Jorge Martin (8.) nach Zeittraining besorgt: «Aprilia muss noch einen Schritt machen»
WM-Leader Jorge Martin kämpfte sich am Sachsenring-Freitag mit 1:20,011 min und Startplatz 8 gerade noch direkt ins Q2 der MotoGP. Er spürt, dass die Konkurrenz zu Aprilia aufgeholt hat.
Der Trainingsfreitag auf dem Sachsenring verlief für Jorge Martin unspektakulär, aber arbeitsreich. Der Aprilia-Pilot beendete das Zeittraining mit 1:20,011 min auf Platz 8 und sicherte sich damit den direkten Q2-Einzug – sein erklärtes Ziel. Auffällig: In Sektor 1 lässt Martin viel Zeit liegen, in den übrigen Sektoren gehört er zu den Besten. Erst kurz vor Schluss setzte er zwei schnelle Runden.
Jorge Martin zum ersten Mal auf dem Sachsenring mit der Aprilia RS-GP
Die Analyse falle ihm schwer, sagte Martin. Im Vorjahr fuhr Martin auf dem traditionsreichen Kurs nicht. Während des Trainings sei er zudem andere Reifen gefahren als der Rest des Feldes. «Ich bin hier noch nie mit Aprilia gefahren, das spüre ich. Es war ein großer Unterschied im Vergleich zum letzten Mal hier.» Zuletzt fuhr Martin 2024 mit Ducati auf dem Sachsenring, stürzte aber. 2023 gewann er sowohl den Sprint als auch das Rennen.
Besonders in den Kurven 7 bis 9 verliere er Zeit gegenüber seinen Aprilia-Kollegen, die dort schneller unterwegs seien, erklärte Martin. Mit Blick auf einen möglichen Podestplatz zeigte er sich vorsichtig optimistisch: «Ich denke wir können ums Podium kämpfen, doch dafür brauchen wir noch einen Schritt. Im Moment spüre ich kein Vertrauen zum Vorderreifen, er bewegt sich am Kurvenrand stark.» Das würde auch erklären, warum er zwei bis drei Zehntel im ersten Sektor liegen lässt.
Angesprochen auf die starke Form der Ducati-Fahrer Fabio Di Giannantonio und Marc Marquez auf dem Sachsenring, antwortete der Spanier: «Wir können im Kampf um den Sieg aktuell nicht mithalten. Wir haben keinen starken Punkt. Wenn es so weiterläuft wie bisher, erwartet uns ein schwieriges Rennen.»
Als er gefragt wurde, wie er die erste Saisonhälfte bewerten würde, mahnte er zur Vorsicht: «Der erste Teil verlief sehr gut, wenn man sieht, woher ich komme. Der Sieg in Le Mans fühlt sich aber weit entfernt an. Die Konkurrenz hat sich verbessert, also müssen wir das auch machen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.»
Dennoch: Mit allen vier RS-GP, die den direkten Weg ins Q2 fanden, steht die grundsätzliche Schlagkraft des Renners aus Noale auch im Osten Deutschlands nicht zur Debatte.
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