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Gerhard Berger: «Die Plattform DTM hat eine Kraft»

Von Andreas Reiners
Gerhard Berger

Gerhard Berger

Gerhard Bergers erster öffentlicher Auftritt als neuer DTM-Boss war mit Spannung erwartet worden. Dabei sprach der Österreicher über Themen rund um die Serie.

Gerhard Berger war beim Medientag im Rahmen der Testfahrten in Hockenheim ein gefragter Mann. Der Österreicher verschaffte sich als neuer DTM-Boss einen Einblick, sprach mit Verantwortlichen, den Fahrern und auch mit den Journalisten. In einer Medienrunde, an der auch SPEEDWEEK.com teilnahm, äußerte sich der 57-Jährige zu diversen Themen rund um die Tourenwagenserie.

Gerhard Berger sprach über...

die Marke DTM und ihre Ausrichtung: Die Plattform DTM hat eine Kraft. Der deutsche Fan ist im Tourenwagensport ein besonders starker Fan, die Fangemeinschaft ist groß. Auch das Rückgrat mit den drei Herstellern ist ein sehr großes. Die DTM muss Premium-Qualität in der Technik haben, was sie auch hat, aber anders als in der Formel 1, wo tägliche Entwicklung gefragt ist. Aber Emotionen und Freude am Fahren müssen die Hauptthemen der DTM sein. Was es dafür braucht? Spektakuläre Rennen, Sport zum Anfassen, Rad-an-Rad-Kämpfe und Fahrerpersönlichkeiten.

über den «Kampf» mit den drei Herstellern: Ich hoffe, dass es keiner ist. Es hat bereits die eine oder andere Diskussionsrunde gegeben, und die waren vernünftig und gut. Bislang haben wir einen super Draht. Aber ich habe selbst ein Team gehabt. Ab einem gewissen Zeitpunkt musst du deine Brille aufsetzen und sagen: „Ich muss gewinnen“. Dann kann man keine großen Kompromisse eingehen. Die eine oder andere Weiche muss vom Timing her also richtig gestellt werden, sonst hat sie keine Chance.

das Bekenntnis der Hersteller zur Zukunft: Offiziell bis 2018. Grundsätzlich sollte das Interesse an einer langfristigen Zukunft da sein. Und das ist von allen Seiten auch so bestätigt oder gewollt.

die aktuelle Auto-Generation: Sie sehen spektakulär aus. Der Fan will, braucht und sucht die eine oder andere Berührung. Dann ist es immer schlecht, wenn alle Flügelchen auf der Strecke liegen und keine Rundenzeiten mehr zusammenkommen. Das sind aber im Prinzip keine schwierigen Themen. Ich bin aber kein Freund von Schnellschüssen. Es muss wohl überlegt und sauber analysiert sein.

die größten Baustellen: Das kann ich noch nicht genau sagen, dafür ist es noch zu früh. Eine Reihe von kleinen Sachen werden kommen, über die wir schon diskutiert haben und die in eine gute Richtung gehen. Im zweiten Halbjahr können wir über das Thema reden.

die Anzahl der Rennen: Wenn ich die Formel 1 mit 20 Rennen sehe, ist man dort schon ein wenig übersättigt. Neun Events ist die Untergrenze. Zwischen neun und zwölf Events ist ein ideales Maß. Das werden wir auch beibehalten.

Stadtrennen: Die sind wirklich interessant, aber in der Umsetzung nicht ganz einfach. Es kostet sehr viel Geld, so etwas aufzubauen. Mit dem Norisring haben wir ein sehr spektakuläres Rennen in der Stadt. Wir haben aktuell gute Rennstrecken in Deutschland und auch im Ausland. Da sind wir gut aufgestellt. Auslandsrennen sollten dann sein, wenn es dort das notwendige Interesse gibt.

die Internationalisierung der DTM: Ich habe mir immer gewünscht, einheitliche Reglements zu haben. Das ist mit Internationalisierung gemeint. Wir sind im Kern Deutschland zuhause mit Rennen in Europa. Ich glaube nicht, dass die DTM sich darauf fokussieren sollte, in Südamerika oder China ein Rennen zu fahren.

neue Hersteller und Privatteams: Das Produkt, die Rennen, die Veranstaltung müssen so gut sein, dass die Hersteller sagen: „Da müssen wir eigentlich dabei sein.“ Bei den Privatteams muss man analysieren, warum sie nicht da sind. Es wäre schon wünschenswert, ein größeres Feld zu haben. Dann wird die Frage automatisch auf den Tisch kommen.

das aktuelle Fahrerfeld: Ich finde das Fahrerfeld absolut super. Ausgeglichen, kompetent und mit guten Typen. Vielleicht kann man den einen oder anderen unterstützen, damit er sich noch besser entwickelt, um noch schneller ein Star zu werden.

Neutralität bei seinem Neffen Lucas Auer: Problemlos. Am Ende ist es Sport und der Beste muss gewinnen. Wir müssen dem Fan fairen Sport präsentieren, denn er ist er erste, der merkt, wenn etwas nicht fair ist. Ich kann sehr gut unterscheiden, was meine Arbeit und was Familie ist.

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