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Abschied nach sechs WM-Jahren: Deutsches MGM-Team zieht den Schlussstrich

Im Schatten der Fahrerabschiede endet auch ein deutsches Superbike-WM-Projekt. Michael Galinskis MGM-Team hört auf – nach sechs Jahren, Podestplätzen mit BMW und dem Neustart mit Ducati.

Superbike WM

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Für einige Fahrer war das Saisonfinale der Superbike-WM in Jerez ein Abschied. Danilo Petrucci bestritt sein letztes Rennen, Alvaro Bautistas Zukunft ist weiterhin offen. Etwas weniger Aufmerksamkeit erhielt das Ende einer deutschen Mannschaft: Am Montag nach dem Finale bestätigte MGM Racing Performance den Rückzug aus der Meisterschaft.

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«Die Gerüchte stimmen: Nach sechs Jahren verabschieden wir uns aus der Superbike-WM! Es war ein großartiges, überwältigendes, interessantes und intensives Kapitel in der MGM-Geschichte. Wir sind allen dankbar, die das möglich gemacht haben», teilte das Team mit.

Damit zieht Michael Galinski einen Schlussstrich unter ein Projekt, das er nach dem Rückzug von Geldgeber Jürgen Röder mit großem persönlichem Einsatz weitergeführt hatte. Aus dem Bonovo-BMW-Team war für 2025 eine Ducati-Mannschaft geworden. Zwei weitere WM-Saisons ermöglichten Galinski und seine Mitstreiter noch. Eine Fortsetzung für 2027 kommt nun nicht zustande.

Mit IDM-Champion Jonas Folger in die WM

Die Vorgeschichte des WM-Einstiegs begann 2020 mit Jonas Folger. Der ehemalige MotoGP-Pilot dominierte auf der Yamaha R1 die IDM Superbike und absolvierte mit der Mannschaft Gaststarts in der Weltmeisterschaft. Mit Unterstützung von Bonovo-Chef Jürgen Röder folgte 2021 der Schritt zum permanenten WM-Teilnehmer – allerdings mit einem Wechsel von Yamaha zu BMW.

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Die erste Saison verlief schwierig. Folger fand auf der M1000RR nicht das Vertrauen, das ihn zuvor auf der Yamaha ausgezeichnet hatte. Platz 8 beim verregneten Auftakt in Aragon blieb sein mit Abstand bestes Ergebnis. Der erhoffte gemeinsame Aufstieg gelang nicht.

Für 2022 stellte sich die Mannschaft mit Eugene Laverty und Loris Baz neu auf und setzte erstmals zwei Stammfahrer ein. Die Verbindung zu BMW wurde gefestigt. Baz schloss die Saison als WM-Zwölfter ab, Laverty wurde 16. Ein Jahr später übernahm Garrett Gerloff den Platz des Iren und setzte ein erstes großes Ausrufezeichen.

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In Magny-Cours sicherte sich der US-Amerikaner 2023 die Pole-Position. Dazu kamen mehrere vierte Plätze. Gerloff wurde WM-Zwölfter, Baz erneut 16. Die Mannschaft zeigte zunehmend, dass sie mit der BMW weit nach vorne fahren und auch das Werksteam unter Druck setzen konnte.

Schock im Sommer 2024: Jürgen Röder zog die Reißleine

2024 bildeten Scott Redding und Gerloff das Fahrerduo. Doch noch bevor das Team seine größten sportlichen Erfolge feierte, stand seine Zukunft infrage. Nach dem Rennwochenende in Misano kündigte Röder an, das Engagement zum Jahresende zu beenden. Galinski begann, nach einer Lösung für den Fortbestand zu suchen.

Gerloff lieferte in der zweiten Saisonhälfte die sportlichen Argumente dafür: In Magny-Cours und Aragon fuhr er aufs Podium. Nach den schwierigen Anfängen hatte sich die deutsche Mannschaft zu einem Team entwickelt, das um die ersten drei Plätze kämpfen konnte. Die Finanzierung musste trotzdem neu aufgestellt werden.

Wechsel zu Ducati – Unruhe durch Scott Redding

Galinski gelang es, das Projekt für 2025 zu retten. Der Neustart erfolgte mit Ducati und Redding als einzigem Stammfahrer. In Australien schien die neue Kombination sofort zu funktionieren: Drei Top-5-Ergebnisse machten Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison.

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Doch der vielversprechende Auftakt ließ sich nicht dauerhaft bestätigen. Im Sommer trennten sich die Wege von Redding und MGM vorzeitig. Ab dem Rennwochenende im Balaton Park übernahm Tarran Mackenzie die Ducati.

Neustart mit Optical Express – Rückschlag in Donington

Mit dem Schotten entstand eine neue Perspektive. Für 2026 präsentierte die Mannschaft Optical Express als Hauptsponsor und brachte die neue Panigale V4R an den Start. Mackenzie bestätigte früh, dass er mit dem Motorrad konkurrenzfähig sein konnte: In Australien wurde er im Regen Vierter, in Misano gelang ein weiteres Top-5-Ergebnis.

Dann folgte beim Heimrennen in Donington der entscheidende Rückschlag. Mackenzie verletzte sich so schwer, dass er den Rest der Saison verpasste. Damit verlor MGM ausgerechnet in einer wichtigen Phase den Fahrer, mit dem sich das Projekt sportlich stabilisiert hatte.

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Wie eng die Zukunft des Teams mit der Finanzierung verknüpft war, hatte Galinski bereits im Exklusivgespräch mit SPEEDWEEK.com in Cremona verdeutlicht. Damals bezifferte er die Chance auf eine Fortsetzung mit etwa 50 Prozent. «Optical Express, unser aktueller Hauptsponsor, kommt von Tarrans Seite. Im Moment kann ich nicht richtig einschätzen, wie es weitergeht. Tarrans Vater Niall kümmert sich um dieses Thema. Eine Saison hier kostet 1,6 Millionen», erklärte Galinski seinerzeit.

Auch sportlich fehlte ihm die Möglichkeit, mit Mackenzie an die Fortschritte anzuknüpfen. «Seine Entwicklung war wirklich richtig gut. Wir konnten uns mit ihm im Bereich von Platz 5 bis 10 behaupten. Im Moment können wir uns nicht richtig präsentieren. 15. Plätze sind nicht unser Stil», hielt der Teamchef damals fest. Ersatzpilot Loris Baz steigerte sich bei seinen Einsätzen von Event zu Event. Der Franzose fuhr in Jerez die letzten Rennen des MGM-Teams, das am Montag das WM-Aus verkündete.

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Nach sechs kompletten WM-Saisons endet das Engagement nun. Die Geschichte reicht vom schwierigen Einstieg mit Folger über Gerloffs Pole und Podestplätze bis zum Ducati-Neustart, den Galinski gegen erhebliche Widerstände ermöglichte.

Dem deutschen Motorradsport bleibt er erhalten: Ab 2027 übernimmt Galinski als Technischer Direktor Verantwortung für die neu aufgestellte IDM unter dem Dach des ADAC. Dort kehrt er zu einer Meisterschaft zurück, der er seit vielen Jahren eng verbunden ist. «Ich war immer mit Liebe dabei», sagte er über die IDM. Sein Einsatz für MGM in der Superbike-WM zeigte dieselbe Haltung.

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Aruba.it Racing - Ducati

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Sam Lowes

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BARNI Spark Racing Team

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Lorenzo Baldassarri

Team GO Eleven

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Bimota by Kawasaki Racing Team

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Alberto Surra

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