Pedro Acosta (KTM) nachdenklich: Hat er die WM-Führung wirklich verdient?
Erstmalig beginnt ein MotoGP-Rennwochenende für Pedro Acosta in der Rolle des Gejagten. In Brasilien geht es darum, die Führung zu behaupten. Die Vorbedingungen bei KTM sind besser als vor einem Jahr.
Nach 22 Jahren Pause kehrt die MotoGP-WM an diesem Wochenende nach Brasilien zurück. Austragungsort ist erstmals das Autodromo Internacional Ayrton Senna in Goiânia, das bereits zwischen 1987 und 1989 drei WM-Läufe beherbergte. Es ist die 33. Strecke der modernen MotoGP-Ära, auf der die Königsklasse gastiert – mittendrin WM-Leader Pedro Acosta (KTM), der einen Rückblick auf Buriram lieferte und einen Ausblick auf das kommende Rennwochenende gab.
«Gestern bin ich eine Runde um die Strecke gegangen, sie sieht ziemlich cool aus», äußerte sich der 21-Jährige zu seinen ersten Eindrücken. «Das FP1 wird wahrscheinlich für alle ziemlich chaotisch, aber die Sektoren 3 und 4 sehen aus, als gäbe es dort viele Überholmöglichkeiten. Es wird lustig, hier in Brasilien ein neues Abenteuer zu starten.»
Strafe gegen Marc Marquez – Acosta hadert weiterhin über Sprint-Sieg
Genügend Selbstbewusstsein dürfte Acosta vor drei Wochen in Buriram getankt haben. Dort gewann er den Sprint, nachdem Marc Marquez eine umstrittene Strafe kassierte. Im Hauptrennen wurde Acosta Zweiter. Trotz WM-Führung bleibt der Spanier bodenständig und sieht sich nur ungern in der Rolle des Gejagten: «Es ist schön, sich selbst an der Spitze der WM zu sehen, aber vielleicht ist es noch nicht mein Platz dort», gestand er sich ein. «Ich muss einfach weiterarbeiten wie bisher. In Thailand war ich glücklich, weil ich keine Fehler gemacht habe – das war letztes Jahr oft mein Problem.» Das Ziel sei, jedes Rennen in die Top-5 zu fahren.
Die Selbstkritik kommt nicht von ungefähr. Gerade im ersten Teil der vergangenen Saison hatte sich Acosta immer wieder selbst im Weg gestanden. «Letztes Jahr war ich in der ersten Saisonphase oft wütend und negativ. Jetzt ist es eine Kombination aus vielen Dingen: Ich habe mich verbessert, das Bike ist einfacher zu fahren, das Team arbeitet schneller. Die Situation ist bei KTM insgesamt besser.»
Hält Acosta die WM-Führung bis zum US-GP?
Die Strecke ist für die meisten Piloten nahezu Neuland, nur Diogo Moreira (Honda) bringt etwas Streckenkenntnis mit. Acosta: «Neue Strecken sind immer schwer einzuschätzen. Normalerweise sind wir auf neuen Kursen recht schnell, aber man weiß nie. Wir müssen morgen ins FP1 rausgehen, sehen, wo wir stehen und danach ein Ziel setzen.»
Ob Acosta auch nach dem Rennwochenende in Goiânia die MotoGP anführt, wird sich zeigen. Mit 32 Punkten hat er 7 Zähler Vorsprung auf Marco Bezzecchi, der das Aprilia-Quartett in der WM als erster Acosta-Verfolger anführt.
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