Chaz Davies: «Muss mir immer den Arsch abfahren»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Ducati-Werksfahrer Chaz Davies

Ducati-Werksfahrer Chaz Davies

Der Saisonstart der Superbike-WM 2018 war so ausgeglichen, spannend, actiongeladen und unterhaltsam wie lange nicht mehr. Buriram-Sieger Chaz Davies (Ducati) erklärte, weshalb das so ist.

SBK-Promoter Dorna erntet viel Kritik dafür, dass die neuen technischen Regeln Seriensieger Kawasaki einbremsen. Es widerstrebt dem Sportsgeist, dass diejenigen, die am besten gearbeitet und am meisten investiert haben, bestraft werden.

Andererseits will aber niemand jedes Rennwochenende die gleichen drei oder vier Fahrer auf dem Podium sehen, die Welt besteht aus mehr als Grün und Rot.

Der Dorna ging es nie darum Kawasaki vom Siegen abzuhalten. «Der beste Fahrer mit dem besten Motorrad und dem besten Team soll gewinnen», unterstrich Sporting-Director Gregorio Lavilla. «Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Siege in der letzten Runde, in der letzten Kurve, nach hartem Kampf errungen, viel wertvoller sind als solche mit zehn Sekunden Vorsprung.»

Die ersten vier Rennen in Australien und Thailand waren eine Augenweide, Unterhaltung und Action pur. Wir sahen drei verschiedene Sieger, sieben Fahrer und drei Hersteller auf dem Podium. Die Top-4 der Meisterschaft sind nur durch zwölf Punkte getrennt, die Top-8 liegen innerhalb 27 Punkten.

Manch einer fragt sich jedoch, ob dieser Genuss auf die speziellen Rennen zum Jahresbeginn zurückzuführen sind.

Phillip Island ist aufgrund der Charakteristik und dem Wetter direkt am Meer mit keiner anderen Strecke vergleichbar. In Thailand sind die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit extrem hoch. Hinzu kommt, dass es drei brutal harte Bremspunkte gibt, welche dem Material von Brembo und Nissin das Limit aufzeigen.

«Auf der Strecke müssen wir jetzt intensiver arbeiten», erzählte Ducati-Werksfahrer Chaz Davies, der das zweite Rennen in Buriram gewann, SPEEDWEEK.com. «Die Regeln machen sich stark bemerkbar. Ich weiß nicht, wie genau man das im Fernsehen sieht, aber die Unterschiede sind sehr gering, obwohl die Bikes in ganz anderen Bereichen stark sind. Die einen haben mehr Power, die andere mehr Agilität oder lassen sich besser abbremsen. Das ist ein Lernprozess für mich, denn ich bin es nicht gewohnt, so viel gegen Honda oder MV Agusta zu fahren. Doch das ist sehr gut. Die Regeln haben viel für uns getan, aber wir müssen erst abwarten, wie es in Europa aussieht, denn die ersten beiden Rennstrecken sind etwas Besonderes. Erst nach ein paar Europa-Rennen wissen wir, wie es genau aussieht. Nach Assen haben wir einen besseren Überblick.»

Jonathan Rea hielt in Thailand fest, dass die lockeren Zeiten vorbei sind, dass er sich jetzt «den Arsch abfahren muss».

«Wenn er das nun sagt, dann bedeutet das, dass das nicht immer der Fall war», bemerkte Davies. «Ich muss immer 100 Prozent geben und mir den Arsch abfahren. Um ehrlich zu sein kann ich nicht genau bewerten, wie die Kawasaki funktioniert. Ich fuhr zu wenige Runden gegen Johnny. Darum weiß ich nicht, in welchen Bereichen sie verloren haben. Ihnen wurde auch die Drehzahl gekürzt. Wir verloren auch 800/min und müssen damit klarkommen. Ich glaube, nun ist es ausgeglichener und alle liegen enger beisammen. Das macht es spannender.»

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