Brutale Max Verstappen-Kritik an 2026er Autos: Wird die FIA reagieren?
Formel-1-Weltmeister Max Verstappen hat nach dem China-GP die 2026er Regeln in der Luft zerfetzt. Er hofft auf Änderungen. Aber will und kann der Autosport-Weltverband FIA überhaupt reagieren?
Der vierfache Formel-1-Champion Max Verstappen hat klargestellt: Er mag diese neuen 2026er Autos nicht und die Art und Weise, wie die gefahren werden müssen.
Nach dem Grossen Preis von China hat der 28-jährige Niederländer festgehalten: «Also wenn jemand das mag, dann hat er wirklich keine Ahnung, wie unser Sport sein sollte. Das macht überhaupt keinen Spass. Das ist wie Mario Kart spielen. Das ist doch kein Rennsport!»
«Du holst auf, dann geht dir auf der nächsten Geraden der Saft aus, und dein Gegner zieht wieder an dir vorbei. Für mich ist das einfach nur ein Witz.»
«Es gibt derzeit ja auch nur George und Kimi, die gewinnen, richtig? Also gibt es kein wirkliches Hin und Her zwischen den Top-Teams. Mercedes liegt meilenweit vor dem Rest des Feldes.»
«Die Situation wird nur kaschiert, weil Ferrari diese guten Starts hat, die sie für eine Weile nach vorne bringen, und nach ein paar Runden ist das alles sortiert. Sorry, ab er das hat nichts mit Rennsport zu tun, und ich würde dasselbe sagen, wenn ich Rennen gewinnen würde – weil mir die Qualität des Sports am Herzen liegt.»
«Das wird den Sport am Ende ruinieren. Dieses Reglement wird den Leuten noch auf die Füsse fallen. Mein Standpunkt ist – solange wir sicherstellen können, dass wir an Lösungen arbeiten, die wirklich helfen, ist schon viel gewonnen. Es wird zwar schwierig sein, alle zu überzeugen. Das alles ist politisch. Manche glauben, jetzt im Vorteil zu sein und wollen das nicht verlieren. Das verstehe ich, ich bin ja nicht dumm, aber gleichzeitig ist das alles aus sportlicher Sicht nicht gut.»
Viele Fans stehen hinter Verstappen
Wer sich in Fan-Foren umsieht, der merkt schnell: Verstappen hat einen Punkt. Gewiss, es wird – vor allem im ersten Teil eines Grand Prix – tüchtig überholt, und die unterschiedlich guten Starts mischen das Feld durch. Das ist spektakulär.
Aber vielen GP-Anhängern sind einige Überholmanöver zu künstlich. Auch sie sind der Ansicht: Das neue Reglement ist zu kompliziert, der Anteil der elektrischen Energie ist mit 50 Prozent zu hoch, ein Sieg sollte doch von einem Lenkrad-Künstler erreicht werden, nicht von einem Energie-Verwalter.
Andere entgegnen: Moment mal, ein Grand Prix war doch nie immer nur, wer am schnellsten vom Start ins Ziel kommt, sondern oft auch – Rennintelligenz entscheidet. Sich den WM-Lauf klug einzuteilen, mit den Reifen oder mit dem Kraftstoff hauszuhalten, um im entscheidenden Moment Reserven zu haben, das ist doch nichts Anderes als heute die Energie zu managen.
Kann die FIA überhaupt reagieren?
Die Piloten haben ihre Sorgen untereinander ausgetauscht, bei den Fahrerbesprechungen und in ihrer WhatsApp-Gruppe. Aber eine Lösung zu finden, mit der alle leben können, das ist nicht so einfach. Am grundsätzlichen Konzept mit der Power-Teilung zwischen Verbrenner und Elektrik von 50 zu 50 ist nicht zu rütteln. Es lässt sich höchstens der Anteil der Batterie beeinflussen.
Und dann stehen die Regelhüter des Autosport-Weltverbands FIA vor dem politischen Problem: Wenn Mercedes und Ferrari offensichtlich ihre Hausaufgaben fürs neue Reglement am besten gelöst haben, ist es dann fair, jetzt daran etwas zu ändern?
Vertreter der FIA hatten festgehalten: Nach zwei bis drei Läufen werde einen Moment innegehalten, für eine Standortbestimmung. An diesem Punkt sind wir nun.
Durch die Absage der beiden WM-Läufe von Bahrain und Saudi-Arabien hat der Sport eine unerwartete Pause erhalten. Nach dem Grossen Preis von Japan (29. März) wird erst wieder am 3. Mai in Miami gefahren.
Aber die FIA wird nichts überstürzen wollen, um eine knifflige Lage nicht zu verschlimmern. Ob und in welcher Form es Änderungen geben kann, das muss in den kommenden vier Wochen geklärt werden.
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