Fehlstart von F1 TV: Ross Brawn entschuldigt sich

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Das neue Streaming-Angebot der Formel 1 hat in Spanien einen glatten Fehlstart hingelegt. Der Engländer Ross Brawn, Sportchef bei «Formula One Management», entschuldigt sich bei den Fans.

Das war nichts: Im Rahmen des Grand Prix von Spanien sollte F1 TV endlich online gehen, der Streaming-Dienst der Formel 1, mit dem für 7.99 Euro im Monat (oder 64.99 Euro fürs ganze Jahr) der GP-Sport zu geniessen ist. Leider legte die Formel 1 mit dem neuen Angebot einen Fehlstart hin – der Dienst funktioniert weder in den Trainings noch im Rennen makellos. Nun nimmt Ross Brawn Stellung, Sportchef von «Formula One Management».

In seiner üblichen Nachbesprechung des Rennwochenendes redet der langjährige Technikchef von Benetton, Ferrari und Mercedes nicht um den heissen Brei herum: «Ich muss zugeben, dass die sozialen Netzwerke keinen grossen Teil meiner Welt einnehmen. Aber ich weiss, wie wichtig sie sind, um mehr Fans zu gewinnen, besonders junge Menschen. Wir haben in Spanien auf drei Ebenen gearbeitet – F1 TV, eine Live-Show auf Twitter sowie F1 Vision, also das Handgerät, das die Fans vor Ort mieten können.»

«F1 TV hatte keinen leichten Start, dafür möchte ich mich bei den Fans entschuldigen. Aber wir mussten mit unserem Sport bei null beginnen, weil es solche Angebot zuvor nicht gab, und wir werden das ungeachtet der Schwierigkeiten packen.»

«Irgendwie passt das gut zur Formel 1. Wir entwickeln laufend, auf dem jüngsten Stand der Technik. Die Fans sollen uns auf diesem Weg begleiten, und unsere neuen Angebote helfen dabei.»

Ross Brawn (63) hat viel zu tun, also taucht er nicht bei jedem Rennen auf. Der Vorteil: Er kann einen Grand Prix vor dem Bildschirm verfolgen und sieht sofort, was gut ist und was verbesserungsbedürftig. «Wir haben einige neue Kameraperspektiven verwendet, und wir haben die Einblendungen von Daten in den Bereich des Kopfschutzes Halo verfeinert.»

In den ersten Rennen hatten sich die Fans bitter beklagt, ein erheblicher Teil des Bildes bestehe aus eine schwarzen Bogen. Seither arbeitet die FOM mit anderen Kameraeinstellungen, in den Bügel elektronische eingeblendet werden Informationen darüber, ob der Fahrer Gas gibt oder bremst, in welchem Gang er sich befindet und wie schnell sein Auto ist. Clever!

Ross Brawn weiter: «Wir haben zudem am Motor ein Mikro platziert, um den Sound besser in die guten Stuben transportieren zu können. Und wir werden weiterhin Fahrer-Interviews direkt nach Quali und Rennen zeigen, weil wir so viele Emotionen als möglich übertragen möchten.»

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