Twan Smits (Yamaha): Zuschlag für die Superbike-Wildcard bei Assen-WM
Schon bei den ersten Tests 2026 im Rahmen der Superbike-WM-Testtage hatte sich der Niederländer wacker geschlagen. Jetzt folgte der Lohn: Seine erste Superbike-Wildcard.
Schon Anfang des Jahres gab es erste Anzeichen, dass Yamaha und das Team Apreco ihren Superbike-Piloten Twan Smits gerne in der Weltmeisterschaft sehen würden. Aus den Gerüchten ist inzwischen eine Tatsache geworden. Bei der anstehenden WM-Runde in Portugal muss Smits noch zuschauen. Doch im April, wenn die WM im heimischen Assen gastiert, wird Smits das Feld verstärken. Mit seinem Job in der EuroMoto, vormals IDM, tritt Smits im Team Apreco Anfang Mai am Sachsenring an.
«Twan hat sich diese Chance aufgrund seiner harten Arbeit und seiner persönlichen Entwicklung als Fahrer seit 2025 redlich verdient», erklärt Wim Vermeulen von Yamaha Deutschland. «Es zeigt auch, dass Yamahas Blu-Cru-Struktur funktioniert, in der wir junge Talente fördern. Twan hat im niederländischen R3-Cup angefangen und ist unserer Marke stets treu geblieben, wobei er die richtigen Schritte unternommen hat, die nun zu diesem Wildcard-Einsatz in der WSBK führen. In diesem Sinne ist dies auch eine gemeinsame Leistung der gesamten Yamaha-Familie, in der Twan zunächst von Yamaha BeNeLux entdeckt wurde, dann zu Yamaha Deutschland wechselte und nun von Yamaha Motor Europe unterstützt wird.»
Ein aufregendes Wochenende steht mit der Wildcard auch Teambesitzerin Corine Brandhorst, die das Team Apreco im Sinne ihres erst vor wenige Jahren verstorbenen Mannes und Teamgründers weiterführt, bevor. «Ich bin super stolz auf das Team und Twan, dass wir gemeinsam diesen Schritt in das wettbewerbsintensivste Umfeld für Serienmotorräder machen können», versichert die Niederländerin. «Assen ist für uns ein wunderbarer Startpunkt in der WSBK, da es unser Heimrennen ist und es für die EuroMoto gut ist, dass wir zeigen können, dass diese Klasse nach der WSBK die schnellste Superbike-Klasse ist. Für mich persönlich ist dies ein emotionaler Moment, da es schon immer mein Traum war, Twan in die WSBK zu bringen, und dass dies in Assen geschieht, ist etwas ganz Besonderes. Unser Ziel für dieses Jahr ist es, mit Twan mehr WSBK-Rennen zu fahren, um ihn als Fahrer weiterzuentwickeln, aber diese Entscheidung steht stets in vollem Einklang mit Yamaha. Abschließend möchte ich mich ganz herzlich und ganz besonders bei der EuroMoto-Organisation, Motorpresse und Pirelli bedanken, die uns auf dieser unglaublichen Reise unterstützt haben – ohne sie wäre dieser Schritt nicht möglich gewesen.»
Grosse Chance für Yamaha-Nachwuchs
Der Adrenalin-Pegel von Twan Smits dürfte nach der Überraschung auch jetzt noch entsprechend hoch sein. «Als ich den Anruf mit der Bestätigung erhielt, dass ich in Assen fahren würde, war ich einfach sprachlos», meinte der Nachwuchsfahrer. «Natürlich war die Einladung zu den WSBK-Tests bereits der erste Hinweis darauf, dass etwas im Gange war. Und die Zusammenarbeit mit Eugene und Niccolo war eine unglaublich tolle Zeit für mich, da ich viel von ihnen gelernt habe. Wir haben über diesen Schritt gesprochen, aber es blieb immer auf der Ebene von Gedanken, Überlegungen, Optionen. Doch dann kam der Anruf und ich kann gar nicht wiedergeben, was genau in diesem Moment in mir vorging! Ich bin auch super stolz auf das Team, dass sie mit dabei sein können, da sie den ganzen Winter über so hart gearbeitet haben.»
Die Entscheidung, welches Motorrad beim Assen-Einsatz gefahren wird, wurde in diesem Fall vollständig von Twan Smits getroffen. Yamaha hatte ihm drei verschiedene Spezifikationen des Motorrads vorgeschlagen, vom IDM-2025-Motorrad über das EuroMoto-2026-Motorrad bis hin zum WSBK-Testmotorrad. Twan Smits hat sich laut Yamaha aufgrund der folgenden Überlegungen für das EuroMoto-2026-Motorrad entschieden: Er kann mit seinem gesamten Team zusammenarbeiten und erhält im Hintergrund zusätzliche technische Unterstützung von Yamaha. Er fühlt sich nach eigener Aussage auf dem Motorrad sehr wohl und kann dort 100 % geben. Es wäre nach Ansicht des Teams auch gut, zu erfahren, wie groß der Unterschied in der Rundenzeit aktuell zwischen einem WSBK-Yamaha-Motorrad in Vollspezifikation und der EuroMoto-Spezifikation 2026 ist.
«Der Hauptunterschied zwischen den beiden Motorrädern besteht darin», erklärt Vermeulen, «dass die WSBK über eine stärkere Vorderradbremse und mehr PS verfügt und die Schwinge komplett anders ist, was bei der Beschleunigung sehr hilft. Um dieses Potenzial als Fahrer ausschöpfen zu können, braucht man jedoch Zeit, während Twan andererseits an der Weiterentwicklung des 2025er-Motorrads für 2026 beteiligt war und dafür viele Tests absolviert hat. Letztendlich wird es keine technischen Änderungen zwischen dem Motorrad geben, das in der WSBK in Assen an den Start geht, und dem, das beim ersten EuroMoto-Rennen auf dem Sachsenring eingesetzt wird. Die Entscheidung darüber liegt zu 100 % bei Twan und seinem Crewchief Hessel.»
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