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Der vergessene Australier: Larry Perkins und der Supertanker von BRM

Am 18. März feiert Larry Perkins Geburtstag. Unter australischen GP-Siegern mit den Assen Jack Brabham, Alan Jones, Daniel Ricciardo oder Oscar Piastri gilt der heute 76-Jährige als fast vergessen.

Mathias Brunner mit Peter Nygaard

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18. März 2026: Larry Perkins ist 76 Jahre alt, happy birthday! Den meisten Fans sagt dieser Name wenig, sie kennen in Sachen GP-Piloten aus Australien die Weltmeister Jack Brabham und Alan Jones sowie die GP-Sieger Daniel Ricciardo und Oscar Piastri. Aber Perkins? Wer um alles in der Welt ist Larry Perkins?

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Der in Murrayville (Bundesstaat Victoria) geborene Australier kam Anfang der 70er Jahre nach Europa, als Leistungsausweis mit feinen Ergebnissen in den australischen Einsitzer-Serien Formel Vau, Formel Ford und Formel 3.

Perkins verdiente sich in der britischen Formel 3 seine Sporen, kam 1974 mit dem Rennwagen von Chris Amon ein wenig unerwartet zum GP-Debüt, ausgerechnet auf dem mächtigen Nürburgring, legte den Wagen neben die Bahn und kehrte in die F3 zurück.

1975 wurde Larry Formel-3-Europameister, neuer Anlauf in der Königsklasse, mit dem kleinen Boro-Team und einem Auto von Ensign, nur eine Zielankunft bei acht Einsätzen.

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Dann holte ihn Bernie Ecclestone als Notnagel zu Brabham (siehe unser Hauptbild aus Watkins Glen/USA), denn Carlos Reutemann hatte sich Richtung Ferrari vertschüsst. Aber auch hier kam Perkins nicht in die Hufe, nur eine Zielankunft bei drei Einsätzen. Perkins’ Ruf wurde nicht besser, als er sich mit dem dahinsiechenden BRM-Team ins Bett legte.

BRM: Vom Sieger zur Lachnummer

1959 sah sich Louis Thomas Stanley zusammen mit seiner Gattin den Grossen Preis von Monaco an, und der Rennbazillus erledigte den Rest. Der BRM-Rennstall lag damals in Scherben, es half auch nicht, dass Besitzer Sir Alfred Owen nicht zu Grand Prix reiste, weil ihm ein Rennbesuch an einem Sonntag aus religiösen Gründen nicht angemessen erschien.

Das Glück von Louis Stanley und Gattin Jean (die Schwester von Alfred Owen): Kurz nach ihrem Auftritt gewann Jo Bonnier für BRM den ersten WM-Lauf (1959 in Zandvoort). Stanley krempelte das Team um, sein bester Schachzug bestand darin, Tony Rudd die technische Leitung des Teams zu geben. 1962 wurde BRM mit Graham Hill Weltmeister.

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Louis Stanley bekam durch gesundheitliche Probleme von Sir Alfred Owen 1964 und den Tod von dessen Bruder Ernest 1967 mehr und mehr Macht. Als Alfred Owen 1969 eine schwere Herzattacke erlitt, wurde Stanley Geschäftsleiter und Vorstands-Chef von BRM.

Louis Stanley: überheblich, pompös

Louis Stanley war vielen für sein überheblich-pompöses Auftreten verhasst. Er war ein Mann voller Widersprüche. Zusammen mit Jackie Stewart kämpfte er für mehr Sicherheit im Rennsport. Auslöser war ein Unfall des Schotten in Belgien 1966, als er nach einem Crash im BRM eingeklemmt war und Todesangst hatte, das auslaufenden Benzin könnte sich jeden Moment entzünden.

Stanley liess ein rollendes Krankenhaus bauen und zu den Rennen bringen. Ein Hohn: GP-Veranstalter wie in Monza weigerten sich, dieses hervorragende Werkzeug zu nutzen, Rennfahrer wurden weiter unter teils jämmerlichen Bedingungen behandelt.

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Als der Schweizer BRM-Fahrer Jo Siffert in Brands Hatch ums Leben kam, finanzierte Stanley aus eigener Tasche Forschung für verbesserte Rennanzüge und Trainings für Feuerwehrleute an den Strecken.

Obschon seine Autos in den Farben potenter Sponsoren wie Yardley (Kosmetik) und Marlboro (Zigaretten) daherkamen, war der Niedergang von BRM nicht aufzuhalten. Das lag teilweise am sündhaft teuren, eigenen Motorentwicklungsprogramm, teilweise auch an den viel zu grossen Teams mit bis zu fünf Werkswagen.

Stanley war weiterhin der grosse Zampano. Das merkten auch die Fahrer, die wie Dienstpersonal behandelt wurden. Der Engländer Peter Gethin gewann in Monza 1971, es war der knappste Zieleinlauf der Formel-1-Historie – Gethin im BRM eine Hundertstelsekunde vor Ronnie Peterson im March. Die ersten Fünf (Rang 3 für François Cevert im Tyrrell vor Mike Hailwood auf Surtees und Howden Ganley in einem weiteren BRM) lagen innerhalb von lediglich 61 Hundertstelsekunden!

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Als Gethin und Stanley am Abend die Rennanlage verlassen wollten, stellten sie fest – die Limo von Stanley hatten einen Platten. Der stets makellos gekleidete Stanley rührte keinen Finger, während Monza-Sieger Gethin im Dreck einen Reifen wechselte.

Der Niedergang von BRM war nicht mehr zu aufzuhalten, 1974 machte Motul noch als Hauptsponsor mit, 1975 konnte jedoch kein Geldgeber mehr gefunden werden. Das letzte Zucken war ein Vertrag mit der Uhrenfirma Rotary für 1977. Aber der Argentinien-GP 1977 fand ohne den Australier Larry Perkins statt. Grund: Er hatte kein Auto.

Der Geschichte, wieso Perkins in Buenos Aires fahrzeuglos war, dürfte eine der skurrilsten der Rennhistorie sein. Schon bei der Präsentation des BRM P207 im Dezember 1976 war den Gästen aufgefallen, dass der neue Wagen, nun, sagen wir etwas wuchtig geraten war. Das sollte sich dann Wochen später am Flughafen London-Gatwick bestätigen – das Auto passte nicht in den Frachtflieger der "British Caledonian"!

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Da der Wagen ziemlich spät fertig gestellt wurde (die Präsentations-Version war nicht fahrbereit), gab es keinen Alternativ-Flug mehr. Perkins war in Argentinien der wohl schnellste GP-Zuschauer.

Perkins verlässt den sinkenden Supertanker

In Brasilien tauchte das Auto (von den Gegnern zärtlich Supertanker genannt) dann tatsächlich im Fahrerlager auf, war im Qualifying jedoch zwölf Sekunden langsamer als die Pole-Position-Zeit von James Hunt (McLaren). In Runde 1 musste Perkins den Wagen parken – er überhitzte.

Perkins verliess den sinkenden Supertanker, seine Nachfolger Teddy Pilette, Conny Andersson und Guy Edwards konnten damit auch keine Wunder vollbringen – – nach dem Monza-GP-Wochenende war der einst so traditionsreiche BRM-Rennstall am Ende.

Es folgten für Larry noch ein paar Einsätze bei John Surtees 1977 (einmal Zwölfter, zwei Mal nicht qualifiziert), dann fiel in der Königsklasse der Vorhang, und Perkins kehrte in seine Heimat zurück.

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Dort wurde er Pilot, später Teamchef der australischen Tourenwagen-Serie und gewann das legendäre Rennen von Bathurst sechs Mal.

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