Gigi Dall'Igna (Ducati): WM-Titel als Ziel für 2016

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Gigi Dall'Igna, General Manager von Ducati Corse

Gigi Dall'Igna, General Manager von Ducati Corse

Das Ducati-Werksteam hat klare Fortschritte gegenüber 2015 gemacht. Aber es gab mit dem Modell GP15 auch Rückschläge. 2016 will Ducati endgültig zu Honda und Yamaha aufschliessen.

Beim Sepang-Test in Malaysia wird von 1 bis 3. Februar 2016 die neue Ducati Desmosedici GP16 debütieren. Mit diesem Motorrad von Gigi Dall'Igna, General Manager von Ducati Corsi, soll es den Italienern gelingen, endlich wieder Rennen zu gewinnen und um den WM-Titel zu fighten.

Der letzte GP-Sieg (Casey Stoner auf Phillip Island) liegt inzwischen mehr als fünf Jahre zurück. Im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com spricht Gigi Dall'Igna über die Ziele für 2016 und den schmerzhaften Verlust der Open-Class-Vorteile.

Gigi, Ducati hat 2015 bisher neun Podestplätze und zwei Pole-Positions erreicht. Der logische nächste Schritt muss jetzt WM-Titel 2016 heissen?

Das war unser Ziel und unser Vorhaben, als ich zu Ducati gekommen bin.

Du hast damals gesagt, du hast bisher alle Serien gewonnen, in denen du mitgemacht hast, 125 ccm, 250 ccm und Superbikes. Nur der MotoGP-WM-Titel fehlt noch.

Richtig.

Aber die Aufgabe für Ducati wird schwieriger. Die Motorenentwicklung für Ducati wird 2016 genau so eingefroren sein wie bei Honda und Yamaha. Ducati muss mit neun statt zwölf Motoren pro Fahrer durch die Saison kommen. Aprilia und Suzuki als Neueinsteiger werden neun Motoren haben. Dazu gibt es für euch stärkere Testrestriktionen. Wird sich das nachteilig für Ducati auswirken?

Nein, das ist kein Nachteil.
Wir verwenden in diesem Jahr nur deshalb mehr als sieben Motoren, weil uns das Reglement die Möglichkeit gibt, während der Saison am Motor etwas zu verbessern. Also haben wir drei unterschiedliche Spezifikationen des GP15-Motors. Sonst können wir die Saison mit sieben Motoren durchfahren.
Sieben Motoren – das wird uns 2016 nicht vor Probleme stellen. Natürlich haben wir nicht mehr die Möglichkeit, das Triebwerk während der Saison zu verbessern. Aber wir haben genug Spielraum bei den Laufzeiten der Motoren, um mit sieben Aggregaten bei 18 Grand Prix über die Runden zu kommen.

Du hast von drei unterschiedlichen Spezifikationen für die GP15 gesprochen. Heisst das: Ihr habt unterschiedliche Triebwerke für die unterschiedlichen Strecken? Also Versionen für langsame, kurvenreichen Piste und solche mit langen Geraden wie Barcelona und Mugello?

Nein. Wir haben einfach zwei Updates gemacht bei den Motoren. Das erste nach Mugello, das zweite nach Indianapolis.

Lorenzos Teammanager Wilco Zeelenberg hat nach dem Mugello-GP vermutet, dass Ducati über einen Quali-Motor verfügt.

Nein, haben wir nicht.

Ihr nehmt diese Veränderungen mit Hilfe der Elektronik vor?

Ja.

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