Qualifying: Crash, Regen und Pole von Lewis Hamilton

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Lewis Hamilton sicherte sich im Chaos-Qualifying von Spielberg die Pole-Position

Lewis Hamilton sicherte sich im Chaos-Qualifying von Spielberg die Pole-Position

Das Qualifying zum Österreich-GP bot alles, was das Formel-1-Fan-Herz begehrt: Die Zuschauer am Red Bull Ring durften spektakuläre Abflüge, Wetter-Chaos und jede Menge Spannung live miterleben.

Im Qualifying zum Österreich-GP hatten es die Formel-1-Piloten nicht so eilig wie am Morgen, auf die Strecke zu kommen. Der Erste, der die Box verliess, war Renault-Rookie Jolyon Palmer, der kurz darauf Gesellschaft von Manor-Pilot Pascal Wehrlein bekam. Der Deutsche hatte im dritten freien Training mit dem 13. Platz für eine Überraschung gesorgt.

Bald darauf rückten auch weitere GP-Piloten aus, und alle entschieden sich, gleich auf der schnellsten Mischung auf Zeitenjagd zu gehen. Lewis Hamilton übernahm mit 1:07,014 min die Spitzenposition und auch sein Teamkollege Nico Rosberg, der am Morgen noch durch einen unverschuldeten Abflug für Hektik in der Mercedes-Box gesorgt hatte, konnte acht Minuten nachdem die Boxenampel auf grün geschaltet hatte, auf die Piste gehen.

Gleich hinter Hamilton reihten sich zu Beginn die beiden Force India-Piloten Sergio Pérez und Nico Hülkenberg ein, wobei sich der Deutsche über Boxenfunk beklagte, weil er von einem Sauber-Renner eingebremst wurde. Noch schlechter erging es seinem Teamkollegen. Der 26-Jährige aus Guadalajara meldete nach acht Minuten: «Meine rechte Hinterradaufhängung ist hin.»

Crash von Daniil Kvyat

Für die grosse Aufregung sorgte aber Daniil Kvyat, der in der achten Kurve zu optimistisch über die Randsteine bretterte, sich dabei die rechte Hinterradaufhängung beschädigte und in die Streckenbegrenzung rutschte. Weil er dabei nochmals in die mit Altreifen geschützte Boxeneinfahrt einschlug, sorgte er für viel Schrott und deshalb wurde die rote Flagge geschwenkt.

Teamchef Franz Tost erklärte im TV-Interview trocken: «Er hat die schnelle Runde gebraucht, deshalb musste er das Risiko eingehen. Er ist auf die Randsteine geraten und dabei ging die Aufhängung dann kaputt.» Kvyat selbst erklärte: «Wir müssen das analysieren, das Problem ist, dass nicht die Aufhängung auf der Seite kaputt ging, mit der ich auf die gelben Randsteine geraten bin, sondern jene auf der anderen Seite. Das ist eigenartig.»

Nach 16 Minuten durften die GP-Stars die letzten 104 Sekunden des ersten Qualifying-Segments in Angriff nehmen. Weil die Zeit so knapp war, beeilten sich die GP-Piloten, aus der Box zu kommen, wobei Hülkenberg die Nase vorne hatte. Für Kvyats Teamkollegen Carlos Sainz war die letzte Q1-Zeitenjagd allerdings schon vorbei, bevor sie richtig begonnen hatte, weil sein Ferrari-Motor in Rauch aufging. Zur Erinnerung: Die Toro Rosso-Piloten sind mit den 2015er-Triebwerken der Scuderia unterwegs.

Kurz darauf war klar: Die erste Verlierergruppe setzte sich aus Kevin Magnussen (17.), Jolyon Palmer (18.), Rio Haryanto (19.), Kvyat (20.), Marcus Ericsson (21.) und Felipe Nasr (22.) zusammen. Die Bestzeit hatte sich Rosberg mit 1:06,516 min gesichert und auch dessen Landsmann Wehrlein sorgte erneut für hochgezogene Augenbrauen. Der Mercedes-Förderpilot drehte die zehntschnellste Runde im Q1!

Regen sorgt für frühes Q2-Ende

Zum Start des zweiten Qualifying-Segments wurden die Piloten gewarnt, dass es schon auf der ersten Runde regnen könnte. Hülkenberg hatte ganz andere Sorgen. Der Deutsche geriet ins Fadenkreuz der Regelhüter, weil er nach Sainz' Motorschaden unter Gelb zu schnell unterwegs war.

Die Ferrari-Piloten rückten auf den superweichen Reifen aus und sorgten damit für Hektik bei der Konkurrenz. Red Bull Racing reagierte gleich und schickte auch Daniel Riccairdo und Max Verstappen auf der zweitweichsten Slick-Mischung auf die Piste. Der Hintergedanke: Da in den nächsten Minuten ein Regenschauer erwartet wurde, wollten die Teams ihre Schützlinge auf jenen Reifen eine Runde drehen lassen, mit denen sie morgen ins Rennen starten müssen.

Die beiden Silberpfeil-Piloten setzten hingegen erneut auf die ultraweichen Reifen und wurden dafür mit den Spitzenpositionen belohnt, wobei diesmal Hamilton mit 1:06,228 min die Nase vorn hatte. Kurz darauf kam der erwartete Regen und sorgte damit für Ruhe auf der Piste.

An der Zeitenliste änderte sich nichts mehr: Hamilton durfte sich über die Q2-Bestzeit vor Rosberg, Vettel, Ricciardo, Verstappen, Bottas, Räikkönen, Massa, Hülkenberg und Jenson Button freuen. Esteban Gutiérrez (11.), Pascal Wehrlein (12.) und Fernando Alonso (13.) gesellten sich zu Sainz (14.) und Pérez (15.) in die zweite Verlierer-Gruppe.

Pole für Lewis Hamilton

Die Formel-1-Stars rückten auf Intermediates-Reifen zur Top-Ten-Zeitenjagd aus, denn die Piste war nach dem kurzen Schauer noch sehr nass, als die letzten zwölf Minuten des Qualifyings anbrachen. Erst setzte sich Vettel an die Spitze, dann Hülkenberg und schliesslich Ricciardo – bis die Silberpfeil-Piloten auch Gas gaben und sich vor dem Australier einreihten.

Für eine Überraschung sorgte Button, der sich zwischen die beiden Mercedes-Fahrer schob. Hülkenberg wagte das Risiko und holte sich ultraweiche Reifen an der Box. Einige Konkurrenten reagierten und holten sich auch Slick-Reifen an der Box ab. Rosberg verzichtete hingegen darauf, die rillenlosen Reifen einzusetzen.

Das Risiko zahlte sich aus: Erst setzte sich Hülkenberg an die Spitze, dann Massa, Räikkönen, Hamilton und schliesslich wieder Hülkenberg. Doch die letzte schnelle Runde warf die ganze Reihenfolge noch einmal durcheinander. Am Ende durfte sich Hamilton vor Rosberg, Hülkenberg, Vettel, Button, Räikkönen, Ricciardo, Bottas, Verstappen und Massa freuen.

Zur Erinnerung: Rosberg und Vettel werden eine Strafversetzung um fünf Startplätze absitzen müssen, weil beide einen ungeplanten Getriebewechsel vornehmen mussten. Auch Hülkenberg muss um seinen Platz in der ersten Startreihe zittern, weil er während der Gelbphase im ersten Qualifying-Segment zu schnell unterwegs war.

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Lewis Hamilton: Hunger auf mehr als Formel 1

Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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