Nach Demütigung: Renault schießt gegen Red Bull

Von Andreas Reiners
Formel 1
Cyril Abiteboul und Christian Horner

Cyril Abiteboul und Christian Horner

Die Motorenpartnerschaft zwischen Red Bull Racing und Renault war im Grunde eine Dauerkrise. Im letzten Jahr knallt es nochmal heftig, nun schießt Renault zurück.

Nach dem ärgerlichen Ausfall von Max Verstappen beim Ungarn-GP gab es für Motorenpartner Renault mal wieder die volle Breitseite. Und das vor einem Millionenpublikum. Eine ganz besondere Demütigung für die Franzosen.

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner schimpfte im Live-TV-Interview mit Sky Sports F1: «Das ist bitter für Max, denn das war ein Motorschaden.» Und er verriet: «Wir denken, es hängt mit der MGU-K zusammen.»

Horner weiter: «Ich schätze, das ist für keinen hier eine große Überraschung. Wir zahlen Renault viele Millionen für diese Motoren, die erstklassige Spitzenprodukte sein sollten. Es ist aber ziemlich klar, dass sie diese Erwartungen nicht erfüllen. Das ist natürlich sehr frustrierend.»

Horner konnte sich denn auch eine verbale Spitze gegen Renault-Sport-Chef Cyril Abiteboul nicht verkneifen. Über den Ingenieur aus Paris, der das Sportprogramm der Franzosen leitet, sagte Horner: «Ich überlasse es Cyril, hinterher die Ausreden dafür zu liefern.»

Bumm. Das saß. Könnte man zumindest meinen. Doch Abiteboul hat offenbar oft genug in den vergangenen Jahren diese Kritik gehört, die sich durch die gemeinsame Partnerschaft zieht. Im Grunde kriselte es ständig. Er sagte deshalb auf die Frage, was denn die Renault-Chefs zu Horners Aussagen meinen: «Unsere Bosse lesen längst nicht mehr, was Christian Horner seit 2015 über uns sagt. Es ist ganz klar, dass wir mit ihnen nichts mehr zu tun haben. Es ist erledigt.»

Tatsächlich ist die Partnerschaft nach dieser Saison Geschichte, ab 2019 bekommt Red Bull die Motoren von Honda. «Sie haben dann einen Motorenpartner, der verdammt viel Geld dafür zahlt, um sein Produkt an Bord zu bringen, und ich wünsche ihnen viel Glück. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen», sagte Abiteboul.

Was die von Horner angesprochene MGU-K betrifft, sagte Abiteboul bei auto motor und sport: «Wir haben nach Monaco auf eine verbesserte MGU-K umgestellt. Red Bull fährt sie aber nicht. Weil sie sparen wollen und der Einbau im Auto anders ist. Mit der neuen MGU-K haben wir die Temperaturen viel besser im Griff. In unseren Autos gab es keine Probleme. Aber wir können Red Bull nicht zwingen, damit zu fahren. Es ist ihre Entscheidung.»

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