Formel 1 anno 2026: Welches Team hat das stärkste Fahrerduo?
Das bietet Stoff für stundenlange Diskussionen unter GP-Fans: Welcher Formel-1-Rennstall geht 2026 mit der stärksten Fahrerpaarung an den Start? Die Antwort ist ziemlich knifflig.
Die Formel 1 tritt in eine frische Ära – mit neuen Rennwagen, die den Piloten mehr Werkzeuge geben, beim Angreifen und Verteidigen. Welches Team die Hausaufgaben für 2026 am besten gelöst hat, das wird sich zum Teil bei den kommenden Wintertests andeuten.
Die 2026er Rennwagen werden von 26. bis 30. Januar auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya getestet, dann folgen zwei Tests zu drei Tagen in Bahrain (vom 11. bis 13. Februar sowie vom 18. bis 20. Februar).
Durchaus möglich, dass einem Team ein Volltreffer gelingt, so wie 2014 Mercedes-Benz am Anfang der Turbohybrid-Ära. Die Marke mit dem Stern eroberte in der Folge sieben Fahrer- und acht Marken-Titel in Folge, erst Max Verstappen und Red Bull Racing konnten diesen Durchmarsch ab 2021 stoppen.
Weder bei den Tests noch beim WM-Auftakt in Australien (8. März in Melbourne/Australien) wird sich das exakte Kräfteverhältnis zeigen, dazu bedarf es der Erfahrung aus einigen Rennen.
Worüber die Fans aber schon heute leidenschaftlich diskutieren: Wer 2026 mit dem stärksten Fahrerduo an den Start geht. Dazu geben wir einige Denkanstösse, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
McLaren – Lando Norris hat sich 2025 markant gesteigert und ist zum ersten Mal Weltmeister geworden. Oscar Piastri fuhr in der ersten Saisonhälfte ganz stark, dann folgte eine Phase des nur teilweise erklärbaren Schwächelns. Wir behaupten: Auch der Australier ist ein potenzieller Champion. McLaren ist hervorragend aufgestellt.
Mercedes – George Russell hat 2025 seine beste Saison in der Formel 1 gezeigt und behauptet, dass er mit dem richtigen Auto ein Wörtchen um den Titel mitreden könne. Das glauben wir auch. GP-Neuling Kimi Antonelli begann das Jahr stark, kam anschliessend mit der veränderten Aufhängung nicht zurecht, beendete die Saison aber auf hohem Niveau. Der italienische Teenager wird mit mehr Erfahrung nur besser. Als Fahrerduo nicht auf dem Niveau von McLaren.
Red Bull Racing – Max Verstappen trat bei RBR 2025 oft als Einmann-Team an, Liam Lawson und Yuki Tsunoda konnten nur selten überzeugen. Über die Qualitäten des Niederländers ist alles gesagt, er ist unterm Strich der beste Mann im Feld, basta. Für Isack Hadjar gilt das Gleiche wie oben für Antonelli – gute Ansätze, wird mit mehr Erfahrung nur besser. Es wird spannend sein zu sehen, wie der Franzose mit dem Druck zurechtkommt. Ob der Pariser ein Siegfahrer ist, muss er unter Beweis stellen.
Ferrari – Wir haben uns festgelegt: Der kompletteste Racer im Feld ist Max Verstappen. Hätte die Frage allerdings gelautet: Wer ist der schnellste Mann in der Formel 1, dann wären wir nicht die Einzigen, die Charles Leclerc ganz weit oben auf dem Zettel hätten. Was dem Monegassen bisweilen fehlt, ist Konstanz. Lewis Hamilton hat natürlich das Rennfahren nicht verlernt, auch wenn er der Erste ist, der die Saison 2025 als Enttäuschung bezeichnet hat. Eine exzellente Mischung aus Speed und Erfahrung, aber die Kernfrage wird bei Hamilton lauten, ob er und Ferrari endlich zu einer Einheit werden.
Williams – Diese Statistik ist kein Zufall: Jedes GP-Team, zu dem Carlos Sainz gestossen ist, hat besser abgeschnitten als im Jahr zuvor. Der Spanier ist ein sehr guter Entwickler, ein Mannschaftsspieler und ein Rennfahrer mit makellosem Arbeitseinsatz. Ach ja, und schnell ist der Kerl auch. Er hat bei Ferrari immerhin Charles Leclerc die Stirn geboten. Wir sind nicht sicher, ob von Alex Albon nochmals ein Schritt nach vorne kommen wird. Aussicht: Solides Duo, aber nicht herausragend.
Racing Bulls – Liam Lawson hat sich im Laufe der Saison gefangen, doch Red Bull hat in Isack Hadjar mehr Entwicklungspotenzial entdeckt. Arvid Lindblad ist nach nur einem Jahr in der Formel 2 in die Königsklasse gehievt worden. Bei einigen Piloten hat sich die frühe Beförderung nicht bewährt. An Talent mangelt es beiden nicht.
Aston Martin – Es gibt nur zwei Fahrer im Feld, die ein Rennen durch und durch verstehen, Max Verstappen und Fernando Alonso. Der scheinbar ewig junge Alonso, inzwischen 44, wird mit den ganzen neuen Spielzeugen der frischen Rennwagen-Generation einen Riesenspass haben. Bei Lance Stroll fragen wir uns immer wieder, ob dieser Mann wirklich glücklich ist als Formel-1-Fahrer. Gerade bei misslichen Verhältnissen lässt der Kanadier immer wieder Klasse aufblitzen. Aber getragen wird das Team von Alonso.
Audi – Nico Hülkenberg (38) und Gabriel Bortoleto (21) sind das Paradebeispiel für eine kluge Mischung aus Erfahrung und Jugend. Als Bonus kommen die beiden hervorragend miteinander aus. Ein überaus verlässliches Duo, von der Qualität im vorderen Mittelfeld.
Haas – In seiner ersten vollen Saison hat Ferrari-Zögling Oliver Bearman den französischen GP-Sieger Esteban Ocon einige Male hinter sich gelassen. Der Brite scheint mehr Potenzial zu bergen als Ocon. Wenn sich Bearman so weiterentwickelt, drängt er sich als Hamilton-Nachfolger bei Ferrari auf. Als Paket sind die beiden über die ganze Saison zu wenig konstant.
Alpine – GP-Sieger Pierre Gasly hat 2025 aus dem Alpine-Rennwagen mehr geholt, als die Karre eigentlich hergeben sollte. Franco Colapinto hat die Saison als Doohan-Nachfolger mit leerem Punktekonto abgeschlossen. 2026 fährt Alpine mit Mercedes-Power, wir trauen Gasly da Einiges zu. Bei Colapinto stellt sich die Frage, wann er bisweilen tollen Speed in etwas Zählbares umwandeln kann.
Cadillac – Hätten Sie als Chef eines neuen GP-Rennstalls auch zwei Routiniers verpflichtet? Die Erfahrung der beiden GP-Sieger und WM-Zweiten Valtteri Bottas und Sergio Pérez ist unbestritten. Ob sie nach einem Jahr Auszeit noch den Biss haben, um sich mit den Besten der Branche zu messen, wird sich zeigen. Ganz ehrlich: Unsere Erwartungen halten sich in Grenzen.
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