Johann Zarco schwächelt: Was ist mit ihm los?

Von Manuel Pecino
MotoGP
Tech3-Yamaha-Pilot Johann Zarco hat seit Le Mans viel von seinem Glanz verloren. Macht ihm das Zerwürfnis mit Manager Laurent Fellon zu schaffen?

Er ist quasi von der MotoGP-Landkarte verschwunden. Nach einem starken Start in die Weltmeisterschaft, wobei er in Las Termas/Argentinien und Jerez jeweils Zweiter wurde und in Le Mans als Favorit auf den Sieg galt, scheint es, als habe sich Johann Zarco in Luft aufgelöst.

Nach einer unglaublichen Enttäuschung wegen des Sturzes im Rennen in Frankreich, als er dem Druck eines ganzen Landes ausgesetzt war, hat es der Franzose nicht geschafft, ein besseres Ergebnis zu erzielen als einen siebten Platz. Und nachdem er bei den ersten Rennen der Saison immer aus der ersten Startreihe losgefahren war, waren seine besten Startplätze nach Le Mans zwei achte Qualifying-Plätze, einer in Barcelona und einer in Assen; auf dem Sachsenring schaffte er es nicht einmal ins Q2. Der Tech3-Yamaha-Pilot fuhr als 13. los.

Es ist kein Geheimnis, dass die Satelliten-Motorräder während der Saison an Konkurrenzfähigkeit verlieren, während die Werksmaschinen ständig weiterentwickelt werden. Das passiert jedes Jahr.

Aber der Grund für Zarcos Abstieg kann nicht nur die Technik sein. Auch kann es nicht an einer institutionellen «Verbannung» von Seiten Yamahas liegen, nachdem der Franzose in Jerez im Mai bekannt gegeben hat, dass er für nächstes Jahr zu Red Bull KTM wechseln wird, weil er bei Yamaha keinen Support bekommen hat. Nicht einmal, als er kurz vor einem MotoGP-Sieg stand.

Die Gründe für Zarcos Verschwinden von der Bildfäche kommen viel mehr von seinem Kopf. Er hat Probleme mit dem Mann, der für ihn wie ein Vater war, der ihn gelehrt hat, wie man richtig Motorrad fährt und der ihn aus dem Nichts in die MotoGP gebracht hat: Laurent Fellon. Die Beiden hatten eine wahnsinnig enge Bindung, bis vor ein paar Monaten alles zerbrach.

Schon beim Jerez-GP fiel auf: Zarco sprach im Zusammenhang mit Fellon nur noch von «mein Coach».

Der Grund für diese traurige Situation hat wahrscheinlich damit zu tun, dass Zarco im Winter nach dem Thailand-Test das Angebot bekam, Dani Pedrosa im Repsol-Honda-Werksteam zu ersetzen.

Ein Angebot, das jedoch nie in Betracht gezogen werden konnte, weil Zarco auf Anraten seines Managers Fellon schon längst bei KTM unterschrieben hatte. Johann verteidigte diese Entscheidung damals. «KTM war das erste Werksteam, das mir ein Angebot gemacht hat.» Aber der Nebeneffekt, durch die frühe Einigung mit KTM die Chance auf den HRC-Vertrag zu verlieren, traf ihn hart.

Es gibt auch andere Geschichten, die von Fellons Grenzen als Manager eines MotoGP-Fahrers berichten. Er spricht zum Beispiel nicht Englisch. Johann hat diese Nachteile inzwischen erkannt.

Auch wenn Fellon Zarcos Fahrerkarriere bis heute gemanagt hat, braucht er künftig wohl einen professionelleren Manager.

Aber wie konnte Zarco das seinem Entdecker beibringen, ohne ihn zu beleidigen? Er hat Fellon viel zu verdanken. Diese nachvollziehbaren Gedanken haben zu einem kompletten Zusammenbruch dieser Beziehung geführt, wobei es sogar den Anschein macht, als würden die beiden langjährigen Partner vor Gericht enden.

Und einen Fahrer, der so emotional ist wie Zarco, beeinflusst diese Situation zweifelsohne auch, wenn er auf dem Motorrad sitzt.



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