Ex-Pramac-Teammanager Guidotti über Toprak: «Er ist wie ein Chamäleon»
MotoGP-Insider Francesco Guidotti kennt das neue Umfeld von Rookie Toprak Razgatlioglu bestens. Dass der Superbike-Umsteiger auf der M1 unterwegs ist, darin sieht der Italiener keinen Nachteil.
Der Erfahrung, wie hart der Umstieg in die Königsklasse ist, konnte auch Toprak Razgatlioglu nicht entgehen. Während der Türke in den vergangenen Jahren oftmals mit der Konkurrenz im Fahrerlager der Superbike-WM spielen konnte, reichte es bei der Premiere auf der MotoGP-Yamaha nicht einmal für einen WM-Punkt.
Die
Nicht nur Yamaha-Racing-Boss Paolo Pavesio und Pramac-Teammanager Gino Borsoi applaudierten dem Neuling, auch der Vorgänger Borsois schätzt die Leistungen des ersten türkischen MotoGP-Piloten sehr hoch ein. Francesco Guidotti, bis Ende 2021 in Diensten des damaligen Ducati-Kundenteams von Paolo Campinotti, im Gespräch mit SPEEDWEEK.com: «Aus meiner Sicht hat sich Toprak sehr gut geschlagen. Als Umsteiger konnte man realistisch nicht mehr erwarten. Sein Lernprozess ist nicht zu übersehen und dass, obwohl er das meiste von dem, was er über Jahre verinnerlicht hat, in der MotoGP nicht nutzen kann Alle wissen es, Toprak auch – ein MotoGP-Motorrad hat genau nichts mit einem Superbike zu tun – das erlebt er auf der Strecke.»
Toprak hat herausragende QualitätenFrancesco Guidotti
Guidotti weiter: «Auf der anderen Seite – Toprak hat herausragende Qualitäten, wenn es darum geht, sich zu adaptieren – er ist wie ein Chamäleon und in der Lage, alles, was sich bewegt, zu verstehen und am Limit zu nutzen, inklusive eines MotoGP-Bikes. Durch die große Komplexität, die es hier gibt, dauert der Vorgang länger, aber Toprak wird sich durcharbeiten und seinen Weg gehen.»
Interessant auch die Aussage Guidottis, dessen Bruder Giacomo übrigens bei Pramac-Yamaha als Crew-Chief für Jack Miller zuständig ist: «Ich sehe es auch nicht als Nachteil, dass Toprak seinen Weg als Rookie mit Yamaha geht. Es geht um viel mehr als nur das Motorrad. Ganz entscheidend in so einer Phase ist das richtige Umfeld, ein Team mit Erfahrung, aber auch viel Gefühl. Und ich denke, was das angeht, ist er bestens untergekommen.»
Die Qualitäten der Mannschaft aus Italien sind unbestritten. Vor dem Bruch mit Ducati stand der Gewinn der Teamweltmeisterschaft, gefolgt vom Fahrertitel mit Jorge Martin (2024). Aus sportlicher Sicht verlief der Neustart mit Yamaha zur Saison dagegen mehr als holprig. Bitter: Pramac war das einzige Team überhaupt, das es in 44 Rennen nicht einmal aufs Podium schaffte. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass Yamaha mittelfristig den Weg zurück an die Spitze findet, um dann einem adaptierten Toprak Razgatlioglu das richtige Werkzeug zum Angriff auf die Spitze in die Hand zu geben.
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