Petrucci über BMW-Entwicklung: «Erwartungen ruinieren einem das Leben»
Durchwachsener Einstand für Danilo Petrucci bei BMW. Trotz Rang 11 in der WM bleibt der Italiener ruhig – und erklärt, warum zu hohe Erwartungen gefährlich sind.
Der Einstand von Danilo Petrucci als BMW-Werkspilot in der Superbike-WM verlief solide, aber nicht spektakulär. Beim Saisonauftakt in Australien überraschte der Italiener zunächst mit einer starken Superpole, die er auf Rang 6 beendete. In den beiden Hauptrennen fuhr er die Plätze 10 und 6 ein, im Sprintrennen blieb er als Zehnter außerhalb der Punkteränge. In der Fahrerwertung liegt Petrucci nach dem ersten Rennwochenende mit 16 Punkten auf Position 11.
Petruccis Schlüssel zum Glück: Keine hohen Erwartungen haben
«Ich fühle mich zuversichtlich. Erwartungen ruinieren einem das Leben», erklärt Petrucci. «Wenn du erwartest, etwas zu erreichen, und dann nicht gut darin bist, wirst du traurig sein. Wenn du nichts erwartest, ist alles, was kommt, gut.»
Ganz ohne Ehrgeiz geht es für den 35-Jährigen allerdings nicht. «Ich bin sehr ehrgeizig. Ich will schnell sein. Ich bin nicht hier, um einfach nur das Starterfeld aufzufüllen und zu sagen: 'Okay, ich bin hier, weil ich Zeit in Australien verbringen will.'»
Nervosität verspürt der frühere MotoGP-Rennsieger keine. «Ich bin auf jeden Fall nicht nervös. Ich bin fokussiert. Manchmal werde ich wütend, weil ich immer eine Lösung finden möchte. Das ist das Problem. Aber im Moment geht es mir ganz gut, weil ich bereits vorher wusste, dass es schwierig wird.»
Wechsel ins Weltmeister-Team: Petrucci ist sich der Verantwortung bewusst
Dass der Wechsel zu BMW kein Selbstläufer wird, war Petrucci bewusst. Das Werk aus München reist mit viel Rückenwind an – und mit einer großen Verantwortung. «Ich wäre eher überrascht, mich schon unter den Top-3 zu finden. Natürlich hätte ich das gern. Es ist besser, aber es ist keine einfache Aufgabe.»
Der Italiener verweist auf die jüngsten Erfolge der Marke: «Vor allem haben wir ein großes Erbe auf unseren Schultern. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass BMW zwei Meisterschaften gewonnen hat. Deshalb ist es für uns keine leichte Aufgabe, und das wissen sie.»
Trotz der bislang ausbleibenden Podestplätze spürt Petrucci intern eine positive Stimmung. «Ich bin so glücklich zu sehen, dass die Leute lächeln und sich freuen, wenn ich über das Motorrad spreche und wenn wir Meetings haben. Das beruhigt mich und macht mich zuversichtlich.»
So fällt sein erstes Fazit differenziert aus: Die Ergebnisse spiegeln noch nicht das Potenzial wider, doch die Basis stimmt. Und solange die Erwartungen nicht zur Last werden, sieht Petrucci keinen Grund zur Unruhe.
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