Vettel: «Weiss nicht, ob sich Poker auszahlt»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel mit einigen chinesischen Fans

Sebastian Vettel mit einigen chinesischen Fans

Die Gründe für Rang 9 im Qualifying – ein gewagter Reifenpoker des Weltmeisters.
Nur zwei Piloten gingen auf der härteren Mischung ins letzte Quali-Segment. Überraschenderweise nicht etwa Daniel Ricciardo im Toro Rosso und Nico Hülkenberg im Sauber, sondern die Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull Racing) und Jenson Button (McLaren)!

Kleine Medienrunde hinter einer der vielen Team-Hütten in der Seen-Landschaft des Shanghai-Fahrerlagers. Sebastian Vettel federt heran und setzt sich.

Sebastian, kannst du uns bitte in Sachen Quali-Taktik ein wenig erhellen?

Ich tat im Grunde nur das Gleiche wie Jenson. Gestern haben wir gelernt, dass die sich die meisten Piloten mit dem weicheren Reifen schwer tun. Er hält einfach nicht lange genug. Also wollten wir etwas Anderes machen. Wir haben aus diesem Grund keine volle Runde gedreht, das gibt uns fürs Rennen die freie Reifenwahl, weich oder hart.

Bist du überrascht, dass nicht mehr Fahrer sich für diesen Weg entschieden haben?

Vorne sah es nach einem heissen Tanz zwischen Ferrari und Mercedes aus. Besonders Ferrari war das ganze Wochenende über auf dem weichen Reifen überaus konkurrenzfähig, Mercedes wirkte auf dem härteren stärker. Wobei ich natürlich die entsprechenden Spritmengen nicht kenne. Aber dann fuhr Lewis im Mercedes auf Pole. Ich glaube nicht, dass ich eine solche Zeit hätte erreichen können. Wir haben uns dann hingesetzt und in Ruhe darüber gesprochen, mit welcher Taktik wir ans Quali und daher ans Rennen herangehen wollen. Das Resultat davon habt ihr gesehen.

Du bist eigentlich der grosse Pole-König. Wie fühlt es sich an, in einem Abschlusstraining so vorzugehen?


Nun, WM-Punkte gibt es erst am Sonntag. Also habe ich auch keine Probleme damit.

Wir hören, du hattest ein Bremsproblem?

Ja, das stimmt. Ich hatte keinen Bremsdruck mehr und hätte auch aus diesem Grund die Runde abbrechen müssen. Das ist ziemlich unangenehm, wenn du da die Kurve auf dich zukommen siehst. Wir wussten auch, dass Jenson nur eine 2:05er Runde gefahren hatte, ich hätte also maximal um einen Platz aufrücken können. Klar hätte ich das leicht schlagen können, aber es war sicherer, an die Box zu fahren.

Bist du zuversichtlich, dass sich dieser Defekt nicht wiederholt?

Ja.

Bist du wegen des Benzin-Problems am Wagen von Webber besorgt?

Ich fragte über Funk sofort nach: Haben wir das gleiche Problem wie in Abu Dhabi? Damals hatten wir ja noch Sprit im Wagen, einfach nicht genug für die FIA-Spritprobe. Was genau der Grund jetzt ist, kann ich derzeit nicht sagen.

Fällt die Wahl schwer, ob man nun mit dem weichen oder harten Reifen losfährt?

Vom Platz aus, wo wir stehen, nein, nicht so schwer. Das könnte morgen hoch interessant werden. Ob allerdings unsere Strategie morgen aufgeht, weiss ich auch noch nicht. Wir haben schon Rennen erlebt, in welchen diese Taktik aufgegangen ist, und dann gab es Grands Prix, wo die Strategie hätte ziehen müssen, und es hat nicht geklappt.

In Sachen Schlagzahl im Rennen – wo stehst du da?

Schwierig zu sagen, weil der übermässige Abbau der Reifen gestern das Bild verzerrt hat. Zehn oder zwanzig Kilo mehr im Auto machen da Riesen-Unterschiede aus. Wir sollten aber bei der Musik sein.

Wer ist am stärksten?

Ich glaube Mercedes. Die wirkten immer schnell, die waren auch in den vergangenen Jahren hier in Shanghi immer gut, irgendwie scheinen sich Strecke und Auto zu mögen. Die werden schwer zu schlagen sein.

Traust du jemandem wie sagen wir Kimi ein Zweistopp-Rennen zu?

Das würde mich sehr überraschen. Die mittelharte Mischung ist nicht das Problem, aber die weiche ist kritisch. Und für einen Zweistopper musst du ja einen beträchtlichen Teil des Rennens auf der weichen Mischung fahren.

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