18-Zoll-Reifen: Mindestens ein Jahr Vorbereitungszeit

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Lotus absolvierte die Streckenpremiere der neuen 18-Zoll-Reifen von Pirelli

Lotus absolvierte die Streckenpremiere der neuen 18-Zoll-Reifen von Pirelli

Lotus-Technikchef Nick Chester spricht im Interview über die 18-Zoll-Konzeptreifen von Pirelli, die Probleme von Silverstone und den anstehenden Grand Prix auf dem Hockenheimring.
Nick Chester, was erwartet Lotus vom nächsten Formel-1-Rennwochenende auf dem Hockenheimring?

Die Strecke bietet eine gute Mischung aus langen Geraden und mittelschnellen Kurven im letzten Sektor. Zwei der Geraden führen in schnellere Kurven hinein, und das ist gut für uns, denn wir werden dort in diesem Jahr zwischen den weichen und extra-weichen Reifen wählen können. Auch das Wetter spielt auf dem Hockenheimring oft eine grosse Rolle, bei unserem letzten Besuch 2012 regnete es am Freitag und am Samstag. Die Haarnadel-Kurve ist eine Schlüsselstelle für Überholmanöver, deshalb steht auch das Bremsen im Mittelpunkt.

Werden Romain Grosjean und Pastor Maldonado in Deutschland neue Teile ausprobieren?

Ja, unsere Entwicklungsarbeit läuft auf Hochtouren. Wir werden einen neuen Frontflügel ausprobieren, der eine Verbesserung darstellt, auch bei der Kühlung werden wir Neues ausprobieren, genauso wie einige kleinere Veränderungen an der Verkleidung, um das Abtriebsniveau zu steigern. Wir hoffen, dass wir zwischen dem, was wir beim Silverstone-Test gelernt haben und diesen Weiterentwicklungen einen weiteren Schritt nach vorne machen können.

Wie gut passt der Hockenheimring zu den Stärken des Lotus E22?

Wenn man sich die nächsten Rennen auf dem Hockenheimring und dem Hungaroring anschaut, dann passt die Streckencharakteristik des ungarischen Kurses besser zu unserem Renner als die Strecke in Deutschland. Grund dafür ist die Tatsache, dass der Hungaroring vor allem mittelschnelle Kurven umfasst. Es ist auch keine Strecke, auf der die Motorenpower eine grosse Rolle spielt, sondern ein Kurs, auf dem viel Abtrieb gefragt ist. Das kommt uns alles entgegen.

Weiss man schon, was hinter den Problemen von Grosjean und Maldonado während des Grossbritannien-GP steckt?

Romain konnte beim Start nicht die volle Power nutzen, weil beim Motor-Setting etwas schief lief. Das war frustrierend, denn er hat dadurch viele Positionen eingebüsst und ist hinter langsameren Autos gelandet. Pastor war dem Crash mit Esteban Gutiérrez mit einem stark beschädigten Unterboden unterwegs, wodurch er ziemlich viel Abtrieb einbüsste. Auch der Heckflügel wurde dabei beschädigt, so gesehen war er noch ziemlich flott unterwegs. Wir haben bei Pastors Auto auch während des Rennens Motorpower eingebüsst, trotzdem versuchten wir, ihn so lange wie möglich im Rennen zu halten. Dabei ist wohl die Auspuff-Temperatur derart stark gestiegen, dass es schliesslich zu einem Auspuff-Defekt kam. Auch die Flugeinlage beim Crash mit Pastor dürfte dem Auspuff zugesetzt haben.

Das Lotus-Team durfte nach dem GP die 18-Zoll-Prototyp-Reifen von Pirelli auf dem Silverstone Circuit testen. Welche Änderungen mussten dabei am Auto vorgenommen werden?

Die 18-Zoll-Reifen unterscheiden sich offensichtlich stark von den aktuellen Reifen, die wir derzeit in der Formel 1 einsetzen. Wir haben das Ganze als Premierenfahrt betrachtet, bei der Pirelli einfach mal schauen kann, welche Daten dabei herauskommen. Es ging also nicht um die Performance. Wir mussten natürlich die Bodenfreiheit anpassen und auch die Aufhängung mussten wir modifizieren und den Sturz neu einstellen. Mit diesen sehr rudimentären Anpassungen erlaubten wir Pirelli, eine erste Idee von den neuen Reifen zu bekommen und auch zu sehen, wie die grösseren Reifen an einem Formel-1-Renner aussehen.

Wie viel Vorbereitungszeit ist nötig, bevor die 18-Zoll-Reifen in den Grands Prix zum Einsatz kommen können?

Die neuen Reifendimensionen würden sich stark auf das Design der Fahrzeuge auswirken. Die Windkanal-Tests würden mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen. Die Bodenfreiheit und Aufhängungssysteme müssten geändert werden und auch das Reifenprofil würde sich ändern. Das wäre aber eine sehr interessante Herausforderung.

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