Yonny Hernandez auf Werks-Kawasaki: «Nur in Theorie»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Yonny Hernandez auf der Pedercini-Kawasaki

Yonny Hernandez auf der Pedercini-Kawasaki

«In der MotoGP-WM haben heute alle Teams gute Motorräder, bei den Superbikes ist das nicht so», sagt Yonny Hernandez, obwohl die technischen Regeln dafür sorgen, dass Hersteller ihren Kunden Topmaterial geben müssen.

Seinen ersten Test im November in Jerez absolvierte Yonny Hernandez mit der Kawasaki ZX-10RR 2017 des Pedercini-Teams, vergangenen Montag saß er in Phillip Island zum ersten Mal auf dem 2018-Bike, dessen Chassis und Schwinge sind identisch mit denen des Werksteams.

«Der Test war positiv, wir müssen für das Chassis aber noch eine Abstimmung finden», erzählte der Kolumbianer SPEEDWEEK.com. «Am ersten Testtag hatten wir Probleme mit der Elektronik, ein Sensor funktionierte nicht, ich habe die erste Session verpasst. Mir fehlt noch der richtige Rhythmus für diese Meisterschaft, aber der wird während des Wochenendes kommen.»

Der Südamerikaner verlor 1,8 sec auf die Bestzeit von Weltmeister Jonathan Rea, der auf dem fast identischen Motorrad sitzt.

Die Regeln schreiben vor, dass ein Kundenteam wie Pedercini die gleichen Bremsen, Federelemente, das identische Chassis, die gleiche Schwinge und Elektronik bekommt wie das Werksteam. Selbst die Maximaldrehzahl des Motors ist gleich. Den Unterschied machen dieses Jahr zum ersten Mal vor allem die Teams und Fahrer aus.

«In der Theorie ist das so», schmunzelte Hernandez. «Die Realität ist, dass jedes Team das Mapping für die Elektronik selbst macht, auch wenn die Elektronik identisch mit der des Werksteams ist.»

Wie erwähnt, den Unterschied machen das Team und der Fahrer und nicht mehr vorrangig die Technik. Ein Fahrer kann nicht mehr alles auf die Technik schieben, wie es jahrzehntelang praktiziert wurde.

Yonny meint: «Es stimmt schon, das Team ist sehr wichtig und der Fahrer macht den Unterschied. Wenn die Werksteams bessere Elektroniker haben, dann bekommen die Fahrer bessere Mappings und du kannst auf dem Bike mehr pushen. In der MotoGP-WM haben heute alle Teams gute Motorräder, selbst Teams wie Avintia sind nah an der Spitze dran. In der Superbike-WM gibt es fünf offizielle Teams mit sehr gutem Material, du musst dir nur die Boxen ansehen. Die kleineren Teams können da nicht mithalten, das funktioniert nur in der Theorie.»

Hernandez durfte im Januar in Sepang die MotoGP-Maschine von Tech3 Yamaha testen, inzwischen ist der Malaysier Hafizh Syahrin als Nachfolger von Jonas Folger bestätigt. Eine große Enttäuschung für dich? «Nein, ich sehe das positiv. Ich hatte die Möglichkeit die Yamaha M1 zu fahren, damit ging ein Traum in Erfüllung, ein sehr gutes Motorrad. Ich durfte testen, mit Pedercini kann ich aber die ganze Saison bestreiten. Ich glaube, dass wir einiges leisten können. Ich muss nur noch genau verstehen, wie das Motorrad funktioniert, für mich ist alles neu.»

Kombinierte Zeiten SBK-Test Phillip Island:

1. Jonathan Rea (GB), Kawasaki, 1:30,598 min
2. Marco Melandri (I), Ducati, 1,30,726
3. Tom Sykes (GB), Kawasaki, 1:30,804
4. Eugene Laverty (IRL), Aprilia, 1:31,074
5. Javier Fores (E), Ducati, 1:31,076
6. Michael van der Mark (NL), Yamaha, 1:31,131
7. Alex Lowes (GB), Yamaha, 1:31,370
8. Leon Camier (GB), Honda, 1:31,537
9. Loris Baz (F), BMW, 1:31,542
10. Lorenzo Savadori (I), Aprilia, 1:31,579
11. Chaz Davies (GB), Ducati, 1:31,614
12. Toprak Razgatlioglu (TR), Kawasaki, 1:31,822
13. Jordi Torres (E), MV Agusta, 1:31,866
14. Leandro Mercado (RA), Kawasaki, 1:32,069
15. Jake Gagne (USA), Honda, 1:32,288
16. Troy Herfoss (AUS), Honda, 1:32,297
17. Yonny Hernandez (CO), Kawasaki, 1:32,453
18. Roman Ramos (E), Kawasaki, 1:32,520
19. Wayne Maxwell (AUS), Yamaha, 1:32,651
20. Patrick Jacobsen (USA), Honda, 1:32,663
21. Daniel Falzon (AUS), Yamaha, 1:32,828
22. Ondrej Jezek (CZ), Yamaha, 1:33,143

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