Greaves Motorsport holt den Meistertitel in der ELMS

Von Oliver Müller
ELMS
Der Meisterwagen von Greaves Motorsport: Ein Gibson 015S

Der Meisterwagen von Greaves Motorsport: Ein Gibson 015S

Packendes Finale der European Le Mans Series. Greaves Motorsport mit Gary Hirsch, Björn Wirdheim und Jon Lancaster sichert sich die Meisterschaft. Jota Sport und Rennsieger Thiriet by TDS im Titelrennen knapp geschlagen.

Was für eine Spannung, was für ein Rennen und welch toller Motorsport. Mit einem grandiosen Finale ging die European Le Mans Series im portugiesischen Estoril zu Ende. Nach unzähligen Positionsverschiebungen auf der Strecke und somit auch im Gesamtklassement der Meisterschaft fuhren Gary Hirsch, Björn Wirdheim und Jon Lancaster zum Titel im europäischen Championat, das zu grossen Teilen nach dem technischen Reglement der 24 Stunden von Le Mans ausgetragen wird. Das Greaves-Motorsport-Trio kam final auf 93 Zähler und lag damit nur zwei Punkte vor Thiriet by TDS Racing (91) und vier vor Jota Sport (89). Durch den Meistertitel sicherte sich Greaves Motorsport auch einen garantierten Startplatz bei den 24 Stunden von Le Mans 2016.

Eigentlich ging Jota Sport mit Simon Dolan/Filipe Albuquerque/Harry Tincknell als Favorit in das letzte Rennen der ELMS-Saison 2015. Das Team um Audi-LMP1-Fahrer Albuquerque und Nissan-LMP1-Pilot Tincknell führte die Meisterschaft vor dem Wochenende mit einem Zähler Vorsprung an. Durch das Erreichen der Pole-Position kam am Rennmorgen noch ein weiterer Punkt auf das Konto der Mannschaft. Albuquerque startete das Rennen und übergab den Gibson 015S mit knapp 30 Sekunden Vorsprung an Gentleman-Pilot Dolan. Alles schien für Jota Sport zu laufen.

Doch dann überschlugen sich die Ereignisse: Trotz teilweise blauem Himmel um die Strecke kam wie aus dem Nichts ein heftiger Regenschauer nieder. Jota-Sport-Fahrer Dolan rutsche in Führung liegend ins Kiesbett und musste gleich darauf zum Reifenwechsel in die Box. Es wurde eine 'Full Course Yellow' ausgerufen. Und Dolan hatte auf einmal 90 Sekunden Rückstand auf den zwischenzeitig führenden BR01 von Victor Shaytar. Er fand sich auf Platz sieben wieder, wurde wenig später sogar überrundet und war so gut wie aus dem Titelrennen. Plötzlich stand der Gibson 015S von Greaves Motorsport hoch im Meisterschaftskurs.

Doch weitere Full-Course-Yellow-Neutralisierungen hielten das Pendel im Titelkampf in ständiger Bewegung. Dazu kam, dass die beiden russischen BR01 in Estoril sehr gut aufgelegt waren und somit nicht nur im Kampf um den Rennsieg sondern als Folge auch in der Gesamtwertung sich zum Zünglein an der Waage entwickelten. Immer stärker wurde im Rennverlauf auch der Oreca 05 von Thiriet by TDS Racing, der sich kontinuierlich nach vorne arbeiten konnte. Immer wieder aufkommende kurze Regenschauer brachten kontinuierlich Unruhe ins Feld. Als Harry Tincknell dann bei einem Boxenstopp weitere zehn Sekunden verlor, war der Jota Sport-Gibson eigentlich endgültig aus dem Titelrennen - und der Gesamtsieg von Greaves Motorsport schon so gut wie in trockenen Tüchern.

Doch dann der Schock für die Greaves-Truppe: Aufgrund eines zu früh geöffneten Sicherheitsgurts beim Boxenstopp wurde deren Teammanager zum Rapport zur Rennleitung beordert. Tincknell im Jota-Wagen witterte plötzlich wieder eine Meisterschaftschance und holte mit kontinuierlich schnellen Rundenzeiten alles aus seinem Wagen heraus. Als das Greaves-Auto dann tatsächlich zur Stop&Go-Strafe in die Box gerufen wurde, machte sich auf einmal auch die inzwischen führende Thiriet by TDS-Mannschaft Hoffnungen auf den Titel. Doch die wurden nicht erfüllt. Denn Greaves Motorsport konnte trotz Strafe den zweiten Platz im Rennen halten und somit die Gesamtwertung der Meisterschaft gewinnen.

Durch den Laufsieg von Pierre Thiriet/Ludovic Badey/Nicolas Lapierre kletterte die Thiriet by TDS Racing noch auf zweiten Platz in der Meisterschaft. Jota Sport kam knapp hinter dem BR01 von Aleshin/Ladygin/Shaytar auf Platz vier ins Ziel und musste sich somit nur mit Platz drei in der Jahreswertung begnügen.

Den Rennsieg in der GTE-Klasse sicherte sich das BMW Team MarcVDS mit Andy Priaulx/Henry Hassid/Jesse Krohn, die damit hinter dem Ferrari 458 Italia von Formula Racing auch noch Zweiter in der Meisterschaftswertung der Klasse wurden. Für das MarcVDS-Team war es der letzte Auftritt im Vierrad-Motorsport. Nach vielen erfolgreichen Jahren hatte man vor geraumer Zeit entschieden, sich nur noch auf Motorradsport konzentrieren zu wollen.

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