Nico Hülkenberg (Audi): Verblüffendes Urteil über die neuen Rennwagen
Der Deutsche Nico Hülkenberg (38) spricht über die Saisonvorbereitung von Audi: «Wir haben noch einige Hausaufgaben zu erledigen, aber das war meiner Meinung nach auch zu erwarten.»
Eineinhalb Tage des ersten Bahrain-Wintertests sind gelaufen, der 38-jährige Audi-Fahrer Nico Hülkenberg hat den ersten Teil des 12. Februar auf Platz 6 abgeschlossen.
Der 250-fache GP-Teilnehmer sagt zu seinen Eindrücken mit den 2026er Autos auf eine Frage von SPEEDWEEK.com: «Es fühlt sich anders an, und es klingt anders. Die letzte Fahrzeug-Generation, insbesondere die Antriebseinheit, wurde über ein Jahrzehnt lang entwickelt und perfektioniert. Alles lief da geschmeidig, alles war nahtlos und angenehm.»
«2026 ist alles anders, anderer Rennwagen, anderer Motor, und dazu kommt, dass wir bei Audi erstmals einen Formel-1-Motor und ein F1-Getriebe gebaut haben, also haben wir noch Hausaufgaben zu erledigen, noch etwas nachzubessern hier und da. Das war aus meiner Sicht auch zu erwarten.»
«Das ist derzeit der grösste Faktor»
«Für mich derzeit der grösste Faktor ist der Mangel an Abtrieb, das ist der entscheidende Punkt. Die Autos vom letzten Jahr hatten eine unglaubliche Downforce. Wahrscheinlich werden die Teams das mit der Zeit wieder wettmachen, aber im Moment ist es offensichtlich weniger, und es erinnert mich sehr an die Reglementänderungen 2014 – neue Power-Unit, die Aerodynamik ganz anders, und man fängt ewieder von vorne an.»
«Für den Fahrer gilt: Man lernt neu, man passt sich an, aber letztlich ist es noch immer ein Rennwagen mit vier Rädern, einem Frontflügel, einem Heckflügel und einem Lenkrad – die Physik bleibt also dieselbe.»
Audi hatte in Barcelona ein Basismodell im Test, mit dem Auto von Bahrain hat das nicht mehr viel gemein: Raffinierte Seitenkästen, extrem geschnitten, dazu viel aerodynamische Feinarbeit im heiklen Bereich der Vorderräder und vor dem Beginn des Unterbodens. Audi ist da nicht Mitschwimmer, sondern Vordenker.
Die Frage ist, was das auf der Stoppuhr alles wert sein wird. Hülki, WM-Siebter von 2018 meint: «Wir sind noch in einer frühen Phase, da werden wir in der kommenden Woche etwas schlauer sein.»
Das Problem Wind
«Derzeit ist zu beobachten, dass sich alle Piloten schwertun. Ich habe in den Passagen der Kurven 9/10 noch nie so viele Autos die Räder blockieren sehen, das ist einerseits wegen des Winds – normalerweise haben wir Rückenwind in Kurve 1 und 10, aber dieses Jahr ist es umgekehrt, da ist es Rückenwind, was alles sehr schwierig macht.»
«Und dann kommt natürlich das Verhalten des Autos in Sachen Energie-Gewinnung hinzu, das ist also eine Kombination aus mehreren Dingen. Da haben derzeit alle Potenzial für Verbesserungen.»
«Aber nochmals: Wir haben jetzt Tag 5 der Probefahrten mit diesen komplett neuen Autos, ich wäre schon überrascht gewesen, wenn schon jeder alles perfekt im Griff hätte.»
Ob die 2026er Fahrzeuge auch gute Rennwagen sind, im Sinne von: guten Sport erlauben, dazu meint Nico: «Wir werden erst nach einigen GP-Wochenenden wirklich wissen, wie renntauglich diese Autos sind. Mir ist klar ihr seid gespannt und wollt ein Antworten und Infos, aber ich glaube, es wäre nicht fair, darüber jetzt schon ein Urteil zu fällen.»
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