Andrea Dovizioso: Testfahrer bei Yamaha oder Suzuki?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
«UNEMPLOYED» (arbeitlos) steht auf dem Leder von Dovizioso

«UNEMPLOYED» (arbeitlos) steht auf dem Leder von Dovizioso

Andrea Dovizioso wird auch 2021 in der MotoGP-WM zu sehen sein. Es gibt konkrete Verhandlungen mit Yamaha und Suzuki.

Trotz der ausgezeichneten Darbietungen der Pramac-Fahrer Pecco Bagnaia und Jack Miller war gestern beim Emilia-Romagna-GP wieder einmal Andrea Dovizioso auf Platz 8 der beste Ducati-Werksfahrer; Teamkollege Danilio Petrucci brachte die GP20 auf Platz 10 ins Ziel. Pramac ging nach dem Sturz von Bagnaia und dem technischen Problem von Miller (Abreißvisier in der Airbox) leer aus. Der erste MotoGP-Sieg von Teambesitzer Paolo Campinoti seit dem Beginn der Zusammenarbeit mit Ducati 2005 fiel wieder ins Wasser!

Andrea Dovizioso rettete mit einem Punkt Vorsprung seine WM-Führung. Aufmerksamen Beobachtern fiel eine neue Aufschrift auf dem Gesäß seiner Alpinestars-Lederkombi auf. Wo früher «Desmo Dovi» stand und seit Beginn der Saison «Dovi Undaunted» (so lautet der Titel einer TV-Dokumentation über ihn) zu lesen war, machte Dovi jetzt in Großbuchstaben mit der Aufschrift «UNEMPLOYED» (auf Deutsch: arbeitslos) auf seine ungewisse Zukunft aufmerksam. Für das U wurde ein Hufeisen als grafisches Merkmal verwendet.

Tatsächlich hat der dreifache Vizeweltmeister am 15. August in Spielberg erklärt, dass er nach 2020 nicht mehr für Ducati fahren wird. Seither wird gerätselt. Bei Aprilia ist Dovi mit seinen Gagenvorstellungen genauso abgeblitzt wie bei KTM im Mai, als er 4 Millionen Euro Gage verlangte. Bei Repsol-Honda bekam der fünf Jahre jüngere Pol Espargaró den Vorzug.

Im August wurde mit Petronas-SRT-Yamaha verhandelt, doch Rossi fährt dort 2021 neben Morbidelli. Der Traum mancher italienischer Reporter, KTM werde Lecuona zurück in die Moto2 schicken und Dovizioso 2021 mit Petrucci bei Tech3-KTM fahren lassen, hat sich nicht bewahrheitet.

Inzwischen wird Dovi in erster Linie mit Testfahrer-Jobs bei Yamaha (bisher testet dort Lorenzo) und Suzuki (dort fährt bisher der 36-jährige Guintoli) in Zusammenhang gebracht. Auch von Honda war gerüchteweise die Rede. Aber bei HRC ist Stefan Bradl weiter als Entwicklungsfahrer vorgesehen.

Mit Testfahrten und maximal zwei Wildcards könnte der 34-jährige WM-Leader das Jahr überbrücken und 2022 wieder voll angreifen. Aber viele Top-Plätze werden dann auch nicht frei sein.

Es wurde auch spekuliert, ob sich Dovi ein Sabbatical-Jahr leisten würde, also eine einjährige Pause. Dovi äußert sich momentan nicht zu seiner Zukunft. Er konzentiert sich auf den Titelgewinn.

Sein Manager Simone Battistella bestätigt aber ohne Umschweife, dass sich ein Testfahrer-Deal abzeichnet. «Bei welchem Hersteller, das ist bisher offen», erklärte Simone Battistella Montagfrüh gegenüber SPEEDWEEK.com. «Wobei Honda momentan keine echte Option ist.»

Da KTM mit Dani Pedrosa und Mika Kallio besetzt ist, Ducati nicht in Frage kommt und Aprilia das nötige Kleingeld fehlt, wird die Entscheidung also zwischen Yamaha und Suzuki fallen.

Yamaha ist mit Lorenzo bisher nicht zufrieden, seine Kontakte zu Ducati kamen bei den Japanern nicht gut an. Dovizioso könnte dort 2021 als Testfahrer agieren und als Ersatz für die vier Stammfahrer. 2022 könnte er den Petronas-Platz von Rossi übernehmen. «Wenn Dovi verfügbar wäre, ich würde ihn sofort als Testfahrer verpflichten», sagte Dovi-Kumpel Valentino vor dem ersten Misano-GP vor zehn Tagen.

Auch Suzuki könnte Unterstützung durch den WM-Spitzenreiter gebrauchen, er bringt viel Technik-Wissen mit. Und Suzuki plant bekanntlich für 2022 ein Kundenteam – mit Pramac, Gresini, Avintia oder sogar Petronas. Auch der KTM-Vertrag mit Tech3 läuft vorläufig nur bis Ende 2021.

Ergebnis MotoGP, Emilia Romagna-GP, 20. September

1. Viñales, Yamaha, 27 Runden in 41:55,846 min
2. Mir, Suzuki, + 2,425 sec
3. Pol Espargaró, KTM, + 4,528
4. Quartararo, Yamaha, + 6,419
5. Oliveira, KTM, + 7,368
6. Nakagami, Honda, + 11,139
7. Alex Márquez, Honda, + 11,929
8. Dovizioso, Ducati, + 13,113
9. Morbidelli, Yamaha, + 15,880
10. Petrucci, Ducati, + 17,682
11. Zarco, Ducati, + 23,144
12. Rins, Suzuki, + 24,962
13. Smith, Aprilia, + 30,008

Fahrer-WM nach 7 von 14 Rennen:

1. Dovizioso 84 Punkte. 2. Quartararo 83. 3. Viñales 83. 4. Mir 80. 5. Morbidelli 64. 6. Miller 64. 7. Nakagami, 63. 8. Oliveira 59. 9. Rossi 58. 10. Pol Espargaró 57. 11. Binder 53. 12. Rins 44. 13. Zarco 36. 14. Petrucci 31. 15. Bagnaia 29. 16. Alex Márquez 24. 17. Aleix Espargaró 18. 18. Lecuona 15. 19. Smith 11. 20. Rabat 7. 21. Crutchlow 7. 22. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM nach 7 von 14 Rennen:

1. Yamaha 138 Punkte. 2. Ducati 115. 3. KTM 104. 4. Suzuki 93. 5. Honda 63. 6. Aprilia 26.

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