Most-Fiasko für Alvaro Bautista: Alles ging schief
Startplatz 14 war der erste Tiefschlag für Superbike-WM-Leader Alvaro Bautista in Most/Tschechien. Auf die falsche Reifenwahl folgte im ersten Rennen ein verpatzter Boxenstopp – und das schlechteste Saisonresultat.
Angesichts seines katastrophalen Samstags war Weltmeister Alvaro Bautista erstaunlich gut gelaunt, als er sich in Most am Abend mit einer Handvoll Journalisten traf. Der Spanier weiß, dass sein 14. Startplatz und Rang 12 im ersten Rennen kaum etwas mit seiner fahrerischen Leistung zu tun haben. Vielmehr waren es unglückliche Umstände, die zu seinem schlechtesten Tag in einer bislang grandiosen Saison führten.
Abgesehen von seinen Stürzen im Superpole-Race in Indonesien und dem zweiten Hauptrennen in Imola agiert Bautista dieses Jahr souverän und hat von 22 Rennen 17 gewonnen. Entsprechend beträgt sein Vorsprung in der Gesamtwertung trotz zweier Nullrunden und dem missglückten ersten Most-Rennen immer noch 54 Punkte auf den Zweiten Toprak Razgatlioglu. Der Türke hat diese Saison in vier Rennen triumphiert, in den Mischbedingungen am Samstag musste er sich nur hinter dem phänomenalen Jonathan Rea anstellen, der für den ersten Kawasaki-Sieg seit dem 20. November 2022 sorgte.
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Die Liste der Fahrer, denen im Qualifying wegen gelber Flaggen eine Runde gestrichen wurde, füllt eineinhalb DIN-A4-Seiten. Die Superpole endete um 11.25 Uhr, die Offiziellen brauchten bis 13.39 Uhr, bis sie die Startaufstellung zum wiederholten Mal korrigiert und alle Gelb-Sünder zurückgestuft hatten. Bautista wurden die beiden besten Runden gestrichen, Grid-Position 14 war der erste Tiefschlag.
Im Rennen lag der 38-Jährige nach der ersten Runde bereits auf Platz 3, wozu maßgeblich seine Reifenwahl beitrug. Wie der Großteil des Feldes hatte er sich für Regenreifen entschieden. Doch die Strecke trocknete so rasant ab, dass schnell die Fahrer mit Intermediates im Vorteil waren. Während die Piloten mit Regenreifen bald an die Box mussten, dort auf Slicks wechselten und viel Zeit verloren, konnten die anderen durchfahren. Nach 22 Runden und 92,6 Kilometern lagen sechs Fahrer mit Intermediates an der Spitze. Bautista trudelte mit 42 sec Rückstand auf Sieger Rea und nur auf Platz 12 im Ziel ein.
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"Die Strecke trocknete schneller ab, als ich erwartet hatte", räumte der Ducati-Star ein. "Mit Intermediates bin ich normal weder im Nassen noch im Trockenen schnell, mit diesen Reifen bin ich nicht konkurrenzfähig. Also entscheide ich mich für Regen- oder Trockenreifen. Ich dachte, dass ich mit den Regenreifen in den ersten Runden einen Vorteil hätte, so wie Bassani. Doch als ich von Startplatz 14 aus vorne ankam, lag Bassani schon 10 sec vor mir. Wäre ich von Startplatz 7 gekommen, hätte ich in den ersten Kurven an Bassani dranbleiben können. Dann hätte ich aus den Reifen einen Vorteil ziehen können. Was Jonathan mit den Intermediates gezeigt hat – wow! Das war sehr, sehr schnell, ich muss ihm meine Komplimente aussprechen. Er hatte mit diesen Reifen viel Vertrauen, das mir ehrlicherweise fehlt. Er war der Einzige, der mit den Intermediates einen großen Unterschied ausmachen konnte."
In der sechsten Runde entschied sich Bautista für den Boxenstopp, doch beim Wechsel auf Slicks lief einiges schief: Die Bremsbeläge verkanteten sich und mussten erst auseinandergedrückt werden, bis die Bremsscheibe wieder dazwischen passte. Das kostete den 49-fachen Laufsieger fast 20 sec zusätzlich.
"Wichtig ist, dass man nach so einem Tag nicht nervös wird oder sich zu fürchten beginnt", betonte Alvaro. "Solche Dinge passieren – mir und anderen. Man muss versuchen, etwas daraus zu lernen und es nächstes Mal besser zu machen.
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