Gigi Dall’Igna (Ducati): «Müssen hart daran arbeiten, um uns zu verbessern»
Für Ducati-Mastermind Gigi Dall’Igna war das MotoGP-Wochenende in Austin ein Weckruf. Viele Umstände haben zu einem durchwachsenen Ergebnis geführt – nicht nur die starke Konkurrenz.
Aprilia gibt in der MotoGP-Saison 2026 bislang den Ton an. Aushängeschild Marco Bezzecchi gewann alle drei Grands Prix, auch die anderen RS-GP-Piloten glänzten mit Top-Ergebnissen. In der Konstrukteurswertung liegt Aprilia nach drei Events mit 101 Punkten voran. Ducati ist mit 69 Punkten Zweiter. In der Teamwertung führt Aprilia Racing überlegen mit 158 Punkten. Ducati Lenovo, das Werksteam aus Borgo Panigale, ist derzeit nur Vierter und hat 88 Punkte Rückstand.
Zuletzt musste Ducati beim Großen Preis der USA in Austin eine empfindliche Niederlage einstecken. VR46-Pilot Fabio Di Giannantonio holte mit der GP26 zwar die Pole-Position, doch in den beiden Rennen lief es für die Roten nicht ideal. «Diggia» wurde im Sprint von Markenkollege und Werksfahrer Marc Marquez abgeräumt. Immerhin rettete Pecco Bagnaia am Samstag die Ehre für Ducati mit Rang 2. Im Grand Prix am Sonntag landeten Di Giannantonio und Marquez auf den Rängen 4 und 5. Bagnaia wurde Zehnter. Sie mussten zusehen, wie Aprilia mit Bezzecchi und Martin einen Doppelsieg einfuhr und KTM-Fahrer Pedro Acosta auf Platz 3 raste.
Situation wird immer klarer
Ducati-Corse-CEO Gigi Dall’Igna zog nach dem US-GP ein Fazit über ein Rennwochenende, an dem für Ducati Vieles nicht passte. «Es war ein GP, der die wahren Verhältnisse auf der Strecke widerspiegelt. Ein glanzloses Rennen, das sich an einem für uns durchwachsenen Wochenende abspielte und das mit großer Vorsicht interpretiert werden muss», schrieb Dall’Igna auf seinem LinkedIn-Account. «Der Samstag begann mit Diggia auf der Pole-Position und Pecco und Marc, die aus der zweiten Startreihe ins Rennen gingen. Leider kostete Marcs Fehler im Sprintrennen ihn im Hauptrennen eine schwere Long-Lap-Strafe, die ihm einen erheblichen Positionsverlust gegenüber seinen engsten Verfolgern bescherte und ihn daran hinderte, um das Podium mitzukämpfen. Wie immer zeigte er sich hartnäckig und entschlossen und schaffte es, sich wieder nach vorne zu kämpfen und als Fünfter ins Ziel zu kommen, wobei er alles gab – wie es sich für diesen Champion gehört, der sich nie zurückhält.»
Der erfahrene Ingenieur ging auch auf den schweren Highspeed-Crash ein, den Marquez im FP1 am Freitag wegzustecken hatte. «Es war ein Marc, der aufgrund des Sturzes am Freitag nicht bei 100 Prozent war und dessen Gefühl für das Motorrad noch unsicher war, und es ihm nicht erlaubte, der Marc Marquez zu sein, den wir so gut kennen und von dem wir so viel erwarten. Wenn wir dazu noch die stetige Verbesserung unserer Gegner hinzufügen, wage ich zu sagen, dass die Situation sehr klar wird.»
«Bagnaia war kurz davor, den Sprint zu gewinnen: Es war großartig und befriedigend zu sehen, wie er so lange an der Spitze fuhr», fuhr Dall’Igna mit dem zweiten Werksfahrer fort. «Am Sonntag gelang ihm zwar kein guter Start, doch er machte dies schnell wieder wett – mit einer entschlossenen und aggressiven Fahrweise und einer schnellen, souveränen ersten Rennhälfte. Er zeigte die Entschlossenheit eines Fahrers, der eine Hauptrolle spielen will, musste dann aber einen starken Leistungsabfall hinnehmen, der dazu führte, dass er immer mehr Positionen verlor und schließlich auf den 10. Platz zurückfiel.»
Für Dall’Igna war der Austin-GP ein Weckruf. «Ganz klar ist, dass wir hart daran arbeiten müssen, um uns zu verbessern und unsere Fahrer in die Lage zu versetzen, ihr Bestes zu geben – besonders jetzt, wo sich die Konkurrenz als so stark erweist», betonte der 59-Jährige. «In den USA hatten wir mehr zu kämpfen, als wir hätten sollen: ein Weckruf, der uns antreiben muss, wieder zu gewinnen – mit der Zuversicht, dass es dann noch besser wird!»
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