Die neue Ducati: Viel Rot und ein eindeutiges Ziel

Von Ivo Schützbach
MotoGP

2019 bilden Vizeweltmeister Andrea Dovizioso und Neuzugang Danilo Petrucci das MotoGP-Werksteam von Ducati. «Wir können dieses Jahr um den WM-Titel kämpfen», ist Dovi überzeugt.

Seit dem MotoGP-Einstieg von Ducati 2003 wurde der Hersteller aus Borgo Panigale erst einmal Weltmeister: 2007 mit Casey Stoner.

2017 und 2018 wurde Andrea Dovizioso hinter Marc Marquez (Repsol Honda) Vizeweltmeister, mit zehn Siegen ist er inzwischen Ducatis zweiterfolgreichster MotoGP-Fahrer nach Stoner (23).

«Zu gewinnen ist schwierig», sagte Dovi während der Teampräsentation in Neuchatel. «Meine letzten beiden Jahre waren erfolgreich, wenn auch sehr unterschiedlich. 2017 kämpfte ich bis zum letzten Rennen um den Titel, letztes Jahr unglücklicherweise nicht. Trotzdem bin ich mit letzter Saison sehr zufrieden, auch wenn es Hochs und Tiefs gab. Mir unterliefen einige Fehler – diese waren wichtig, damit ich es dieses Jahr besser machen kann. Wir haben während der letzten Saison viele Zusammenhänge verstanden und konnten in fast jedem Rennen um den Sieg kämpfen. Deshalb fühle ich mich für die anstehende Saison besser, als das letztes Jahr der Fall war – ich habe mehr Selbstvertrauen. Sicher, jedes Jahr ist anders. Aber das Gefühl für das neue Motorrad während des letzten Tests war sehr gut. Unser Level wird von Beginn an sehr hoch sein, darauf müssen wir dann aufbauen.»

Danilo Petrucci ersetzt den dreifachen MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo, der zu Honda ging, und hat noch nie ein Rennen gewonnen. «Das neue Motorrad sieht schön aus, es ist schnell – und sehr sehr rot», schmunzelte Petrucci. «Ich mag das. Als ich das Motorrad das erste Mal in Valencia fuhr, war ich sehr aufgeregt. Wie jetzt, ich habe echt Herzklopfen. Ich fühle mich gut – nicht entspannt, sondern sehr aufmerksam und fokussiert. Mein Kopf ist frei und die Zusammenarbeit mit Dovi läuft gut. Von ihm kann ich viel lernen. Ihn zu erreichen ist mein Ziel, seit ich zu Ducati kam. Ich studiere seine Daten und versuche wie er zu fahren. Mit ihm zu arbeiten macht Spaß, er ist sehr clever. Ein guter Typ und ein starker Fahrer.»

Wie schauen deine Ziele für 2019 aus? Petrucci verhalten: «Ich will am Ende der Saison zufrieden sein. Einfach wird das nicht. Sagen wir es so: Ich will noch viele weitere Jahre im Ducati-Werksteam fahren. Und unsere Mission steht auf der Verkleidung.»

Und ist deutlich formuliert: Winnow – jetzt siegen.

Die Erfolge des Ducati-MotoGP-Werksteams seit 2003:

2003: Neun Podestplätze (1 x Sieg, 2 x zweiter Platz, 6 x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 4 mit 177 Punkten
Troy Bayliss WM-Rang 6 mit 128 Punkten

2004: Zwei Podestplätze (2 x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 9 mit 117 Punkten
Troy Bayliss WM-Rang 14 mit 71 Punkten

2005: Vier Podestplätze (2 x Sieg, 1 x zweiter Platz, 1 x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 6 mit 157 Punkten
Carlos Checa WM-Rang 9 mit 138 Punkten

2006: Neun Podestplätze (4 x Sieg: Troy Bayliss siegte als Ersatzfahrer in Valencia, 4 x zweiter Platz, 1 x dritter Platz)
Loris Capirossi WM-Rang 3 mit 229 Punkten
Sete Gibernau WM-Rang 13 mit 95 Punkten

2007: 18 Podestplätze (11 x Sieg, 4 x zweiter Platz, 3 x dritter Platz)
Casey Stoner Weltmeister mit 367 Punkten
Loris Capirossi WM-Rang 7 mit 166 Punkten

2008: Elf Podestplätze (6 x Sieg, 3 x zweiter Platz, 2 x dritter Platz)
Casey Stoner WM-Rang 2 mit 280 Punkten
Marco Melandri WM-Rang 17 mit 51 Punkten

2009: Neun Podestplätze (4 x Sieg, 1 x zweiter Platz, 4 x dritter Platz)
Casey Stoner WM-Rang 4 mit 220 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 13 mit 104 Punkten

2010: Zehn Podestplätze (3 x Sieg, 2 x zweiter Platz, 5 x dritter Platz)
Casey Stoner WM-Rang 4 mit 225 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 7 mit 163 Punkten

2011: Zwei Podestplätze (2 x dritter Platz)
Valentino Rossi WM-Rang 7 mit 139 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 8 mit 132 Punkten

2012: Zwei Podestplätze (2 x zweiter Platz)
Valentino Rossi WM-Rang 6 mit 163 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 9 mit 122 Punkten

2013: Kein Podestplatz
Andrea Dovizioso WM-Rang 8 mit 140 Punkten
Nicky Hayden WM-Rang 9 mit 126 Punkten

2014: Drei Podestplätze (1 x zweiter Platz, 2 x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 5 mit 187 Punkten
Cal Crutchlow WM-Rang 13 mit 74 Punkten

2015: Neun Podestplätze (5 x zweiter Platz, 4 x dritter Platz)
Andrea Iannone WM-Rang 5 mit 188 Punkten
Andrea Dovizioso WM-Rang 7 mit 162 Punkten

2016: Zehn Podestplätze (2 x erster Platz, 3 x zweiter Platz, 5 x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 5 mit 171 Punkten
Andrea Iannone WM-Rang 9 mit 112 Punkten

2017: 15 Podestplätze (6 x erster Platz, 4 x zweiter Platz, 5 x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 2 mit 261 Punkten
Jorge Lorenzo WM-Rang 7 mit 137 Punkten

2018: 13 Podestplätze (7 x erster Platz, 4 x zweiter Platz, 2 x dritter Platz)
Andrea Dovizioso WM-Rang 2 mit 245 Punkten
Jorge Lorenzo WM-Rang 9 mit 134 Punkten

46 MotoGP-Siege

Casey Stoner: 23 Siege (2007: Katar, Istanbul, Shanghai, Barcelona, Donington Park, Laguna Seca, Brünn, Misano, Phillip Island, Sepang; 2008: Katar, Donington Park, Assen, Sachsenring, Phillip Island, Valencia; 2009: Katar, Mugello, Phillip Island, Sepang; 2010: Aragón, Motegi, Phillip Island)

Andrea Dovizioso: elf Siege (2016: Malaysia; 2017: Mugello, Barcelona, Spielberg, Silverstone, Motegi, Sepang; 2018: Katar, Brünn, Misano, Valencia)

Loris Capirossi: sieben Siege (2003: Barcelona; 2005: Motegi, Sepang; 2006: Jerez, Brünn, Motegi; 2007: Motegi)

Jorge Lorenzo: drei Siege (2018: Mugello, Barcelona, Spielberg)

Troy Bayliss: ein Sieg (2006: Valencia)

Andrea Iannone: ein Sieg (2016: Spielberg)

Pramac Ducati: 10 Podestplätze

2007: Alex Barros (Mugello)
2008: Toni Elias (Brünn und Misano)
2015: Danilo Petrucci (Silverstone)
2016: Scott Redding (Assen)
2017: Danilo Petrucci (Mugello, Assen, Misano, Motegi)
2018: Danilo Petrucci (Le Mans)

Avintia Ducati: Seit den letzten fünf Rennen 2014, kein Podestplatz

Aspar Ducati: 2016 bis 2018, kein Podestplatz
Seit dem MotoGP-Einstieg von Ducati 2003 wurde der Hersteller aus Borgo Panigale nur einmal Weltmeister: 2007 mit Casey Stoner.

Siehe auch

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Seltsame Ducati-Politik: Vertreibung von Dovizioso

Günther Wiesinger
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