Superlizenz: Neue Regel – Stolperstein für Pay-Driver

Von Mathias Brunner
Formel 1
Bitte aussteigen: Nach den neuen Regeln hätte Alfonso Celis jr. 2017 nicht an Freitagtrainings teilnehmen dürfen

Bitte aussteigen: Nach den neuen Regeln hätte Alfonso Celis jr. 2017 nicht an Freitagtrainings teilnehmen dürfen

​Um an einem GP-Wochenende Formel 1 zu fahren, braucht ein Pilot die Superlizenz. Die Regelhüter des Automobilverbands FIA verschärfen für 2018 die Vorschriften für diesen Führerschein.

Scheinbar aus heiterem Himmel verkündete Force India 2015 die Verpflichtung des jungen Mexikaners Alfonso Celis junior als Test- und Ersatzfahrer. Der heute 21-Jährige ist Sohn des grössten Eierhändlers von Lateinamerika. Celis fuhr bei den Wintertests 2015 zwei Tage lang den Wagen der Stammfahrer Sergio Pérez und Nico Hülkenberg, das entspricht einem Viertel der Saisonvorbereitung!

2016 nahm der Mittelamerikaner an sechs Formel-1-Freitagstrainings teil und sass regelmässig im Rennsimulator, das gleiche Programm absolvierte er in der GP-Saison 2017, dazu fuhr er für Force India auch Testfahrten.

Parallel dazu jagte Celis in den Nachwuchsserien die Gegner gnadenlos vor sich her: Zwölfter in der GP3-Serie 2015, 16. in der Formel V8 3.5 2015, Steigerung auf Rang 11 in der Saison 2016, Gesamtdritter 2017 in einem schwachen Startfeld.

Viele Fans finden: Celis ist ein klassischer Pay-Driver, gemessen an seinen Ergebnissen in den Nachwuchsklassen sollte dieser Mann nicht in einem Formel 1 sitzen.

Nun hat der Autoverband FIA die Vorschriften zum Erlangen der Superlizenz verschärft – jenes Führerscheins, den ein Rennfahrer benötigt, um an einem GP-Wochenende Formel 1 zu fahren. Celis ist der einzige Pilot, der 2017 vor dem Hintergrund der neuen Regeln nicht hätte einsteigen dürfen!

Zuvor galt, dass ein Pilot einen repräsentativen Formel-1-Renner 300 Kilometer lang im Renntempo bewegt haben muss, um die Lizenz zu erhalten. Dazu musste das Team nachweisen, dass dieser Fahrer mit dem sportlichen Reglement vertraut ist.

Die schärferen Vorschriften sehen nun vor, dass ein Fahrer in den drei Jahren vor seinem Einsatz (also 2015 bis 2017) entweder mindestens sechs GP2- oder Formel-2-Rennen bestritten haben muss. Oder dass er in den Nachwuchsklassen mindestens 25 Superlizenzpunkte errungen hat. Dies nach einem genauen  Schlüssel der FIA. Rang 3 in der Formel V8 3.5 bringt aber nur zehn Punkte ein.

Auch Toro-Rosso-Freitagfahrer Sean Galael erreicht diese 25 Punkte nicht, aber der Indonesier hat genügend Formel-2-Rennen bestritten, um die Vorgaben zu erfüllen.

Das ganze Punktesystem ist von der FIA eingeführt worden, als Max Verstappen 2015 im zarten Alter von 17 Jahren im Formel 1 sass.

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