Dominique Aegerter: 2018 im CarXpert-Team auf KTM?

Von Günther Wiesinger
Moto2
Kommt es nach dem Sensationstransfer von Tom Lüthi in die MotoGP zu Marc VDS zum nächsten Schweizer Transferknüller? Domi Aegerter denkt über eine Rückkehr zu CarXpert nach.

Im Oktober 2016 kam es zum großen Zerwürfnis zwischen dem Schweizer CarXpert-Team von Fred Corminboeuf und seinem langjährigen Schützling Domi Aegerter.

Denn vor einem Jahr wollte Aegerter, der 2014 auf Suter den Sachsenring-GP gewonnen und damals einen Rekord (34 punktebringende Moto2-WM-Zielankünfte hintereinander) aufgestellt hat, nach zwei Kalex-Jahren unbedingt auf Suter-Material zurückkehren.

Das wurde ihm im Schweizer Drei-Fahrer-Team in Aussicht gestellt. Zwei Fahrer sollten auf Kalex fahren, Aegerter auf Suter. Denn im Grunde handelt es sich ohnedies um zwei separate Teams, da der dritte Platz als Joint Venture mit Dani Epp nach der Saison 2014 dazukam, als Epp sein eigenes Team zusperrte und er Lüthi in dieses Team transferierte, das vom Unternehmer Olivier Métraux (Vater Michel gründete die ITA) finanziert wird.

Auch in diesem Jahr fährt Tom Lüthi unter der Flagge von CarXpert Interwetten, das Team mit Jesko Raffin und Iker Lecuona wird unter der Bezeichnung Garage Plus Interwetten eingesetzt.

Das Schweizer Interwetten Team hat jetzt den zweifachen Moto2-GP-Sieger Sam Lowes (er gewann 2015 in Texas auf Speed-up und 2016 dort auf Kalex) für 2018 engagiert.

Und Domi Aegerter, 2017 bei Kiefer Racing unterwegs, wo das Budget für 2018 bisher alles andre als gesichert ist, kann sich eine Rückkehr ins CarXpert-Team vorstellen.

Obwohl im Oktober 2016 viel Geschirr zerschlagen wurde. Fred Corminboeuf stellte Aegerter nach der Unterschrift bei Kiefer für die letzten vier Grand Prix frei, der Berner reagierte damals enttäuscht und tief betroffen.

Aegerter liegt nach Platz 10 beim Silverstone-GP als bester Suter-Pilot in der Moto2-WM an zehnter Stelle. Gestern kämpfte er in England gegen Brad Binder und Miguel Oliveira, die schließlich mit den Werks-KTM auf den Rängen 9 und 8 landeten.

Fährt er also 2018 womöglich bei CarXpert neben Neuzugang Sam Lowes eine KTM?

Domi, du bist im letzten Oktober vom Schweizer Team menschlich sehr enttäuscht worden. Kannst du dir trotzdem eine Rückkehr vorstellen?

Hmm. Sportlich wär es vorstellbar.

Kiefer hat keinen Hauptsponsor, Fred Corminboeuf braucht einen zweiten Spitzenfahrer, sonst kriegt er keine KTM. Es wäre ein Vernunftstehe? Bestehen konkrete Kontakte?

Ja, mein Manager Robert Siegrist ist in Kontakt, so viel ich weiß.

Du warst aber im Oktober tief betroffen. Lässt sich da wieder eine Basis zur Zusammenarbeit finden? Wie war dein Verhältnis zu Corminboeuf seither? Seid ihr euch aus dem Weg gegangen?

Die Enttäuschung war natürlich groß. Sie war riesig. Man muss das jetzt sportlich sehen und das gesamte Paket anschauen.

Du bist vor einem Jahr – ein bisschen aus Trotz – vom reichsten zum ärmsten Team gegangen, weil du unbedingt eine Suter fahren wolltest. Aber mit der Suter bist du nicht schneller als mit der Kalex, mit der du in zwei Jahren immerhin 2015 Platz 3 in Mugello erzielt hast. Mit der Suter warst du 2017 erst einmal in den Top-6. Also könntest du 2018 eine KTM probieren?

Fahren die Schweizer 2018 KTM? Machen sie nicht mit Kalex weiter?

Eigentlich sollte ich hier die Fragen stellen. Im Ernst: Wenn das Team zwei Topfahrer anbietet, wird KTM ein Kundenteam machen. Aber das Schweizer Team verliert Interwetten als Sponsor.

Und Olivier Métraux wird aussteigen, vermute ich, wenn sie keinen Schweizer Topfahrer mehr haben.

Spürst du mit dem Suter-Motorrad Fortschritte? Oder stagniert die Entwicklung, weil Schrötter verletzt ist, Mackenzie zu langsam und Schrötter-Ersatz Jake Dixon in Silverstone als Moto2-Neuling auch nicht konkurrenzfähig war?

Das ist für uns und für mich ein sehr großer Nachteil, ja. Denn Cortese ist jetzt gerade auch nicht auf diesem Level. Ein Schrötter fehlt, ein Kent fehlt. Das ist ein Nachteil. Wir haben guten Support von Suter. Das Motorrad hat super Potenzial, das hat man am Wochenende wieder gesehen. 

Aber im Rennen fehlt uns was. Daran müssen wir arbeiten.

Wenn du dir im Corminboeuf-Team das Material aussuchen könntest: Welches Material würdest du bevorzugen? Suter? Kalex? Oder KTM?

!Haha. (Er lacht auf.) Ja, das ist noch geil... Das ist schwierig. Hey.

Ich denke, letztes Jahr war ich ganz klar auf der Suter-Seite.

Damals wolte ich unbedingt so ein Bike fahren, weil das Gefühl bei Kalex für mich nicht immer so gut war. Das ist jetzt auf der Suter ein bisschen besser. Aber ich kann trotzdem nicht die Resultate zeigen, die ich eigentlich zeigen will.

Eine schwierige Frage. Ich denke, ich bin da inzwischen ziemlich offen.

Und in der Frage, wie es mit mir 2018 weitergeht, da werden die nächsten zwei Wochen ziemlich entscheidend sein.

Du warst beim 8h-Langstrecken-WM-Lauf in Suzuka in vier Jahren dreimal auf dem Podest – mit 1000-ccm-Maschinen. Warum kümmerst du dich nicht um einen Superbike-WM-Deal? Da liesse sich mehr Geld verdienen als in der Moto2. Es fahren sieben Hersteller mit. Mit Suzuki kommt ein achter dazu.

(Er schmunzelt). Mein Ziel ist es, einmal MotoGP zu fahren und vorher Moto2-Weltmeister zu werden. Oder mal in die Top-3 zu kommen. Da will ich hin.

Und dann erst mit knapp 40 in die Superbike-WM – wie Max Biaggi?

Genau. Oder ein ein Haga. Und dann noch ein bisschen Endurance-WM fahren. Ich bin 26. Da habe ich noch Zeit.

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