MX-Rückblick 2015-3: Villopoto siegt, Roczen out

Von Thoralf Abgarjan
Motocross

Der März der letzten Saison ist geprägt vom Aus für Ken Roczen (Suzuki) in der Supercross-WM und vom ersten WM-Erfolg von Ryan Villopoto (Kawasaki), während Max Nagl seine WM-Führung vorerst an Clement Desalle abgeben muss.

Der März 2015 beginnt mit dem zweiten Rennen im Georgia Dome von Atlanta, wo Roczen bereits im Februar zweimal heftig stürzte. Für den Deutschen ist und bleibt Atlanta kein gutes Pflaster, denn er hatte erneut einen schweren Tag im Georgia Dome: Bereits im Training verdrehte er sich den linken Fuß und verletzte sich dabei die Bänder. Mit diesem Handicap war mehr als ein achter Platz nicht drin. In der WM fällt der Deutsche nach der neunten von 17 Runden auf Platz 3 hinter Ryan Dungey und Trey Canard zurück, während der spätere Champion, Ryan Dungey, seinen Vorsprung weiter ausbauen kann.

Ryan Dungey, «the Diesel», setzt sich mit einem weiteren Sieg in Runde 10 der Supercross-WM ab. Für Ken Roczen endet das Rennen und die Supercross-Saison im Infield des legendären Daytona International Speedway bereits im Qualifikationstraining. Er verletzt sich seinen in Atlanta angeschlagenen linken Fuß erneut - an Fahren ist nicht mehr zu denken.

Eli Tomac schiebt sich in der WM-Zwischenwertung am Deutschen vorbei, Roczen fällt in der Meisterschaft zurück und Blake Baggett holt das erste 450er-Podium seiner Karriere. Zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht klar, was später zur bitteren Gewissheit wird: Für Roczen ist die Supercross-WM 2015 in Daytona beendet.

Tomac gewinnt Supercross-WM-Lauf 12 von Detroit und der spätere Champion Dungey sammelt auf Rang 2 weiter fleißig Punkte. Dungey siegt auch in St.Louis und setzt sich in der Meisterschaft bereits deutlich ab. Sein einziger Verfolger ist nun Tomac, doch mit 80 Punkten Rückstand in 4 verbleibenden Rennen sind seine Chancen nur noch theoretischer Natur.

Die WM geht in der schwülen Gluthitze von Thailand in ihre zweite Runde. Der erste MX2-Lauf wird für mehrere Fahrer zum Höllenritt: Auf den letzten Metern kollabieren mehrere Piloten und bleiben am Boden liegen. Sieger Jeffrey Herlings erwischt es erst nach der Zieleinfahrt und er muss mit mehreren Kübeln Wasser am Boden gekühlt werden. Weltmeister Jordi Tixier ist ebenfalls vollständig dehydriert, verliert komplett die Nerven, wird handgreiflich, wodurch er sich eine disziplinarische Strafe in Form einer Sperre einhandelt. Die Frage, ob man unter solch brutalen Verhältnissen ein Rennen überhaupt hätte starten dürfen, wird von den Organisatoren mit einer um 5 Minuten verkürzten Renndistanz im zweiten Lauf beantwortet. Nach dem Treibstoff-Skandal von 2014 liegt also auch 2015 ein dunkler Schatten über dem Grand-Prix von Thailand und selbst Youthstream-Präsident Guiseppe Luongo räumt später ein, dass das Rennen in Thailand die «Ausnahme der ansonsten erfolgreichen Überseerennen» gewesen sei.

Nach seinem kapitalen Fehlstart in Katar erringt Ryan Villopoto (Kawasaki) den ersten Lauf- und Grand-Prix-Einzelerfolg seiner Karriere.

Es wird sein Einziger bleiben.

Villopoto kommt mit der schwülen asiatischen Hitze am besten zurecht und umkreist leichtfüßig und elegant den flachen Retorten-Kurs von Thailand. Doch bereits im zweiten Lauf kann der Amerikaner dem amtierenden Weltmeister Antonio Cairoli kein Paroli bieten, während der MXGP-Rookie und spätere Weltmeister Romain Febvre (Yamaha) erstmals auf sich aufmerksam macht und sich mit dem Amerikaner duelliert.

Englands Hoffnungsträger Tommy Searle (KTM) stürzt schwer, bricht sich mehrere Lendenwirbel und fällt für mehrere Wochen aus. Max Nagl verliert die WM-Führung an Suzuki-Werksfahrer Clement Desalle.

Dass Motorradsport in Südamerika sehr populär ist, zeigen die WM-Läufe im argentinischen Neuquen. Die begeisterten Zuschauer an der Strecke sehen, wie Max Nagl beim 3. WM-Lauf der Saison den amerikanischen Superstar Ryan Villopoto auf Rang 3 in Schach hält.

Antonio Cairoli geht im ersten Lauf von Argentinien über das Limit, stürzt und hadert im zweiten Rennen. Auch MX2-Dominator Jeffrey Herlings fliegt im ersten MX2-Lauf heftig ab, muss das Rennen mit total verbogenem Bike beenden und gewinnt trotzdem Lauf 2.

In Argentinien holt Max Nagl seinen zweiten Grand-Prix-Sieg der Saison, während man sich im Villopoto-Lager langsam fragt, ob die WM-Vorbereitung eigentlich richtig verlaufen ist, denn der Amerikaner, der bisher als unantastbar galt, liegt zu diesem Zeitpunkt bereits 27 Punkte zurück.

Aber für Villopoto ist es noch nicht zu spät. Anfang April geht es nach Europa in die Höhlen der europäischen Sand-Löwen, die bereits ihre Messer wetzen und danach trachten, den US-Superstar zu demontieren. Nach den Überseerennen in Katar, Thailand und Argentinien ist die Spannung bereits jetzt am Siedepunkt.

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