Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Avintia-Team im Elend: So blamiert sich Kawasaki

Kolumne von Günther Wiesinger
Mit diesem halbherzigen Werkseinsatz kann sich Kawasaki in der MotoGP-WM gegen Honda, Yamaha und Co. nur blamieren. Der Sepang-Test war ein Desaster.

Das spanische Blusens-Avintia-Team von Raul Romero hält nach dem Umstieg von Forward zu FTR-Yamaha in der MotoGP-Klasse die Kawasaki-Flagge ganz allein hoch.

Und die Open-Class-Truppe mit den Piloten Héctor Barbera und Mike di Meglio sieht einer schwierigen Saison entgegen. Ducati (Hernandez) und Yamaha (Aleix Espargaró, Colin Edwards) treten in der Open-Kategorie mit Prototypen an, Honda hat für vier Fahrer (Hayden, Aoyama, Redding und Abraham) neue Production-Racer gebaut. Dazu kommen die bewährten ART-Aprilia von Iodaracing für Petrucci und Camier.

Beim ersten Sepang-Test erhielt die Avintia-Mannschaft bereits einen ersten Vorgeschmack: 23. Barbera in 2:03,204. 25. Di Meglio in 2:04,515. Zum Vergleich: Márquez hatte 1:959,533 min vorgelegt. Wir reden also von einem Rückstand von 3,8 Sekunden.

Dabei sollte Avintia jetzt von der direkten Zusammenarbeit mit dem Kawasaki-Werk profitieren. Die Open-Truppe fährt 2014 mit neuen Chassis, die vom selben japanischen Hersteller gebaut werden, der auch die Superbike-Chassis der ZX-10R von Weltmeister Tom Sykes herstellt. Erste Tests mit diesen Rolling-Chassis haben im November in Aragón und Jerez stattgefunden.

Kawasaki bekennt sich zwar nicht offiziell zu diesem MotoGP-Projekt, aber die Kooperation könnte gar nicht enger sein. Am liebsten würde Teambesitzer Romero den bisherigen japanischen Kawasaki-Rennchef Ichiro Yoda als Berater in der Box haben. Aber dann liesse sich der Technologie-Transfer der Grünen nicht mehr verleugnen. Also hat Yoda seinen weniger bekannten Stellvertreter Akikoto Ishida zu Avintia transferiert, der zur Tarnung auch brav eine Avintia-Teamuniform trägt.

Die französische Tuningfirma Akira, die für Kawasaki die Endurance-WM-Motoren tunt und wartet, hat für Avintia den neuen pneumatischen Ventiltrieb entwickelt, das Knowhow kommt aus der Werks-Kawasaki (Fahrer: West, Hopkins) von 2008, die 2009 unter Marco Melandri noch als Hayate eingesetzt wird.

Und wenn ihnen die Verkleidungen der neuen Avintia-MotoGP-Maschine irgendwie bekannt vorkommen: Sie wurde bei den Hayate-Bikes von 2009 abmontiert.

Avintia-Teambesitzer Raul Romero hat sich mit klarem Kalkül aus den kleinen Klassen Moto3 (2012 noch mit Maverick Viñales im Titelfight) und Moto2 (2012 mit Simón, 2013 mit Elias) zurückgezogen. Er will 2015 oder 2016 der Kawasaki-Brückenkopf in der Weltmeisterschaft, wenn sich das Team Green zur offiziellen MotoGP-Rückkehr entscheiden sollte. Romero betrachtet 2014 als Übergangsjahr...

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