Strategie in Le Mans: Wie lange reicht der Sprit?

Von Oliver Runschke
24h Le Mans
Kommt Porsche in Le Mans alle 14 Runden an die Box?

Kommt Porsche in Le Mans alle 14 Runden an die Box?

Wie lange können Audi, Toyota und Porsche mit einer Tankfüllung fahren und wie sieht die Reifenstrategie in Le Mans aus?

13 oder 14 Runden und wie lange halten die Reifen? Diese beiden Fragen bestimmen die Strategie von Audi, Toyota und Porsche in Le Mans. Das neue technische Reglement in der Sportwagen-Königsklasse LMP1 legt fest, wie weit Benziner und Diesel in Le Mans mit einer Tankfüllung kommen. Da der Maximalverbrauch pro Runde vom Reglement festgelegt ist, kann man einfach ausrechnen, wie weit Audi, Toyota und Porsche mit einer Tankfüllung kommen.

Audi schafft mit dem Vier-Liter-V6-Diesel im R18 und einem Tankinhalt von 54,3 Litern rein rechnerisch 13,2 Runden, deutlich interessanter ist die Ausgangslage bei den Benzinern von Toyota und Porsche. Nach dem Reglement schaffen die Benziner mit ihren Tankinhalt von 68,3 Litern 13,9 Runden. Der Veranstalter ACO wollte, das Diesel und Benziner theoretisch eine identische Reichweite haben und regelt dies über die «Equivalenz der Technologien» (EOT), einer Technikeinstufung, die für Ausgeglichenheit zwischen den Antriebskonzepten sorgen soll.

Lohnt es sich für de Benziner 14 Runden zu fahren?

Wenn die Benziner ihren Verbrauch auf 14 Runden strecken und somit eine Runde mehr als Audi fahren, haben TS040 und 919 Hybrid über die Renndistanz bei optimalen Bedingungen einen Vorteil von drei Tankstopps. Bei rund 50 Sekunden, die die Benziner für jeden Tankstopp verlieren, addiert sich das über die Renndistanz zu einem theoretischen Vorteil von 150 Sekunden, als knapp drei Minuten.

Porsche hat bereits beim WEC-Lauf in Spa den Spritverbrauch gestreckt, der 919 Hybrid war so effizient, das die Porsche eine Runde mehr als Toyota fahren konnten. Um die Reichweite im Rennen machen beide Hersteller noch ein Geheimnis. «Wir wissen es, aber wir sagen es nicht», grinst Porsche-LMP1-Teammanger Andreas Seidl

«Wir haben bereits entschieden, ob wir 13 oder 14 Runden fahren», so Toyota-Technikchef Pascal Vasselon. «Im Grunde ist es eine sehr einfache Entscheidung. Von aussen sieht man natürlich, ob wir 13 oder 14 Runden fahren. Was man aber nicht sieht, ist wie viel Zeit man verliert, wenn man anstelle 13 Runden eine Runde länge fährt. Wenn man diese Daten kennt, ist eine Entscheidung einfach. Verraten werden wir es nicht, da müsst ihr schon die ersten beiden Rennstunden abwarten.»

Strategischer Vorteil für Porsche und Toyota?

Toyota und Porsche haben so nicht nur über die Distanz einen Vorteil gegenüber Audi, wenn sie eine Runde länger fahren, sondern sind auch strategisch über weite Strecke im Vorteil. Da die Audi früher dann früher stoppen müssen, muss Audi auch taktisch immer in Vorleistung gehen.

Eine zweite Taktikkomponente sind die Reifen: Audi und Toyota werden in der Lage die Reifen über vier Stints auf dem Auto lassen könnten, Porsche rechnet nicht damit den «quadruple» Stings fahren zu können und kalkuliert spätestens bei jedem dritten Tankstopp neue Pneus am 919 zu montieren. 

Durch einen Reifenwechsel verlängert sich jeder Tankstopp um rund 25 Sekunden. Länger als vier Stints wird kein Team die Reifen auf dem Auto lassen. Fünffachstints, die es in der Vergangenheit in Le Mans bereits gab, sind nicht möglich, erklärt Toyota-Fahrer Alex Wurz: «Bei einem Fünffachstint kommt man schnell in den Konflikt mit der maximalen Fahrtzeit von vier Stunden. Man könnte den letzten Stint nicht zu Ende fahren und sollte zum Ende des Stints eine Safety-Car-Phase kommen, ist man unter Umständen aufgeschmissen und überschreitet die maximal erlaubte Fahrtzeit.»

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