. Seine Lösung: «Wir sollten den Mindestdruck vor dem Start in der Startaufstellung haben.» Danach sollte es keine Auswirkungen mehr auf das Rennen geben.
Noch deutlicher wurde er bei einer neu angekündigten Strafe von 5000 Euro für verpasste Promotion-Termine. «Ich bin dagegen. Man kann einen Fahrer nicht zu etwas zwingen», stellte Acosta klar. Als Beispiel nannte er Raul Fernandez (Aprilia), der sich mit seinen gebrochenen Fingern um Wichtigeres kümmern müsse.
Grundsätzlich warnte Acosta: «Die Karrieren der Jungs werden immer kürzer, wegen des Stresses, den wir haben.» Dass sich die Fahrer geschlossen wehren, glaubt er allerdings nicht. Jeder schaue auf seine eigenen Interessen, auch Teams und Hersteller.
In der WM-Wertung kostete ihn Oguras später Angriff Rang 4. Mit 258 Punkten liegt Acosta allerdings nur einen Zähler hinter dem Trackhouse-Piloten.
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