Historie Brasilien-GP: Als Gardner und Tamada für Honda auftrumpften
Der Held der Brasilianer schaffte es bei seinen Rennen in der Heimat nie ganz an die Spitze, doch für Honda war der Brasilien-GP zum Abgang 2004 eine große Erfolgsgeschichte. 2026 ist man Außenseiter.
Vor einem MotoGP-Wochenende blickt SPEEDWEEK.com regelmäßig auf die Geschehnisse des Vorjahres zurück. Was passierte an Ort und Stelle beim letzten Großen Preis? Im Fall des Brasilien-GP führt die Reise weit zurück – bis ins Jahr 2004. Danach verabschiedete sich die Motorrad-Weltmeisterschaft aus dem riesigen, rennsportverrückten Land.
Eine besondere Erfolgsgeschichte verbindet Gigant Honda mit dem Brasilien-GP. Zum einen gewann ein Werk aus Japan sowohl den ersten Großen Preis in der Königsklasse als auch noch auf eben jenem Kurs in Goiania, der nun zur neuen Kultstätte der MotoGP in Brasilien werden soll. Wayne Gardner, Senior von Ex-MotoGP-Pilot Remy Gardner und Champion des Jahres 1987, siegte bei der Premiere Teil 1 auf dem Weg zu seinem einzigen WM-Titel. In der damals mittleren WM-Klasse mit 250 ccm feierte Honda gar einen Dreifachsieg: Der Franzose Dominique Sarron siegte vor den Spaniern Sito Pons und Carlos Cardús. Die kleinste WM-Klasse (125 ccm) war damals nicht am Start.
Spektakulär dann auch das Resultat aus Honda-Sicht beim letzten Auftritt der Königsklasse 2004. Im dritten Jahr des Viertaktregelwerks dominierte Honda das Feld mit der einzigartigen Fünfzylinder-RC211V. Der Abschied von der Strecke in Interlagos ging als Sternstunde der privaten Honda-Mannschaft von Sito Pons ein. Lange sah es nach einem Sieg seines Starpiloten Max Biaggi aus, doch im Finale wurde der Römer von seinem Teamkollegen Makoto Tamada niedergekämpft. Tamada brillierte, schnappte sich im Verlauf des Rennens etliche Großkaliber wie Valentino Rossi –der später stürzte –, Nicky Hayden und eben Max Biaggi. Der Triumph in Brasilien war der erste MotoGP-Sieg des Japaners.
Damit war das Podest mit Tamada, Biaggi und Hayden ausschließlich von Honda-Piloten belegt. Erst hinter dem auf Platz 4 eingelaufenen Ducati-Ass Loris Capirossi schaffte es der Held der Brasilianer auf Platz 5 – Alex Barros. Das große Zugpferd des Sports in Südamerika fuhr 2004 im offiziellen Honda-Werksteam an der Seite von Hayden eine starke Saison, wurde am Ende Vierter – und war dennoch nicht in der Lage, den Fans in der Heimat den erhofften Sieg zu schenken.
Theoretisch besteht beim Comeback der MotoGP in Brasilien wieder die Chance auf einen Heimsieg. Diogo Moreira muss – ebenfalls in Diensten von Honda, die Rolle MotoGP-Botschafters in seiner Heimat übernehmen. Ob der Moto2-Champion seiner Mission gerecht wird, das zeigt sich am kommenden Wochenende auf dem Autodromo Internacional Ayrton Senna.
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