Unter Beobachtung: Der Ferrari-Trick mit der Batterie

Von Rob La Salle
Formel 1

Die FIA hat das Energierückgewinnungssystem von Ferrari genau unter die Lupe genommen und für legal befunden. Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting erklärt, was die Scuderia anders macht.

Ferrari musste sich in den letzten Wochen gleich mehrmals erklären, weil die Konkurrenz die Legalität des Ferrari SF71H in Frage stellte. Die jüngsten Vorwürfe drehen sich um die Nutzung der Batterie beim Energierückgewinnungssystem, durch die kurzfristig mehr Leistung als 160 PS zur Verfügung stehen soll.

Bereits beim vierten Rennwochenende in Baku sahen sich die FIA-Verantwortlichen die ERS-Lösung des Teams aus Maranello genauer an. Und auch beim darauffolgenden Kräftemessen in Barcelona stand das System der Scuderia unter Beobachtung. Es dauerte etwas, bis die Experten des Automobilweltverbands die Idee hinter dem System gänzlich verstanden hatten, wie Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting in einer britischen Medienrunde freimütig einräumte.

Der Brite sagte im Interview mit Sky Sports F1: «Wir müssen diese Dinge auch verstehen und das ist gar nicht so einfach.» Und er betonte: «Nach dem Trainingsdonnerstag konnten wir endlich sagen, dass wir alles verstanden haben. Ferrari war uns dabei eine grosse Hilfe.»

Und im Gespräch mit Autosport verriet Whiting: «Wir wollen nicht jedes Mal durch diese Prozedur gehen, deshalb wollen wir zusätzliche Messmethoden einführen.» Dies dauere aber eine Weile, deshalb wird zunächst einmal die Software angepasst, mit der die ERS-Leistung kontrolliert wird.

Der GP-Rennleiter und Sicherheitsbeauftragte der FIA erklärte auch, was das Ferrari-ERS so besonders macht: «In Kanada wird es eine Änderung bei der Software geben. Wir wollen dabei die genauen Unterschiede zwischen den beiden Batterie-Hälften von Ferrari ermitteln. Denn darum dreht sich das Ganze: Andere Systeme behandeln den Energiespeicher als eine Batterie, bei Ferrari ist es in zwei Batterien aufgeteilt. Ich denke, ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass das der grundsätzliche Unterschied ist.»

Sebastian Vettel nahm die jüngsten Diskussionen um die Legalität seiner roten Göttin gelassen: «Gerüchte gibt es immer. Ich vertraue Ferrari. Ich vertraue darauf, dass wir das Richtige machen. Ich vertraue auch der FIA, dass sie eingreifen würde, wenn sie etwas sähe, das ihr nicht gefällt.»

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