Günther Steiner über Max Verstappen: «Das ist schon ein wenig kindisch»
Max Verstappen hat aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht, was seine Gefühle für die 2026er Rennwagen angeht. Ex-Haas-Teamchef Günther Steiner findet das alles ein wenig übertrieben.
Formel-1-Champion Max Verstappen hat sich nach dem Grossen Preis von China richtig in Rage gesprochen. Er sagt über das neue Reglement und die 2026er Rennwagen: «Also wenn jemand das mag, dann hat er wirklich keine Ahnung, wie unser Sport sein sollte. Das macht überhaupt keinen Spass. Das ist wie Mario Kart spielen. Das ist doch kein Rennsport!»
«Du holst auf, dann geht dir auf der nächsten Geraden der Saft aus, und dein Gegner zieht wieder an dir vorbei. Für mich ist das einfach nur ein Witz.»
«Das wird den Sport am Ende ruinieren. Dieses Reglement wird den Leuten noch auf die Füsse fallen. Mein Standpunkt ist – solange wir sicherstellen können, dass wir an Lösungen arbeiten, die wirklich helfen, ist schon viel gewonnen. Es wird zwar schwierig sein, alle zu überzeugen. Manche glauben, jetzt im Vorteil zu sein und wollen das nicht verlieren. Das verstehe ich, ich bin ja nicht dumm, aber gleichzeitig ist das alles aus sportlicher Sicht nicht gut.»
Günther Steiner hat sich die Tirade des Niederländers und von Fahrern wie Lando Norris und Carlos Sainz angehört und bezieht dazu Stellung bei TalkSport. Der langjährige Teamchef des Haas-Rennstalls sagt zum gegenwärtigen Unmut: «Das ist nicht das Problem des neuen Reglements, sondern eine Folge der Tatsache, dass einige Rennställe die Arbeit nicht auf die Reihe bekommen haben.»
Der 60-jährige Südtiroler weiter: «Wenn etwa beide McLaren das Rennen gar nicht erst aufnehmen können, dann kann man das doch nicht dem Reglement ankreiden. Immerhin sind die meisten anderen Wettbewerber ins Rennen gegangen.»
Kindischer Wutanfall
Zur harschen Kritik von Max Verstappen meint der Meraner im englischen Originalton: «Max throws the toys out of the pram quite quickly if things don't go his way.»
Die Spielzeuge aus der Wiege schmeissen, das ist die hübsche Umschreibung der Briten für einen kindischen Wutanfall, fürs Ausflippen, für eine beleidigte Trotzreaktion, für ein Benehmen wie ein Kind, das nicht bekommt, was es will.
Steiner: «Guter Job von Red Bull Powertrains-Ford und Audi»
Steiner: «Max ist unglücklich damit, wo er mit seinem Auto steht. Aber gleichzeitig müssen wir Red Bull Racing hoch anrechnen, dass sie hier mit dem eigenen Motor antreten, und bei einer so komplexen Technik wäre es schon vermessen gewesen zu glauben, dass die von Anfang an siegfähig sind. Also ich finde, Red Bull Powertrains-Ford und auch Audi machen mit den brandneuen Antriebseinheiten einen guten Job.»
«Aber Max reagiert halt manchmal heftig, wenn es nicht läuft. Vielleicht mag Verstappen keine Veränderungen. Und wenn man es gewohnt ist, in einem siegfähigen Auto zu sitzen, dann ist es nicht leicht zu verdauen, wenn dem nicht mehr so ist.»
«Klar hat derzeit jeder seine Meinung zum neuen Reglement. Ich sage – noch ist alles sehr neu, die Entwicklung wird rasant voranschreiten. Die Teams befinden sich in einer steilen Lernkurve. Ich fand den gebotenen Sport an den ersten zwei GP-Wochenenden nicht übel. Und letztlich geht es doch darum, nicht wahr?»
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