DTM

Vision von DTM-Vermarkter ITR: Neue Elektro-Serie

Von - 07.11.2019 08:35

Die ITR-Konzeptstudie für Rennfahrzeuge mit Elektroantrieb ist eine Zukunftsvision, in der die Teilnehmer einer revolutionären Elektro-Serie zwischen Batterie und Brennstoffzelle wählen können.

Mit einer spektakulären Konzeptstudie für Rennfahrzeuge mit Elektroantrieb richtet die ITR, Vermarkter der Tourenwagen-Serie DTM, den Blick in die Zukunft des Motorsports. Der Entwurf ist in mehrfacher Hinsicht einzigartig und geht weit über gegenwärtig existierende Rennserien mit Elektrofahrzeugen hinaus. So werden die Elektromotoren der Rennfahrzeug-Studien auf zwei verschiedene Arten mit Energie versorgt – entweder über eine Batterie oder über eine Brennstoffzelle, die Wasserstoff in elektrische Energie wandelt.


Eine Weltneuheit sieht die Vision von einer zukünftigen Rennserie auch für die Boxenstopps vor: Industrieroboter würden nicht nur die Räder automatisch wechseln, sondern auch die im Fahrzeugunterboden befindliche Batterie oder den Wasserstofftank – je nach Energiespeicher. Der Entwurf sieht extrem leistungsstarke Tourenwagen vor, in denen die Fahrer kurzzeitig bis zu 1000 PS Leistung abrufen können. Angesichts dieser Power wären bei einem 30- bis 40-minütigen Rennen ein Wechsel von Batterie oder Wasserstofftank notwendig. Ein von der ITR verbreitetes Video zeigt Animationen der E-Rennfahrzeuge und der Boxenstopps.



«Dies ist ein ebenso mutiges wie innovatives Konzept», sagt Gerhard Berger, Vorsitzender der ITR. «Wer die Zukunft des Motorsports gestalten und auch mit alternativen Antrieben Racing bieten will, das die Fans begeistert, muss den Blick weiter nach vorn richten. Und dass Hersteller, die sich im Motorsport engagieren wollen, ihr Augenmerk zunehmend auf alternative Antriebskonzepte legen, ist augenscheinlich.» Seit der Saison 2019 kommen in der DTM Fahrzeuge mit effizienten Vierzylinder-Hochleistungsmotoren mit mehr als 600 PS zum Einsatz.


Der Plan: Rennen im Rahmenprogramm der DTM


Darüber hinaus wurde ein klimafreundlicheres Hochleistungsbenzin bereits getestet. Und der nächste Baustein für zukünftige, nachhaltige Antriebstechnologien in der DTM ist schon in Arbeit: Die ITR hat gemeinsam mit den in der DTM engagierten Herstellern und weiteren Entwicklungspartnern ein tragfähiges Lastenheft für die Einführung eines Hybridsystems auf Basis der derzeitigen Zwei-Liter-Turbomotoren erstellt. Ziel ist es, dass die Hybridtechnologie 2022 in der DTM eingeführt wird.



Eine Serie für Elektro-Rennfahrzeuge würde im Rahmenprogramm der DTM an den Start gehen. Die Vision sieht Einheitsfahrzeuge vor, bei denen der Elektroantrieb mit E-Motoren, Leistungselektronik und Batterie (BEV) oder Brennstoffzelle weitestgehend standardisiert wäre. In den kommenden Monaten wird die ITR die Arbeit an einer detaillierten Machbarkeitsstudie fortsetzen. Bei einem solchen Technologieprojekt müssen die Kosten unter Kontrolle gehalten werden. Das geht nur, wenn weite Teile der Entwicklung zentral gesteuert werden und wesentliche technische Komponenten des späteren Rennfahrzeugs vereinheitlicht sind.



Deutlich mehr als 300 km/h


Gleichwohl sollte eine solche Rennserie für Hersteller interessant sein, denn die Fahrzeuge können im markentypischen Erscheinungsbild ihrer Modelle auftreten. Bislang gibt es keine Rennserie mit vollelektrischen Fahrzeugen, die dies ermöglicht. Die Leistungsdaten der Studie sind imposant: Leistungsspitzen von bis zu 1000 PS ermöglichen Höchstgeschwindigkeiten von deutlich mehr als 300 km/h.



Derartige Fahrleistungen erfordern höchste Sicherheitsstandards für Fahrer, Batterie und Wasserstofftank. Bei der Fahrersicherheit würde man auf die Erfahrungen mit der bewährten Kohlefaser-Sicherheitszelle der DTM-Fahrzeuge aufbauen. Für Wechselbatterie und Wasserstofftank würde eine im Monocoque des Fahrzeugs integrierte Box zum Crash- und Feuerschutz entwickelt werden.



Die DTM bietet eine starke Plattform


Eine Umsetzung des Projekts hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: Der technischen Machbarkeit, der Finanzierung der Entwicklung sowie dem Interesse von Fans, Herstellern, Teams und Sponsoren an einer solchen Serie. Mit professionellen DTM-Veranstaltungen auf Top-Rennstrecken in Deutschland sowie in weiteren europäischen Kernmärkten, einem breiten Publikum sowie einer internationalen TV-Vermarktung hat die ITR für den Anlauf einer solchen Serie eine starke Plattform.



Die vorgestellte Vision stellt einen Quantensprung im Motorsport dar, der grosse technische und organisatorische Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich bringt. Der heute skizzierte Rennserie fungierte für Hersteller gleichermassen als Prüffeld und Entwicklungsbeschleuniger für Technologien mit Relevanz für Serienautos. Berger fügt an: «Die DTM ist eine professionelle, internationale Motorsport-Plattform für Fahrzeuge mit Bezug zu Serienmodellen. Sie existiert seit mehr als 30 Jahren, erfreut sich grosser Beliebtheit und verfügt über ein starkes Erbe. Mit diesem Konzept wollen wir zeigen, dass wir aufgeschlossen in die Zukunft blicken und am Motorsport von morgen arbeiten.»

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Die Wechselbatterie wird im Fahrzeugunterboden integriert © ITR Die Wechselbatterie wird im Fahrzeugunterboden integriert Der wechselbare Wasserstofftank wird im Fahrzeugunterboden integriert © ITR Der wechselbare Wasserstofftank wird im Fahrzeugunterboden integriert Industrieroboter wechseln Batterie oder Wasserstofftank © ITR Industrieroboter wechseln Batterie oder Wasserstofftank Industrieroboter wechseln auch die Räder automatisch © ITR Industrieroboter wechseln auch die Räder automatisch Bis zu 1000 PS Leistung sind kurzzeitig abrufbar © ITR Bis zu 1000 PS Leistung sind kurzzeitig abrufbar Niedriges Leistungsgewicht sorgt für dynamisches Racing © ITR Niedriges Leistungsgewicht sorgt für dynamisches Racing
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