Lucas Krieg: WM-Laufsieg mit viermonatiger Verspätung
Erst Ende Januar wurde der Sieg von Markus Schlosser und Lucas Krieg beim letzten WM-Lauf 2025 durch den Weltverband FIM bestätigt, doch beim Beifahrer kommt keine rechte Freude auf.
Deutschland hat in den letzten Jahren eine Generation an Seitenwagen-Beifahrern hervorgebracht, die sich mit Talent und großem Einsatz in Windeseile zu den Besten ihrer Zunft emporgearbeitet hat. So gewann Kevin Kölsch 2022 an der Seite des Niederländers Benne Streuer den zweiten WM-Lauf in Ungarn. Sein Landsmann Luca Schmidt machte es ihm 2023 nach. In Portugal holte sich der Finne Pekka Päivärinta mit ihm den Sieg im Sprintrennen. Mittlerweile ist Schmidt sogar zweimaliger Vize-Weltmeister.
Der dritte im Bunde ist Lucas Krieg. Wie bei Kölsch gab es im Vater als Beifahrer ein Vorbild, der das Interesse am Seitenwagensport erweckte und dem es nachzueifern galt. Gemeinsam mit seinem Landsmann Lennard Göttlich, der 2021 im Alter von 16 Jahren die 600er-Klasse der Internationalen Sidecar Trophy gewonnen hatte, machte er sich 2023 daran, die Welt zu erobern. Bei ihrem ersten WM-Einsatz gaben sie als Achte eine erste Talentprobe ab. Ein schwerer Sturz in Schleiz zwang Krieg danach verletzungsbedingt zu einer längeren Pause.
2024 schlug sich das sächsische Duo in der Weltmeisterschaft trotz des Nachteils, mit einem Standardmotor gegen ihre Konkurrenten anzutreten, beachtlich. Die Saison schlossen Göttlich/Krieg mit ihrer ARS Yamaha an der elften Stelle ab. In der Internationalen Deutschen Meisterschaft belegten sie hinter den Franzosen Ted und Vincent Peugeot sowie der schweizerisch-französischen Paarung Lukas Wyssen/Ema Salmon den dritten Endrang.
Plötzlich stand Lucas Krieg 2025 ohne Fahrer da
Im Vorjahr sahen sie sich technischen Herausforderungen gegenüber, die letztendlich dazu führten, dass Göttlich nach den Rennen im tschechischen Most entnervt das Handtuch warf, seine Laufbahn als Seitenwagen-Pilot beendete und Krieg plötzlich arbeitslos machte. Da kam das Angebot des Schweizers Markus Schlosser gerade zur rechten Zeit, der für das WM-Finale in Oschersleben einen verlässlichen Beifahrer suchte.
Die Eingewöhnungszeit war kurz, aber von Runde zu Runde stieg das Vertrauen in den jeweils Anderen und man konnte sich für die fünfte Startposition qualifizieren. Im Sprintrennen lief es für Schlosser und Krieg noch um einiges besser. Nach zwölf Runden auf dem 3,667 Kilometer langen Kurs in der Magdeburger Börde mussten sie nur dem Briten Tim Reeves und seinem niederländischen Co-Piloten Ferry Segers den Vortritt lassen.
Auch nach dem Hauptrennen nahm das schweizerisch-deutsche Duo als Zweite auf dem Podium Aufstellung. Der vermeintliche Sieg ging an Harry Payne/Kevin Rousseau, denn was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen konnte, das britisch-französische Duo wurde nachträglich aus der Wertung genommen, weil bei der Nachkontrolle die Nockenwellen von den FIM-Technikern als nicht regelkonform eingestuft wurden.
Die offizielle Bestätigung ihres Triumphes erhielten Schlosser und Krieg fast vier Monate nach dem Rennen, weil die Berufung gegen die Disqualifikation vom FIM International Court of Appeal (CAI) erst Ende Januar 2026 abgewiesen wurde. «Auf dem Papier habe ich jetzt zwar einen WM-Lauf gewonnen, aber es fühlt sich nicht wie ein Sieg an», verriet Krieg im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Gewonnen hat man, wenn man auch als Erster durchs Ziel geht.»
Nach der erfolgreichen Premiere in Oschersleben wird der 23-jährige Deutsche auch in dieser Saison im Seitenwagen des Schweizer Weltmeisters des Jahres 2021 sitzen. Die Lederkombis wurden in der Zwischenzeit bereits angemessen. «Selbstverständlich ist der Weltmeistertitel das logische Ziel, aber ich möchte allerdings keine Luftschlösser bauen. Um diesen Vorsatz aber in die Tat umzusetzen, habe ich auf alle Fälle mein körperliches Training intensiviert.»
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