Scott Redding: «Ich will Nicky Hayden 2014 schlagen»

Von Sharleena Wirsing
MotoGP

2013 führte Scott Redding die Punktetabelle der Moto2-Klasse bis zum Sturz in Australien an. Am Ende reichte es nicht für den Titel. In der nächsten Saison tritt der Brite nun in der Königsklasse an.

Für Scott Redding war der Moto2-Titelgewinn 2013 so nah und doch so fern, nachdem er für den Großteil der Saison, bis zu einem unglücklichen Sturz in Australien, die Tabelle anführte. Zusammen mit seinem siegreichen WM-Rivalen Pol Espargaró wagt Scott Redding nun den Aufstieg in die MotoGP-Klasse. Der Brite wird 2014 im Team Honda Gresini den neuen Production-Racer RCV1000R pilotieren. Im Interview sprach er über den Verlust des Moto2-Titels, die neuen Herausforderungen in der Königsklasse und Production-Racer-Konkurrent Nicky Hayden.

Scott, was waren deine besten und was deine schlechtesten Momente des Jahres 2013?

Ein guter Moment war Silverstone. Es war einfach das beste Wochenende aller Zeiten. Ich denke, der schlimmste Teil war eine Kombination aus Phillip Island und Japan. Phillip Island war eindeutig der Beginn dieser Pechsträhne, als ich mir das Handgelenk brach.

Im Vorfeld der Saison hielten viele Pol Espargaró für den Titelfavoriten.Wie hast du auf dem Weg nach Katar deine eigenen Titelchancen eingeschätzt?

Ich dachte, ich werde mehr oder weniger da sein, wo ich dann auch war, denn das war mein Ziel für dieses Jahr. Pol hat das Spiel wirklich angeheizt, als er begann, die Dinge in den Griff zu bekommen. Er war konstant schnell. Die Meisterschaft endete anders, als es am Anfang aussah, und, wie wir wissen, lag er am Ende an der Spitze.

Silverstone war ein besonders gutes Wochenende für dich. Warst du von der Unterstützung und den emotionalen Reaktionen der britischen Öffentlichkeit überrascht?

Es war nicht wirklich eine Überraschung, weil ich dort immer gut zurechtkam und ich hatte natürlich schon einen guten Lauf in dieser Saison. Aus diesen Gründen fühlte ich wie die Fans einen Sieg erwarteten und ich nutzte das für mein Selbstvertrauen, ohne Druck. Aber den Sieg mit der Lackierung in den Farben des Union Jack zu holen, war absolut fantastisch.

Leider können wir nicht über 2013 sprechen, ohne Phillip Island zu erwähnen. Wie erinnerst du dich an den Sturz und wie schnell hast du festgestellt, dass du in Schwierigkeiten bist?

Ich erinnere mich, die Kontrolle verloren zu haben und wie ich nach vorn über das Motorrad flog, in der Hoffnung alles wäre in Ordnung. Dann fühlte ich, wie sich mein Handgelenk verdrehte und es einen Knacks gab. Ich hatte mir zuvor noch nie einen Knochen gebrochen und wusste, dass es nicht gut war. Ich sagte immer zu mir: ‹Es ist in Ordnung, es ist nicht gebrochen, es ist nicht kaputt.› Ich bewegte meine Finger und so weiter, dann zog ich meinen Handschuh aus und sah meine Hand nach unten hängen. In diesem Moment habe ich natürlich gewusst, dass das ein schlechtes Zeichen war.

Espargaró gewann in Australien, wurde aber, da du verletzt warst, wegen seines Sieges-Jubels kritisiert. Hattest du das Gefühl, dass er die Kritik verdiente?

In meinen Augen verdient niemand Kritik wie diese, aber es ist schwer zu sagen, da im Rennsport alles passieren kann. Viele Leute sagten, er habe nur gewonnen, weil ich nicht mitgefahren bin, denn bis zu meinem Sturz war ich konstant schnell an diesem Wochenende. Letztendlich war ich nicht im Rennen, er gewann, und er kann feiern wie er will. Im Vergleich mit mir selbst feiert er sowieso etwas emotionaler, aber so ist er eben und jeder ist anders. Vielleicht schien es einigen Leute etwas zu viel, als hätte er schon den Titel gewonnen.

Sprechen wir über das nächste Jahr. Beim Valencia-Test hast du einen ersten Eindruck von der Honda-Kundenmaschine RCV1000R und vom Team GO&FUN Honda Gresini erhalten. Wie war der erste Eindruck?

Wirklich gut. Die Jungs sind alle sehr gut und ich war super aufgeregt. Der einzige Wermutstropfen war mein Handgelenk, das hielt mich zurück, aber ich wollte so viele Runden wie möglich machen. Jetzt bin ich einfach gespannt auf Malaysia und darauf, wieder auf die Strecke zu gehen.

Wie kommst du mit deinem neuen Teamkollegen Alvaró Bautista aus?

Er scheint in Ordnung zu sein, aber wir haben noch nicht wirklich viel gesprochen. Dennoch bin ich nicht da, um Freunde zu machen. Ich konzentriere mich auf meine eigene Karriere und darauf, es so gut wie möglich zu machen.

Was ist dein Ziel für die Rookie-Saison 2014?

In jedem Rennen der beste Honda RCV1000R-Fahrer zu sein. Es wird nicht einfach, wenn man Jungs wie Nicky Hayden um sich hat, aber ich werde es auf jeden Fall versuchen.

Hast du dir viel für die bevorstehende Urlaubszeit vorgenommen?

Ich hatte gerade einen Monat frei, den ich nicht wollte, aufgrund der Verletzungen, daher will ich nicht noch einen Monat frei haben. Ich habe versucht, das Training nachzuholen und werde so auch über Weihnachten und im Januar weitermachen, um für das neue Jahr bereit zu sein.

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