Formel 1-Brexit: Lewis Hamilton 2017 vielleicht solo

Von Mathias Brunner
Formel 1
Melbourne im März 2016: Welche Fahrer bleiben der Formel 1 erhalten?

Melbourne im März 2016: Welche Fahrer bleiben der Formel 1 erhalten?

​Kein Land hat mehr Grand-Prix-Siege errungen als Grossbritannien: 19 Fahrer haben im Rahmen der Formel-1-WM 254 Mal triumphiert. Aber es ist gut möglich, dass 2017 nur noch ein Brite Formel 1 fährt: Lewis Hamilton.

Kommt auf die Formel 1 ein Brexit der besonderen Art zu? Derzeit fahren drei Briten Grands Prix: Lewis Hamilton bei Mercedes-Benz, Jenson Button bei McLaren-Honda sowie Jolyon Palmer bei Renault. Durchaus denkbar, dass Weltmeister Hamilton im kommenden Jahr der einzige Vertreter seines Landes in der Königsklasse sein wird, eine Bankrotterklärung für das Mutterland der Formel 1. Und das kommt so.

Der Zweijahresvertrag von Jenson Button bei McLaren-Honda läuft aus. Intern mehren sich Stimmen, wonach Stoffel Vandoorne nun endlich zum Stammfahrer befördert gehört. Er hat als Alonso-Ersatzmann in Bahrain bewiesen, dass er bereit ist – er eroberte mit Rang 10 den ersten Saisonpunkt des zweitältesten Formel-1-Rennstalls (nach Ferrari).

Die Krux: Eigentlich hat Jenson Button gar keine Lust auf Rente, zumal er spürt, dass McLaren-Honda dank Fortschritten und eines Wechsels im Reglement 2017 endlich wieder richtig konkurrenzfähig sein könnte.

Alternative für den Weltmeister von 2009: Williams. Sollte der Rennstall von Sir Frank und Claire Williams dank Button jedoch keine neuen Geldgeber anlocken, wird es nichts mit einem Cockpit in jenem Rennstall, wo Jenson im Jahre 2000 sein GP-Debüt gegeben hat.

Jolyon Palmer (25) wiederum besitzt bei Renault einen Einjahresvertrag. Selbst britische Fans haben Schwierigkeiten, seine Leistungen gemessen an Kevin Magnussen schön zu reden.

Die Renault-Spitze spielt mit dem Gedanken, gleich beide Fahrer auszuwechseln, den Briten und den Dänen. Sollte der junge Franzose Esteban Ocon bei seinen kommenden neun Einsätzen als Leihgabe bei Manor Racing gut abschneiden, dürfte ihm ein Platz bei Renault 2017 sicher sein.

Die Frage ist: Wer wird Team-Leader bei den Franzosen? Sergio Pérez? Valtteri Bottas? Felipe Massa? Am Ende gar der 36jährige Jenson Button? Es wäre für den Engländer wie bei Williams eine Rückkehr, denn für den Rennstall aus Enstone ist Button 2001 und 2002 gefahren, als Benetton, dann als Renault.

Hinter Button und Palmer finden wir ein Pilotenvakuum: Der derzeit bestplatzierte Brite in der GP2-Serie, Oliver Rowland, ist Fünfter, ohne Sieg. Manor-Nachwuchsfahrer Jordan King bringt sich in Grossbritannien gleich selber ins Gespräch für einen Stammplatz 2017 bei Manor, mit Zwischenrang 7 in der laufenden GP2-Meisterschaft reisst er die Experten nicht vom Sitz. Sein Vorteil: Papa Justin King ist Teilhaber von Manor. Wenig berauschend auch die Zwischenbilanz von Williams-Nachwuchsmann Alex Lynn, er ist sogar nur Neunter.

Sowohl aus Kreisen von Renault wie auch McLaren-Honda sickert durch: Die Fahrerfrage soll im September geklärt werden. Dann wird das Bild klarer, ob Grossbritannien 2017 vier Fahrer hat oder nur einen – Lewis Hamilton.

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