Miguel Oliveira fährt, aber schmerzfrei ist er nicht

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Miguel Oliveira

Miguel Oliveira

Der Portugiese Miguel Oliveira bekam von den Rennärzten in Malaysia grünes Licht. «Aber ich kann erst am Freitag sagen, ob ich das Wochenende durchstehen kann», meinte der Red Bull-KTM-Pilot.

Der Portugiese Miguel Oliveira (24) erlebt seit dem Silverstone-GP schmerzvolle GP-Wochenenden. Deshalb musste er heute am Donnerstag auf dem Sepang International Circuit zum Medical Check antraben. Bei dieser Gelegenheit sollte geklärt werden, ob der Moto2-Vizeweltmeister von 2018 den Malaysia-GP bestreiten kann oder nicht. Er bekam schließlich grünes Licht. Und bei KTM machte sich Erleichterung breit – denn es stand kein Ersatzmann bereit.

In den Tagen vor dem Sepang-GP galt der Red Bull-KTM-Tech3-Pilot (Platz 8 in Spielberg) als «unfit to race». Das war durch ein MRI nach dem Grand Prix in Australien festgestellt worden. Tech3-Teambesitzer Hervé Poncharal hoffte auf ein grünes Licht durch den malaysischen GP-Arzt. «Ich habe am Mittwoch leider keinen Physiotherapeuten gefunden, der meine Schulter behandeln hätte können», stellte Oliveira fest.

«Die Schulter bleibt bei Miguel ein großes Problem», ist sich Hervé Poncharal bewusst. «Am Sonntag wurde in Melbourne ein MRI-Scan gemacht. Da haben sich die Probleme bestätigt.»

«Es ist traurig, seit Spielberg konnte Miguel nie mehr mit 100-prozentiger Fitness antreten», bedauerte Poncharal im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

Denn beim folgenden WM-Lauf in Silverstone wurde Oliveira ausgerechnet von seinem KTM-Markenkollegen Johann Zarco beim Kampf um Platz 10 von hinten über den Haufen gefahren. Poncharal: «Seither ist die Schulter von Miguel lädiert. Er hatte seither nie genügend Zeit, die Verletzung auszukurieren. Die weiteren Stürze haben sicher nicht geholfen… In diesem Jahr werden wir wirklich vom Pech verfolgt.»

Denn Oliveira stürzte am Freitag in Japan zweimal, in Phillip Island im FP4 wegen des starkes Windes bei mehr als 300 km/h vor Turn 1 musste er wieder zu Boden. Wieder war ihm Zarco bei einer Windböe in die Quere gekommen.

«Es war heute ein normaler Check. Natürlich haben die Ärzte über meinen Zustand Bescheid gewusst. Denn sie hatten Zugriff auf die MRI-Daten von Melbourne vom Sonntag», sagte der künftige Zahnarzt. «Sie haben geprüft, ob die Schwellungen an den Händen zurückgehen, wie man erwartet hat. Dann haben sie ein paar Tests zur Widerstandsfähigkeit gemacht. Aber es ist ein Unterschied, ob du einem Arzt die Hand schüttelst oder ob du eine MotoGP-Maschine mit zwei Fingern abbremst oder so ein Bike steuerst. Ich werde also erst morgen nach dem FP1 wissen, wie fit ich wirklich bin. Auf jeden Fall werde ich nicht 100-prozentig fit sein. Das bin ich nicht. Ich kann erst am Freitag beurteilen, ob ich konkurrenzfähig genug bin, um das ganze Wochenende abzuspulen.»

Wo stecken die größten Probleme? In der Schulter oder in den beiden Handgelenken? Oliveira: «Die Schulter ist seit dem Rennsturz in England schmerzhaft. Es gab seither nie genug Zeit für die Genesung. Aber im Augenblick sind die Handgelenke schmerzhafter. Beim MRI haben die Ärzte Beschädigungen der vielen Sehnen und Bänder gefunden. Das würde alles von selber heilen, aber nur wenn ich die Hände nicht belaste.»

«Beim Fahren wird sich die Verletzung nicht weiter verschlimmern», ist Oliveira überzeugt. «Das einzige Risiko besteht darin, dass ich wieder stürze. Das ist leider in Australien bei meiner Schulter passiert.»

MotoGP-WM-Stand nach 17 von 19 Rennen:

1. Marc Márquez 375 (Weltmeister). 2. Dovizioso 240. 3. Rins 183. 4. Viñales 176. 5. Petrucci 169. 6. Quartararo 163. 7. Rossi 153. 8. Miller 141. 9. Crutchlow 133. 10. Morbidelli 105. 11. Pol Espargaró 89. 12. Mir 77. 13. Nakagami 74. 14. Aleix Espargaró 53. 15. Bagnaia 50. 16. Iannone 43. 17. Oliveira 33. 18. Zarco 30. 19. Lorenzo 23. 20. Rabat 18. 21. Bradl 16. 22. Pirro 9. 23. Syahrin 8. 24. Guintoli 7. 25. Abraham 7. 26. Kallio 2.

Konstrukteurs-WM nach 17 von 19 Rennen

1. Honda 381 (Weltmeister). 2. Ducati 286. 3. Yamaha 276. 4. Suzuki 212. 5. KTM 100. 6. Aprilia 78.

Team-WM nach 17 von 19 Rennen

1. Ducati Team 409. 2. Repsol Honda Team 408. 3. Monster Energy Yamaha 329. 4. Petronas Yamaha SRT 268. 5. Team Suzuki Ecstar 264. 6. LCR Honda 210. 7. Pramac Racing 191. 8. Red Bull KTM Factory Racing 118. 9. Aprilia Racing Team Gresini 96. 10. Red Bull KTM Tech3 41. 11. Reale Avintia Racing 25.

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