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Corteses Crew-Chief: «Sandro ist kein Anfänger»

Von Sharleena Wirsing
Alfred Willeke arbeitete viele Jahre mit Tom Lüthi zusammen, 2016 war er für Axel Pons im AGR-Team zuständig. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com erklärte er, wie er sich die Zusammenarbeit mit Sandro Cortese vorstellt.

Als neuer Crew-Chief für Sandro Cortese wird 2017 der erfahrene Alfred Willeke fungieren, der jahrelang mit Tom Lüthi und Suter zusammengearbeitet hatte. In Valencia absolvierten sie bereits ihren ersten gemeinsamen Test für das Team Dynavolt Intact GP.

«Jeder Fahrer ist ein bisschen anders», weiß Willeke. «Das habe ich gesehen, als ich von Tom [Lüthi] zu Axel [Pons] wechselte. Für Axel waren manche Sachen ganz egal, die für Tom lebenswichtig waren. Die Hinterhand des Motorrads war für Axel beispielsweise recht unwichtig, dafür konnte er mit Front-Settings, die für Tom ganz gut gepasst hätten, nichts anfangen. Jeder Fahrer braucht etwas anderes. Das ist kein Unterschied wie Tag und Nacht, aber die kleinen Unterschiede sind in der Moto2-Klasse eben ausschlaggebend. Ich muss herausfinden, was Sandro braucht.»

Corteses letztjähriger Crew-Chief Lucio Nicastro hatte mehr Konzentration in der Anfangsphase der Rennen und eine andere Herangehensweise an die Trainings und die Qualifyings vom 26-Jährigen gefordert. Cortese sollte es vermeiden, anderen Fahrern im Qualifying zu folgen. Wirst du das fortführen? «Das muss ich jetzt erst herausfinden, was Sandro braucht und wie sein Fahrstil ist. Natürlich wird er seinen Fahrstil auch an die Suter anpassen müssen. Ich habe aber keinen Zweifel daran, dass er das kann. Er ist schließlich kein Anfänger. Was das Hinterherfahren betrifft... Natürlich gibt es Rennstrecken, auf denen der Windschatten sehr hilfreich ist, wie in Mugello. Doch das Ziel ist natürlich, alleine schnell zu sein. Wenn dann der passende Windschatten hinzukommt, hat man die entscheidenden zwei Zehntel, um ganz vorne dabei zu sein», erklärte Willeke.

Hast du dir die Daten von Cortese aus der Saison 2016 schon vor dem Valencia-Test angesehen, um seinen Fahrstil besser zu verstehen? «Nein, ganz bewusst nicht. Ich wollte ganz unvoreingenommen an die Sache herangehen. Doch es wird der Zeitpunkt kommen, an dem ich sie mir ansehe. Den Valencia-Test wollte ich wie ein weißes Blatt Papier angehen. Natürlich habe ich schon eine Vorstellung, wo wir hin müssen. Aber jeder Fahrer braucht ein bisschen was anderes. Ich wollte zuerst ganz unverfälschte Eindrücke sammeln.»

Natürlich beginnt für dich mit Cortese ein neues Projekt, doch du gehst sicher mit einer gewissen Erwartungshaltung in diese Zusammenarbeit mit einem Ex-Moto3-Weltmeister? «Ja, ich will nicht über mögliche und unmögliche Erwartungen sprechen. Es wäre nicht zielführend, gewisse Positionen in der Gesamtwertung oder Ähnliches in den Raum zu werfen. Dafür ist diese Klasse auch viel zu eng. Das würde auch keinem helfen. Ich gehe diese Zusammenarbeit wirklich offen an. Natürlich ist es unser Ziel, so gut wie möglich dabei zu sein. Die Zielsetzung lautet nicht, auf Platz 15 zu landen. Das ist klar. Jetzt aber die Top-5 zu nennen, würde keinen Sinn machen.»

Das würde auch unnötig Druck aufbauen? «Natürlich, das auch. Der Druck ist und wird immer da sein. Und diesen Druck brauchen wir auch. Es gibt meiner Meinung nach positiven und negativen Druck. Der negative schadet, der positive – der aber auch Druck ist – bringt dich weiter. Er treibt dich an», weiß Willecke.

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