Sebastian Vettel, Ferrari: «Nichts rechtfertigt Tod»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel

Sebastian Vettel

​Ferrari-Star Sebastian Vettel spricht über den Abgang von Technikdirektor James Allison und über die Aufteilung der Arbeit zwischen dem 2016er Auto und dem 2017er Renner.

Körpersprache ist eine feine Sache. Natürlich muss die erste Frage an Ferrari-Star Sebastian Vettel am Hockenheimring die Scheidung zwischen Ferrari und Technikchef James Allison sein. Vettel verschränkt sofort die Arme (soweit zum Thema Körpersprache), dann gibt der vierfache Formel-1-Champion zur Antwort: «Nun, das Team hat bekannt gegeben, was passiert ist. James war lange Zeit bei uns, er kennt das Team durch und durch. Klar wird sein Abgang einen Unterschied machen, aber kurzfristig wird sich das nicht auswirken.»

Was passiert bei Ferrari hinsichtlich 2017? Wann ist der Zeitpunkt gekommen, die Entwicklung des 2016er Autos herunter zu fahren?

Sebastian Vettel meint: «Generell arbeitet eine stattliche Gruppe von Fachkräften bei uns bereits mit Vollgas am Auto für die kommende Saison. Aber es gibt immer Lehren, die du vom 2016er Auto aufs kommende Fahrzeug umsetzen kannst, auch wenn sich die Regeln ändern. Von daher wäre es falsch, 2016 abzuschreiben.»

Nach vielen Wechseln bei Ferrari und vor dem Hintergrund der Erwartungen von Ferrari-Chef Sergio Marchionne – hat Ferrari ein Problem ein Führungsproblem? Sebastian widerspricht: «Nein, wir haben die richtigen Leute an Bord. Klar wird viel in den Medien geschrieben, was unser Präsident von uns erwartet. Ja, er treibt den Rennstall an und ist auch oft in Maranello. Er engagiert sich sehr, das finde ich grundsätzlich gut. Und er weiss, wovon er spricht. Und Maurizio macht einen guten Job, ich bin froh, dass wir ihn haben.»

«Es fehlt uns noch etwas, um es mit Mercedes aufzunehmen, hier in Hockenheim fehlen uns wohl vier oder fünf Zehntel pro Runde. Unser Ziel muss sein, sie mehr unter Druck zu setzen. Aber im Rennsport kann viel passieren. Und dann musst du bereit sein.»

Wieso haben wir in England volle Hütte, und die Organisatoren tun sich schwer, in Hockenheim die Tribünen zu füllen?

Sebastian findet: «Da gibt es zahlreiche Gründe. Vor Michael Schumacher gab es lange keinen Lokalhelden in Deutschland, dann war Michael endlich da, und natürlich war der Hype enorm. Früher war auch der Hockenheimring selber anders. Hinten gab es ja fast nur die Waldgeraden, es war ein Ereignis, wenn die Autos dann wieder im Motodrom auftauchten. Jetzt verteilen sich die Tribünen. Gleichzeitig gab es in den letzten Jahren viel negative Presse. Die neue Formel 1 hat ein wenig Reiz verloren, weil die neuen Turbo-Motoren nicht ganz so laut sind wie früher die Sauger. Zudem sind die Tribünentickets einfach zu teuer, die Preise müssen runter.»

In Genf wird im Rahmen der Strategiegruppe über den Halo abgestimmt. In Hockenheim gibt es erneut kritische Stimmen, wie etwa von Romain Grosjean. Sebastian Vettel wundert sich: «Ich bin über diese Kommentare ein wenig erstaunt. Denn wir haben innerhalb der Fahrer über den Halo abgestimmt, und 95 Prozent der Piloten waren dafür. Es entsteht der falsche Eindruck gegen aussen, wenn nun davon die Rede ist, dass die meisten Fahrer das nicht wollen. Das stimmt einfach nicht. Ich finde den Halo auch nicht schön. Aber nichts rechtfertigt den Tod. Wir müssen aus einem Unfall immer etwas lernen und uns dann vorwärts bewegen. Es wäre das erste Mal, dass wir eine Lehre erhalten und nichts ändern. Das wäre dumm.»

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