So mies war Marco Melandri nur auf der MotoGP-Aprilia

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Im Regen fuhr keiner hinter Marco Melandri

Im Regen fuhr keiner hinter Marco Melandri

Nach starkem Saisonstart kam Marco Melandri völlig aus dem Tritt, bei der Superbike-WM in Donington Park wurde er im ersten Rennen überrundet. «Seit November unterbreite ich Yamaha Ideen», sagt der 36-Jährige.

Im ersten Rennen in Australien brillierte der damalige Yamaha-Neuzugang Marco Melandri mit Rang 3, in den folgenden drei Hauptrennen fuhr er jeweils auf Platz 6. In Imola und Misano wurde er ebenfalls Sechster, in Jerez schaffte er es zwischendurch noch zweimal als Dritter aufs Podium.

Gemessen an den eigenen Ansprüchen läuft es für den 22-fachen Laufsieger und ehemaligen Vizeweltmeister in diesem Jahr katastrophal: Nach 22 von 37 Rennen ist er mit 124 Punkten nur WM-Neunter.

Im ersten Hauptrennen in Donington Park wurde Melandri im Regen überrundet (!), im Sprintrennen wurde er nur deshalb Zehnter, weil sechs Fahrer stürzten. Nach Platz 10 im zweiten Hauptrennen und fast 30 sec Rückstand auf Sieger Jonathan Rea (Kawasaki), war die Laune des Italieners endgültig am Tiefpunkt angelangt.

«Ich hatte das ganze Wochenende brutales Chattering», klagte Melandri SPEEDWEEK.com. «Ich habe ständig die gleichen Probleme: Das Motorrad lässt sich nicht abbremsen, und wenn ich in der Kurve die Bremse loslasse, lässt es sich nicht gescheit lenken. Ich verstehe das alles nicht. In Misano war es am Sonntag deutlich besser, in Donington Park hatte ich immer gute Ergebnisse und erwartete deshalb schnell zu sein. Das war aber eines meiner schlechtesten Wochenenden, an das ich mich erinnern kann.»

Wurdest du jemals in deiner Karriere überrundet? «Nur einmal, als ich mit Aprilia in der MotoGP-WM brach», meinte der Yamaha-Pilot. «Aber selbst in meiner schlechtesten Saison war ich im Regen schnell. Immer. Ich lag nie außerhalb der Top-3. Und jetzt: Null Gefühl, null Vertrauen, null Speed.»

Bei Yamaha wird kritisiert, dass nur Melandri Probleme mit der R1 hat. Ähnliche Kommentare waren bei seinen früheren Arbeitgebern Ducati, Aprilia und BMW zu hören.

«Vielleicht liegt es wirklich daran, dass ich kleiner und leichter als die anderen Fahrer bin», grübelte der Mann aus Ravenna. «Für mich fühlt sich das Motorrad immer sehr steif an. Größere und schwerere Fahrer haben dieses Problem vielleicht nicht, weil sie ihr Gewicht dorthin verlagern können, wo sie es brauchen. Aber ich strauchle. Ich glaube, Cortese hat die gleichen Probleme wie ich. Wir sind immer beide ganz gut oder haben Probleme. Wenn eine Strecke Grip hat und eben ist, dann sind wir gut. Ist sie glatt und wellig, dann nicht. Laguna Seca nächstes Wochenende ist sehr wellig… Seit November unterbreite ich Yamaha Vorschläge, wie die Probleme gelöst werden können. Das ist nicht eine große Sache, sondern viele Kleinigkeiten.»

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