Stefan Johansson: «Ferrari ist noch nicht erledigt»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ex-Ferrari-Fahrer Stefan Johansson (60) spricht über den WM-Kampf zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton, zwischen Ferrari und Mercedes. So geht es gemäss des Schweden weiter.

Die Formel 1 befindet sich noch in der Sommerpause, das gibt viel Zeit zum Nachdenken, auch dem früheren Ferrari- und McLaren-Piloten Stefan Johansson. Der 60jährige Schwede verfolgt aufmerksam das tolle WM-Duell zwischen den Weltmeistern Sebastian Vettel und Lewis Hamilton, es steht vor dem Belgien-GP (27. August) 202:188 für den Deutschen, nachdem Hamilton mit seinem Sieg in England bis auf einen Punkt aufgeschlossen hatte. Also wie geht das weiter?

Johansson, WM-Fünfter 1986, sagt in seinem Rennblog: «Nach dem Rennen in Silverstone berichteten viele Medien wie üblich, Ferrari sei erledigt, sie steckten in einer Krise und all das. Nur weil Vettel seit Monaco keinen Grand Prix mehr gewonnen hatte. Gut, in England war Mercedes besser, dazu hatten sie das Pech mit den Reifenschäden. Aber Fakt ist: Ferrari ist noch lange nicht erledigt, wie ihre Vorstellung in Ungarn unterstrichen hat – sie haben das Qualifying dominiert, sie haben einen blitzsauberen Doppelsieg eingefahren.»

«Ich weiss, ich habe das jetzt schon ein paar Mal betont, aber ich glaube eben wirklich daran: Sebastian Vettel war im vergangenen Jahr bei der Testarbeit mit Pirelli fleissig wie kein anderer Fahrer, und das zahlt sich aus. Es ist offensichtlich, dass Ferrari beim Umgang mit den Reifen einen Vorteil hat. Es muss doch jedem einleuchten, dass Ferrari mehr über die Reifen lernt, wenn ein Weltmeister wie Vettel bei der Arbeit mit Pirelli am Lenkrad sitzt und nicht ein Nachwuchsfahrer.»

«Inzwischen aber hat sich in der WM die Situation geändert. Ich sehe, dass Mercedes beim Verständnis der Reifen Boden gut gemacht hat. Es scheint Hamilton und Bottas leichter zu fallen, die Pirelli ins bestmögliche Arbeitsfenster zu bringen. Aber auch das bedeutet nicht, dass die WM nun entschieden ist. Nein, ich glaube vielmehr, das wird bis zum letzte Rennen in Abu Dhabi weiter gehen.»

Valtteri Bottas hat sich mit zwei Pole-Positions und zwei Siegen in der ersten Saisonhälfte sehr gut geschlagen, realistisch ist der Finne mit 169 Punkten auf dem Konto der einzige Pilot, der Vettel und Hamilton den Titel noch streitig machen kann. Alle im Fahrerlager sind überzeugt: Es wäre komplett unverständlich, Bottas keinen neuen Vertrag zu geben.

Auch Stefan Johansson findet: «Ich erkenne keinen Grund, warum Mercedes am Fahrerduo etwas ändern sollte. Ich bin der Ansicht, dass Bottas einen phänomenalen Job gemacht hat. Die Situation ist für das Team ideal – die Harmonie im Team stimmt, und dennoch ist Bottas schnell genug, um Hamilton hellwach zu halten. Wie gut die Stimmung bei Mercedes ist, beweist der Platztausch in Ungarn. Glaubt wirklich jemand, Hamilton hätte so etwas für Nico Rosberg getan? Lewis hat sich dazu entschlossen, drei Punkte herzuschenken. Damit ist ein gewisses Risiko verbunden. Wenn ich also davon ausgehe, dass der WM-Kampf bis zum Finale von Abu Dhabi führt, dann kann es durchaus sein, dass diese drei Punkte am Schluss den Ausschlag über Titel oder Niederlage geben.»

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Mathias Brunner
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