Johann Zarco vor Heim-GP: «Die Vergangenheit hat mich bereits eingeholt»
Vor zwölf Monaten schrieb Johann Zarco auf der LCR-Honda MotoGP-Geschichte. Ein Ereignis, das sich nicht wiederholen lässt. Auch heute ist der 2025er-Triumph noch das bestimmende Thema in Le Mans.
Als Johann Zarco 2025 als erste Franzose seinen Heim-GP gewann, war es auch deshalb eine XL-Sensation, weil das Honda-Ass bis zum Event in Le Mans sportlich 2025 nicht in Erscheinung treten konnte. Ein Jahr später hat ausnahmslos jeder den ältesten Pilot der Königsklasse auf dem Schirm. Das liegt auch am Auftritt der Nummer 5 beim Spanien-GP vor nicht einmal zwei Wochen.
Zarco war im nassen Qualifying, Erinnerungen an den Le-Mans-Triumph 2025 wurden wach – bis auf Startplatz 2 gesprintet und hatte sich im Großen Preis tapfer verteidigt. Als klar bester Pilot der RC213V landete Zarco auf trockener Piste am Ende vor KTM-Pilot Bastianini auf Position 7. In der WM-Tabelle spielt der 35-Jährige allerdings wie schon im Vorjahr keine Rolle. Nach einem durchwachsenen Start rangiert Zarco vor seinem Heim-GP nur auf Platz 14.
Trotz des aufgepumpten Terminkalenders – Zarco präsentierte vor dem Jahreshöhepunkt noch eine neue Merchandising-Linie und strampelte im MotoGP-Fahrradrennen gegen die jungen MotoGP-Rivalen auf dem Rennrad um den Sieg – versprüht Zarco in Le Mans frischen Optimismus.
Zarco: «Mich hat die Vergangenheit schon eingeholt. Die Fans – und zwar nicht nur die aus Frankreich – haben mich schon so oft darauf angesprochen. Mir war, bevor ich es selbst erlebt habe, nicht klar, welchen Stellenwert der Sieg bei einem Heim-GP hat. Es hat einen tiefen Eindruck hinterlassen.»
Nicht dass es eine Riesenüberraschung wäre, aber auch dieses Jahr könnte das Wetter wieder in das Geschehen eingreifen. Zarco über jenen Faktor, der ihn am 11. Mai 2025 zum Superhelden der Franzosen werden ließ: «Eigentlich wollen die Fans ja immer schönes Wetter, aber ich denke, das hat sich 2025 geändert. Und wenn es wieder regnen sollte, dann werde ich schon meine Chance haben. Dennoch, ich bete jetzt nicht für Regen, ich nehme es, wie es kommt, auch wenn die Möglichkeiten für ein Podium im Nassen besser sind.»
Und wenn es nicht regnet? Zarco: «Ehrlich, wir haben gesehen, selbst wenn ich eine richtig gute Pace habe, dann ist es nicht möglich, von einem Podium zu träumen, das ist die Realität.»
Die Stärke auf nasser Fahrbahn kann versuchte der Veteran zu erklären: «Ich denke, es hängt wirklich viel von den Bedingungen ab. Wenn es stark regnet, dann sehe ich keine Vorteile bei mir, auch ich brauche dann etliche Runden, um mich zu adaptieren. Doch wenn es «nur» nass ist, die Bikes stark in Bewegung sind, dann kann ich einen Unterschied machen.»
Der Trubel in und um Le Mans ist enorm um die beiden französischen MotoGP-Piloten. Geht es nach Zarco, ist der Ausnahmezustand dennoch ein Genuss. «Für mich ist es alles andere als ein Albtraum. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ohne die Fans gar nichts sind.»
Zarco weiter: «Die Tage in Le Mans sind natürlich sehr anstrengend, sie fordern auch eine besondere Vorbereitung und Unterstützung bei der Organisation. Ein Punkt ist allerdings die körperliche Vorbereitung. Unser Sport ist sehr athletisch und es ist nicht möglich, unsere Fitness fünf Tage liegen zu lassen, das müssen wir bei all dem im Kopf behalten.»
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