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36 Siege für Aruba-Ducati: Sam Lowes sieht Unterschiede zwischen Werks- und Kundenmotorrädern. Im Exklusivgespräch nennt der Marc-VDS-Pilot seine Beobachtungen – und die Grenzen seiner Einschätzung.
Die Superbike-WM 2026 endete mit einer beispiellosen Bilanz für Aruba-Ducati: Nicolo Bulega gewann 32 Rennen, Teamkollege Iker Lecuona die übrigen vier. Bei 31 der 36 Läufe belegten die beiden Werkspiloten die Plätze 1 und 2. Ducati sicherte sich mit 744 Punkten die maximal mögliche Ausbeute in der Herstellerwertung.
Auch die Ducati-Privatfahrer fanden gegen diese Dominanz kein Mittel. Doch wie groß ist der Unterschied zwischen den Motorrädern tatsächlich? Im Exklusivgespräch mit SPEEDWEEK.com schilderte Sam Lowes seine Zweifel daran, dass die Voraussetzungen auf der Strecke identisch sind.
Bei Weltmeister Bulega erkennt Lowes zunächst ausdrücklich einen fahrerischen Vorteil an. «Ich würde sagen, dass Bulega einen Schritt voraus ist, unabhängig vom Motorrad», stellte der Brite klar.
Eine Begegnung mit Lecuona in Magny-Cours blieb ihm dennoch besonders in Erinnerung. «Als ich dort mit Iker kämpfte, konnte man ziemlich deutlich sehen, wie leicht er mich wieder überholte, nachdem er einen Fehler gemacht hatte. Das war selbst für mich etwas entmutigend. Ich hatte das Gefühl, dass er mich mit etwas mehr Beschleunigung und einer etwas feiner abgestimmten Elektronik so leicht überholen konnte», erklärte Lowes.
Für ihn ist es schwierig, seine Eindrücke von außen technisch einzuordnen. Die Aussagen aus dem Werkslager überzeugen ihn angesichts seiner Erfahrungen aber nicht vollständig. «Wenn man mit ihnen spricht, sagen sie einem immer, dass alles gleich ist. Aber wenn man sich Fahrer anschaut, die von einem Werksmotorrad auf ein Kundenmotorrad gewechselt sind, lief es immer deutlich schlechter. Ich schaue auf Rinaldi oder Bautista: Der Unterschied ist groß», argumentierte der Ducati-Privatfahrer.
Die Ergebnisse allein belegen allerdings nicht, welche Rolle das Material spielt. Auch das Teamumfeld und die Abstimmungsarbeit beeinflussen die Leistungsfähigkeit. Lowes betonte seinerseits, dass seine Kritik keine grundsätzliche Unzufriedenheit mit dem eigenen Motorrad bedeute. «Ich bin mit meinem Paket zufrieden. Aber diese Klasse ist nicht wie die MotoGP. Dort sind es alles Werksmotorräder. Im schlechtesten Fall hat man das Werksmotorrad des Vorjahres. Das ist eine völlig andere Kategorie», hielt er fest.
Dass die Motorräder grundsätzlich gleich sein sollten, stellte er nicht infrage. «Theoretisch sollten sie wohl gleich sein, ja», antwortete der Brite. Ducati vertritt die Position, dass Kunden gegen entsprechende Bezahlung auch das Material des Werksteams erwerben können. Lowes würde die Frage deshalb am liebsten mit einem direkten Vergleich auf der Strecke beantworten.
«Ich glaube, wenn man meine Startnummer 14 auf ihr Motorrad klebt und mich einen Turn fahren lässt, würde ich nicht dieselbe Rundenzeit fahren wie auf meinem Motorrad. Das ist meine Meinung», erklärte er. Wo er den Unterschied wahrnimmt, konnte Lowes knapp benennen: «Geschwindigkeit und Beschleunigung», sagte der Marc-VDS-Pilot.
Ob dahinter mehr Traktion, mehr Motorleistung oder ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren steckt, ließ er ausdrücklich offen. «Ich weiß es nicht. Das lässt sich unmöglich sagen», räumte Lowes ein, der die Saison als WM-Vierter beendete und damit unterm Strich zweitbester Ducati-Privatfahrer war.
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